Dänemark schreibt neue Casino-Lizenzen aus trotz sinkender Umsätze
KI-GENERIERTDie dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden öffnet das Bewerbungsverfahren für landbasierte Casinos. Der Marktanteil der Spielbanken sank zuletzt auf nur noch 3 %.
Dänemark setzt ein deutliches Zeichen für den Erhalt seiner physischen Glücksspielkultur. Die staatliche Regulierungsbehörde Spillemyndigheden hat offiziell die nächste Lizenzierungsrunde für landbasierte Casinos eingeläutet. Dieser Schritt ermöglicht es sowohl neuen Markteinsteigern als auch bestehenden Betreibern, eine Konzession für die kommenden zehn Jahre zu beantragen. Es ist die erste formelle Gelegenheit in diesem Jahr, sich einen Platz auf dem dänischen Markt zu sichern, der aktuell durch sieben aktive Standorte geprägt ist. Diese befinden sich in den Städten Kopenhagen S, Kopenhagen V, Helsingør, Odense, Vejle, Aarhus und Aalborg.
Die gesetzliche Grundlage für dieses Verfahren bildet das konsolidierte Gesetz Nr. 1182 vom 22. September 2025 über das Glücksspiel. Interessierte Unternehmen müssen nicht nur Mut, sondern auch eine extrem solide finanzielle Basis mitbringen. Der Regulator fordert umfassende Unterlagen bis zum 3. November 2026 ein. Dabei geht es nicht nur um die bloße Absichtserklärung, sondern um den Nachweis ausreichender Liquidität, um die laufenden Betriebskosten zu decken, sowie um die Offenlegung sämtlicher Eigentumsstrukturen und der Führungsebene. Die Behörde prüft jeden Antrag in einem aufwendigen Prozess, bei dem die lokale Gemeinde, der Polizeichef sowie die Ministerien für Steuern, Wirtschaft und Industrie ein Mitspracherecht haben.
Zahlen und Fakten
Ein Blick in den aktuellen Jahresbericht Spilmarkedet i tal 2025 der Spillemyndigheden zeigt die Herausforderungen der Branche. Die landbasierten Casinos erwirtschafteten einen Bruttospielertrag, den sogenannten Gross Gaming Revenue (GGR), von 378 Millionen DKK, was umgerechnet etwa 58,26 Millionen Dollar entspricht. Das ist ein Rückgang von 5,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Damit macht das klassische Casinospiel vor Ort nur noch einen Bruchteil des Gesamtmarktes aus, nämlich magere 3 %. Im Gegensatz dazu boomt das digitale Geschäft. Online-Casinos generierten einen GGR von 4,31 Milliarden DKK, was 38 % des Marktes entspricht. Seit 2012 hat sich dieser Bereich um satte 139 % vergrößert.
Besonders spannend ist die Entwicklung im Bereich Bingo. Erstmalig taucht liberalisiertes, landbasiertes Bingo in der Statistik auf. Mit einem GGR von 30 Millionen DKK macht dieser Sektor zwar weniger als 1 % des Gesamtmarktes aus, zeigt aber, dass die Behörden versuchen, Nischen zu besetzen. Insgesamt hatte die Spillemyndigheden bis Ende 2025 über 1.970 Lizenzen in verschiedenen Glücksspielkategorien vergeben. Trotz der Dominanz des Online-Sektors halten die Verantwortlichen an den stationären Häusern fest, da diese oft einen positiven Einfluss auf die lokale Wirtschaft und Beschäftigung haben.
Hintergrund
Die Geschichte des Glücksspiels in Dänemark reicht bis in die 1940er Jahre zurück, damals dominiert durch Danske Spil. Seit der Marktöffnung im Jahr 2012 ist der Wettbewerb gewachsen. Die Spillemyndigheden achtet bei der Lizenzvergabe nicht nur auf Zahlen, sondern auch auf geografische Überlegungen und die Zielgruppe der Betreiber. Das Ziel ist ein kontrolliertes Angebot, das Spieler vor illegalen Angeboten schützt, wie es auch andere westliche Gesellschaften handhaben.
„Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden hat ihr Lizenzfenster für landbasierte Casinos wieder geöffnet und lädt Bewerbungen von neuen Betreibern und solchen ein, die ihre 10-Jahres-Lizenz erneuern möchten.“ - Kathryn Evans, Fachredakteurin bei iGaming Business
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Casinofans ist die Situation in Dänemark ein interessanter Spiegel der eigenen Realität. Während Dänemark seine 10-Jahres-Lizenzen ausschreibt, unterliegt der deutsche Markt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) strengen bundesweiten Regeln. In Deutschland sorgt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) für Ordnung. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass deutsche Spieler bei Online-Slots auf ein Einsatzlimit von 1 € pro Spin begrenzt sind und monatlich maximal 1.000 € über alle Anbieter hinweg einzahlen dürfen. Dieses Limit wird durch das LUGAS-System überwacht, ein zentrales IT-System zur Kontrolle von Einzahlungen und Spielersperren.
Wer in Deutschland legal spielen möchte, sollte zwingend auf die GGL-Whitelist achten. Nur dort gelistete Anbieter garantieren den Spielerschutz nach deutschem Recht. Die dänischen News zeigen, dass der Trend zum Online-Spiel unaufhaltsam ist, aber der Staat gleichzeitig versucht, den stationären Sektor als seriöse Alternative zu erhalten. Wer in Deutschland in eine Spielbank geht, findet dort oft höhere Limits als online, muss sich aber auch dort der strengen Ausweiskontrolle und dem Abgleich mit der Sperrdatei OASIS unterziehen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Anbieter mit GGL-Lizenz müssen den Wettbewerb mit dem Ausland nicht scheuen, aber die Zahlen aus Dänemark sind eine Warnung. Wenn der stationäre Sektor so stark schrumpft, steigt der Druck auf die Online-Regulierung, den Spielerschutz aufrechtzürhalten, ohne die Kunden in den Schwarzmarkt (MGA- oder Curacao-Casinos) zu treiben. Die GGL setzt hierbei auf strikte Durchsetzung der Werberegeln und Bekämpfung illegaler Konkurrenz. Die dänische Transparenz bei den Marktzahlen könnte ein Vorbild für künftige Berichte der GGL sein, um die Effektivität des deutschen Regulierungsmodells zu belegen.
Häufige Fragen
Wie lange sind die neuen Casino-Lizenzen in Dänemark gültig?
Die Lizenzen für landbasierte Casinos in Dänemark werden für einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren vergeben. Die aktuelle Ausschreibung richtet sich sowohl an neue Betreiber als auch an Bestandshalter, deren Konzessionen auslaufen.
Wie entwickelt sich der Umsatz der dänischen Casinos?
Im Jahr 2025 verzeichneten landbasierte Casinos einen Rückgang des Bruttospielertrags (GGR) um 5,6 % auf 378 Millionen DKK. Im Gegensatz dazu wuchs der Online-Casino-Markt um 12,1 % auf 4,31 Milliarden DKK.
Bis wann müssen Bewerbungen in Dänemark eingereicht werden?
Interessierte Unternehmen müssen ihre vollständigen Unterlagen inklusive aller Nachweise zur finanziellen Stabilität bis spätestens 3. November 2026 bei der Spillemyndigheden einreichen.
Wo befinden sich die aktuellen Casinos in Dänemark?
Derzeit gibt es sieben lizenzierte Standorte in Dänemark. Diese verteilen sich auf die Städte Kopenhagen (S und V), Helsingør, Odense, Vejle, Aarhus und Aalborg.
Was ist der Unterschied zwischen der dänischen und der deutschen Regulierung?
In Deutschland gilt der GlüStV 2021 mit strikten Limits von 1 € pro Spin bei Slots und 1.000 € Einzahlungslimit pro Monat, überwacht durch LUGAS. Dänemark reguliert ebenfalls streng über die Spillemyndigheden, erlaubt aber eine breitere Palette an Online-Produkten bei unterschiedlichen steuerlichen Bedingungen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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