Allwyn investiert 200.000 Euro in neue Forschungsprojekte für Spielerschutz

Der Lotterie-Riese Allwyn fördert mit seinem neuen Player Protection Lab zwei Studien zur Sicherheit von Gen-Z-Spielern und personalisierten Nachrichten mit jeweils 100.000 Euro.
Allwyn geht einen großen Schritt in Richtung wissenschaftlich fundierter Prävention. Der Betreiber großer Lotterien hat die ersten Empfänger seiner neuen Förderpreise für das Allwyn Player Protection Lab bekannt gegeben. Diese Initiative soll gezielt Projekte unterstützen, die innovative Lösungen für die Sicherheit der Kunden entwickeln. Im Fokus stehen dabei nicht nur theoretische Konzepte, sondern die Anwendung von realen Daten aus dem Spielalltag, um gefährdetes Verhalten frühzeitig zu erkennen und abzufangen.
Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch die globale Abteilung für verantwortungsbewusstes Glücksspiel bei Allwyn. Man entschied sich für zwei hochkarätige Ansätze, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Einerseits geht es um die psychologische Ansprache von Spielern in kritischen Momenten, andererseits um die speziellen Bedürfnisse und Risiken der jüngeren Generation, die in einer rein digitalen Welt aufgewachsen ist.
Zahlen und Fakten
Das finanzielle Volumen der Förderung ist beachtlich. Jedes der beiden ausgewählten Projekte erhält eine Summe von bis zu 100.000 Euro. Damit stellt Allwyn insgesamt 200.000 Euro für diese erste Förderrunde bereit. Die Laufzeit der Studien ist langfristig angelegt und soll bis September 2027 abgeschlossen sein. Einer der Preisträger ist der renommierte Wissenschaftler Dr. Michael Auer. Sein Projekt konzentriert sich auf das Testen von personalisierten Nachrichten. Diese sollen Spieler zu sicherem Verhalten animieren, indem sie genau in den Momenten eingeblendet werden, in denen das System Muster für riskantes Spiel erkennt. Dabei werden Daten zu Ausgaben, dem Setzen von Limits und der Einhaltung von Pausen analysiert.
Das zweite Projekt wird von der international geachteten Newton University in Tschechien durchgeführt. Unter der Leitung von Petr Zimčík entwickelt das Team dort das sogenannte Safe Gambling Assessment Tool (SGAT). Dieses Werkzeug ist speziell auf die digitalen Verhaltensweisen der Generation Z zugeschnitten. Ziel ist es, zu verstehen, wie junge Erwachsene Risiken wahrnehmen und wo die Unterschiede zwischen Online-Glücksspiel und stationären Angeboten liegen.
Hintergrund
Allwyn ist bereits einer der führenden Akteure im Bereich Lotterien und hält die Level 4 Zertifizierung des Responsible Gaming Frameworks der World Lottery Association (WLA). Das ist die höchste Akkreditierungsstufe, die ein Betreiber derzeit erreichen kann. Dennoch sieht das Management die Notwendigkeit, durch das Allwyn Player Protection Lab noch einen Schritt weiter zu gehen. Es geht darum, Technologie und wissenschaftliche Erkenntnisse so zu verzahnen, dass proaktive Maßnahmen entstehen.
„Der Schutz der Spieler ist der Kern unserer Arbeit und wir setzen uns dafür ein, das Spiel für alle besser zu machen, wo auch immer wir tätig sind. Die Auszeichnung zielt darauf ab, Forschung zu finanzieren, die neuartige Lösungen und Werkzeuge identifiziert, die das sichere Spiel verbessern.“ - Robert Chvátal, CEO bei Allwyn
Dr. Michael Auer betont die Wichtigkeit echter Nutzerdaten für seine Arbeit. Er hat in den letzten 15 Jahren dutzende wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht und sieht in der Zusammenarbeit mit einem großen Betreiber die Chance, die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen unter realen Bedingungen zu belegen. Auch Petr Zimčík sieht in der Verbindung von akademischer Expertise und praktischer Erfahrung den Schlüssel, um die Einstellungen junger Erwachsener zum Thema Risiko besser zu verstehen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler sind solche internationalen Forschungsprojekte von hoher Relevanz, auch wenn Allwyn hierzulande primär als Mutterkonzern großer europäischer Lotterien bekannt ist. Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) setzt bereits sehr strenge Maßstäbe für den Spielerschutz. Hierzu gehören die zentrale Sperrdatei OASIS, das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sowie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei Online-Slots. All diese Maßnahmen werden durch das LUGAS-System überwacht. Die Erkenntnisse aus der Forschung von Dr. Auer könnten dazu beitragen, dass die automatisierten Warnmeldungen, die deutsche Anbieter laut GGL-Vorgaben einblenden müssen, in Zukunft effektiver und weniger störend gestaltet werden. Wenn Algorithmen lernen, wann eine Nachricht wirklich hilft und wann sie ignoriert wird, steigt die Sicherheit für den Verbraucher massiv an.
Was das für GGL-Casinos heißt
Casinos mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen unter ständiger Beobachtung. Sie müssen nachweisen, dass sie Früherkennungssysteme für spielsuchtgefährdete Nutzer implementiert haben. Tools wie das SGAT der Newton University könnten Vorreiter für standardisierte Bewertungssysteme in Deutschland sein. Da die GGL großen Wert auf Prävention legt, fließen wissenschaftliche Erkenntnisse oft zeitnah in die Richtlinien für Lizenzinhaber ein. Deutsche Anbieter auf der Whitelist zeichnen sich dadurch aus, dass sie solche Innovationen nicht als Last, sondern als Qualitätsmerkmal begreifen. Wer im deutschen Markt bestehen will, muss zeigen, dass er den Schutz der Generation Z ernst nimmt und moderne Methoden nutzt, statt nur starre gesetzliche Texte zu kopieren.
Häufige Fragen
Wie viel Geld investiert Allwyn in die neue Forschung?
Allwyn stellt für die ersten beiden Projekte jeweils bis zu 100.000 Euro zur Verfügung. Das entspricht einer Gesamtsumme von 200.000 Euro für diese Förderrunde.
Wer sind die Preisträger des Allwyn Player Protection Lab?
Die Empfänger sind der renommierte Glücksspiel-Experte Dr. Michael Auer und die Newton University aus der Tschechischen Republik. Beide wurden von der globalen Abteilung für verantwortungsbewusstes Glücksspiel bei Allwyn ausgewählt.
Wann werden die Ergebnisse der Studien veröffentlicht?
Die Forschungsprojekte sind langfristig angelegt. Beide Projekte sollen laut Zeitplan bis September 2027 abgeschlossen sein.
Was wird konkret in den Projekten untersucht?
Dr. Auer testet die Wirkung von personalisierten Nachrichten auf das Spielverhalten. Die Newton University entwickelt ein Safe Gambling Assessment Tool (SGAT), das speziell auf das Verhalten der Generation Z zugeschnitten ist.
Welche Relevanz hat die Forschung für Spieler in Deutschland?
Da Deutschland mit dem GlüStV 2021 und der GGL-Aufsicht sehr strenge Regeln hat, helfen wissenschaftliche Daten dabei, Schutzmaßnahmen wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro oder Warnmeldungen durch LUGAS stetig zu verbessern.
Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).
Verwandte Themen
Weiterführende Artikel

Personalisierte Anrufe senken Verluste bei Risiko-Spielern deutlich
Eine Studie bei Norsk Tipping zeigt: 57,3 Prozent der kontaktierten Risiko-Spieler führten beratende Gespräche, was zu messbaren Rückgängen bei Wetteinsätzen und Spieltagen führte.

Datenstreit beigelegt: Massachusetts Gaming Commission einigt sich mit Gesundheitsinstitut
Nach einer Klage des PHAI stellt die MGC nun anonymisierte Spieldaten bereit. Forscher können seit Juli 2026 auf wichtige Informationen zur Spielsuchtprävention zugreifen.
Split Strike im Fokus: Games Global und Gameburger Studios präsentieren 12 Masks of Fire
Games Global rüstet das Slot-Portfolio auf. Die neue Split Strike Mechanik ermöglicht Belohnungen bis zum 5.000-fachen des Einsatzes in 12 Masks of Fire: Night Fever.










