FAQ · Spielerschutz
An welchen Warnzeichen erkenne ich beginnende Spielsucht?
Autorin: Lisa Lustich · Aktualisiert am 5. Juni 2026
Pathologisches Spielen (ICD-11) ist eine anerkannte Verhaltenssucht. Die WHO und BZgA nennen folgende Kernsymptome — wenn drei oder mehr in den letzten 12 Monaten zutreffen, liegt ein klinischer Verdacht vor:
1. Toleranz: Du brauchst immer höhere Einsätze, um den gleichen 'Kick' zu spüren. Was vor einem Jahr 5 € waren, sind heute 20 €.
2. Entzug: Wenn du nicht spielst, bist du unruhig, gereizt, hast schlechte Stimmung.
3. Kontrollverlust: Du versuchst mehrfach erfolglos, weniger zu spielen.
4. Gedankliche Vereinnahmung: Du denkst ständig ans Spielen — planst die nächste Session, analysierst vergangene.
5. Flucht-Spielen: Spielen als Ventil gegen Stress, Angst, Traurigkeit.
6. Verlustverfolgung ('Chasing'): Nach Verlusten weiterspielen, um sie zurückzuholen — verlässliches Warnzeichen.
7. Lügen: Vor Familie, Freunden, Therapeut über das Ausmaß des Spielens.
8. Beziehungsschäden: Streit, Trennung, Vertrauensverlust wegen Spielen.
9. Finanzielle Notlage: Kredite, geliehenes Geld, ungezahlte Rechnungen wegen Spielverlusten.
Körperliche Symptome kommen oft dazu: Schlafstörungen, Magenprobleme, Konzentrationsschwäche, depressive Verstimmungen, in schweren Fällen Suizidgedanken.
Hilfe — anonym und kostenlos:
- BZgA-Sucht-Hotline: 0800 1 372 700 (24/7, deutsch, kostenfrei).
- check-dein-spiel.de — Online-Selbsttest (5 Minuten).
- Suchtberatungsstellen in deiner Stadt: blu.de findet die nächste.
- Anonyme Spieler (Selbsthilfegruppen): anonyme-spieler.org.
- OASIS-Selbstsperre als Sofortmaßnahme.
Du bist nicht allein — rund 230.000 Menschen in Deutschland haben ein behandlungsbedürftiges Glücksspielproblem.