Ho-Chunk Nation beantragt Schanklizenz für 705 Millionen Dollar Casino-Projekt
KI-GENERIERTDie Ho-Chunk Nation treibt ihr massives Casino-Projekt in Beloit mit einem Antrag auf eine Alkohollizenz voran. Das Bauvorhaben umfasst ein Volumen von rund 705 Millionen US-Dollar.
Die Pläne der Ho-Chunk Nation für ihr ambitioniertes Casino-Resort in Beloit nehmen immer konkretere Formen an. Mit dem jüngsten Antrag auf eine Schanklizenz nähert sich der Stamm einem weiteren Meilenstein für sein 705 Millionen US-Dollar teures Projekt. Es ist ein klassischer strategischer Schritt in der Welt des stationären Glücksspiels, bei dem die Kombination aus Unterhaltung, Gastronomie und Spielbetrieb den Kern des Geschäftsmodells bildet. In Beloit geht es dabei nicht nur um ein paar Kaltgetränke, sondern um eine Reserve Class B Lizenz, die den Verkauf von Bier und Spirituosen an der Adresse 777 Willowbrook Road ermöglichen soll.
Das Verfahren folgt einem strengen Zeitplan der Stadtverwaltung. Am Dienstag, den 22. September, befasst sich der Ausschuss für Alkoholgetränke und Spirituosenkontrolle (ABLCC) in einer Sondersitzung mit dem Gesuch. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch beim Stadtrat, der für den 5. Oktober eine Abstimmung angesetzt hat. Für die Ho-Chunk Nation ist dieser Prozess Routine, aber dennoch mit politischem Gewicht verbunden. Zwar betreibt der Stamm bereits sechs weitere Casinos in Wisconsin, doch die Genehmigungen verliefen in der Vergangenheit selten ohne öffentliche Debatten oder politische Hürden.
Zahlen und Fakten
Das Bauprojekt in Beloit ist mit einem Budget von 705 Millionen US-Dollar eines der kapitalintensivsten Vorhaben des Stammes. Parallel dazu gibt es Bestrebungen für den Standort in Madison. Dort umfasst das Gelände etwa 48 Hektar, auf denen neben dem Casino auch ein Hotel, ein Kulturzentrum und ein Sportkomplex entstehen könnten. Das dortige Casino, das bereits 1999 eröffnet wurde, verfügt über eine Fläche von 67.125 Quadratfuß, wovon etwa 30.000 Quadratfuß für das Glücksspiel mit 1.200 Automaten reserviert sind.
General Manager Daniel Brown sieht in der Lizenzierung einen wesentlichen Vorteil für die Kundenbindung. Er betont, dass die meisten indianischen Glücksspieleinrichtungen im Bundesstaat diesen Service bereits anbieten.
„Es wird das Erlebnis für unsere Spieler verbessern. Wir planen eine zentral gelegene Bar im Casino, von der aus das Personal die Bestellungen direkt zu den Spielern an die Automaten bringt.“ - Daniel Brown, General Manager bei Ho-Chunk Gaming Madison
Hintergrund
Der Weg zur Alkohollizenz war für die Ho-Chunk Nation historisch gesehen steinig. Im Jahr 2004 investierte der Stamm 1,34 Millionen US-Dollar in ein Referendum für eine Lizenz der Klasse III, das jedoch scheiterte. Ein Jahr später gab es massiven Widerstand, weil das Casino damals das Rauchen erlaubte, während öffentliche Bars und Restaurants ab dem 1. Juli 2005 Rauchverbote einhalten mussten. Kritiker sahen darin einen unfairen Wettbewerbsvorteil. Erst im August letzten Jahres wurde das Casino in Madison als erste Einrichtung des Stammes offiziell rauchfrei.
Auch die politische Führung in Madison zeigte sich geteilt. Während Stadtratspräsidentin Denise DeMarb das Vorhaben unterstützt, äußerte sich Bürgermeister Paul Soglin skeptisch über die Kombination von Alkohol und Glücksspiel. Dennoch signalisierte er, dem Antrag nicht aktiv im Wege stehen zu wollen. Die Geschichte zeigt, dass solche Lizenzen flüchtig sein können: Eine 2007 ausgelaufene Genehmigung wurde vom Stamm niemals aktiv genutzt, da die Auflagen, wie etwa die Trennung der Ausschankbereiche vom Spielbereich, sehr streng waren.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Casinofans, die online auf Plattformen mit GGL-Lizenz spielen, klingen solche Debatten nach einer anderen Welt. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt extrem strikt. Während man im stationären Casino in den USA oft kostenlose Drinks am Platz serviert bekommt, steht in Deutschland der Spielerschutz an oberster Stelle. Einzahlungslimits von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Slots sind hier die Norm. Diese Regeln werden über das zentrale LUGAS-System überwacht.
Der Ausschank von Alkohol in landbasierten Spielbanken ist in Deutschland zwar erlaubt, wird aber streng kontrolliert, um die Entscheidungsfähigkeit der Spieler nicht zu beeinträchtigen. Deutsche Spieler profitieren bei GGL-lizenzierten Anbietern vor allem von der Rechtssicherheit und dem Ausschluss von Anbietern aus Malta oder Curacao, die oft nicht die gleichen strengen Standards bei der Suchtprävention einhalten. Der Schutz vor Überschuldung durch das monatliche Limit ist ein Kernaspekt des deutschen Systems, den es so in den USA nicht gibt.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) bedeutet die Entwicklung in den USA vor allem einen Vergleich der regulatorischen Welten. In Deutschland liegt der Fokus auf der Kanalisierung in ein sicheres, digitales Umfeld. Während US-Stämme wie Ho-Chunk in physische Infrastruktur wie Hotels und Sportkomplexe investieren, müssen deutsche Anbieter massiv in Compliance-Software und Identitätsprüfungen investieren.
Die GGL achtet penibel darauf, dass keine Werbung für Glücksspiel im Zusammenhang mit Alkohol oder anderen riskanten Lifestyle-Produkten stattfindet. Wer in Deutschland legal spielt, hat die Gewissheit, dass der Anbieter auf der Whitelist steht und regelmäßigen Kontrollen unterliegt. Ein „Wilder Westen“ des Glücksspiels, wie er teilweise in den regulatorischen Kämpfen in Wisconsin durchscheint, ist durch den GlüStV 2021 ausgeschlossen. Dies schafft Vertrauen, schränkt aber die Freiheiten der Betreiber im Vergleich zu US-Casinos deutlich ein.
Häufige Fragen
Wann wird über die Alkohollizenz für das Beloit Casino entschieden?
Die endgültige Entscheidung durch den Stadtrat von Beloit ist für die reguläre Sitzung am 5. Oktober 2026 geplant. Zuvor findet am 22. September eine Prüfung durch den zuständigen Ausschuss statt.
Wie teuer ist das neue Casino-Projekt der Ho-Chunk Nation?
Das Projekt in Beloit, Wisconsin, hat ein Investitionsvolumen von insgesamt 705 Millionen US-Dollar. Es ist eines der größten Bauvorhaben des Stammes in der jüngeren Geschichte.
Gibt es in den Casinos der Ho-Chunk Nation ein Rauchverbot?
Das Casino in Madison wurde im August letzten Jahres als erste Einrichtung des Stammes in Wisconsin offiziell zu einer rauchfreien Zone erklärt. In der Vergangenheit war die Kombination aus Raucherlaubnis und geplantem Alkoholausschank ein großer Streitpunkt.
Darf in deutschen Online-Casinos Alkohol beworben werden?
Nein, die Regeln der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) untersagen aggressive Werbung, die den Konsum von Alkohol mit Glücksspiel verknüpft. Der Spielerschutz gemäß GlüStV 2021 verbietet Anreize, die das Risikobewusstsein der Spieler trüben könnten.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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