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Steuerdruck in Österreich belastet Geschäftszahlen von bet-at-home

22. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Steuerdruck in Österreich belastet Geschäftszahlen von bet-at-homeKI-GENERIERT

Der Glücksspielanbieter bet-at-home verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang auf 24,3 Millionen Euro, getrieben durch höhere Steuersätze in Österreich.

Die finanzielle Lage des traditionsreichen Glücksspielanbieters bet-at-home hat sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2026 sichtlich eingetrübt. Während das Unternehmen in der Vergangenheit oft von sportlichen Großereignissen profitieren konnte, reichten die Impulse der Weltmeisterschaft in diesem Sommer nicht aus, um die massiven Auswirkungen der fiskalischen Änderungen in Österreich zu kompensieren. Die Weitergabe der erhöhten Steuerlast an die Endverbraucher hat die Attraktivität des Angebots offenbar so weit gemindert, dass viele Spieler ihre Einsätze reduzierten oder ganz fernblieben.

Dieser Trend ist besonders brisant, da bet-at-home als etablierter Akteur im deutschsprachigen Raum gilt. Die Entscheidung, die Kunden seit Juni 2025 direkt an den Kosten der Steuererhöhung zu beteiligen, war zwar eine wirtschaftliche Notwendigkeit, erweist sich nun jedoch als zweischneidiges Schwert. Der Markt reagiert empfindlich auf jede Preisänderung, insbesondere wenn alternative, oft weniger regulierte Angebote nur einen Klick entfernt sind. Die aktuellen Halbjahreszahlen spiegeln diesen harten Konkurrenzkampf und die regulatorischen Hürden wider, die das operative Geschäft zunehmend erschweren.

Zahlen und Fakten

Ein Blick in die Bilanz des ersten Halbjahres 2026 offenbart die Schwere der Einbußen. Der Bruttoumsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent von 25,3 Millionen Euro auf 24,3 Millionen Euro. Noch deutlicher zeigt sich der Abwärtsdruck beim Netto-Wett- und Spielertrag, der um 3,6 Prozent von 19,7 Millionen Euro auf 18,96 Millionen Euro zurückging. Das gesamte betriebliche Ergebnis sank um 5,7 Prozent auf 19,2 Millionen Euro. Besonders alarmierend ist die Entwicklung des EBITDA. Hier stürzte das Unternehmen von einem Gewinn in Höhe von 2,3 Millionen Euro auf einen operativen Verlust von 1,8 Millionen Euro ab.

Das Unternehmen führt diesen Einbruch fast ausschließlich auf die gesetzliche Neuregelung in Österreich zurück. Dort wurde die Wettsteuer auf die Gesamteinsätze im April letzten Jahres von ehemals zwei Prozent auf nun fünf Prozent angehoben. Dies entspricht einer Steigerung der Steuerlast um 150 Prozent. Um die Spielerbindung trotz dieser Widrigkeiten zu stärken, ging bet-at-home im Juli 2026 eine Partnerschaft mit dem iGaming-CRM-Anbieter Fast Track ein, um die Kundenansprache und das Engagement der Nutzer durch technologische Lösungen zu verbessern.

Hintergrund

Die steuerliche Neuausrichtung in Österreich war von der dortigen Regierung damit begründet worden, die öffentlichen Einnahmen zu erhöhen und gleichzeitig zusätzliche Mittel zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels zu generieren. Für Anbieter wie bet-at-home, die in regulierten Märkten operieren, bedeutet dies jedoch eine erhebliche Schmälerung der Margen. Die Strategie, diese Kosten an die Kunden durchzureichen, führte ab Juni 2025 zu einer Kettenreaktion aus geringerer Aktivität und sinkenden Einsätzen.

„Der Rückgang der Einnahmen ist hauptsächlich auf die Erhöhung der österreichischen Wettsteuer auf die Gesamteinsätze von zwei Prozent auf fünf Prozent zurückzuführen, die im April letzten Jahres in Kraft getreten ist.“ - Unternehmenssprecher bet-at-home, Bericht zum ersten Halbjahr 2026

Interessanterweise verzeichnete das Unternehmen im zweiten Quartal 2026 durchaus positive Effekte durch die Weltmeisterschaft, was den Umsatz kurzzeitig stützte. Dennoch reichten diese saisonalen Gewinne nicht aus, um die strukturellen Nachteile durch die Steuerlast und die schwächere Kundenbasis im restlichen Halbjahr auszugleichen. Der operative Verlust unterstreicht, dass die Profitabilität im aktuellen Marktumfeld extrem fragil geworden ist.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Kunden von bet-at-home hat die Situation in Österreich keine direkten Auswirkungen auf die hiesige Steuerlast, verdeutlicht aber das allgemeine Klima in regulierten Märkten. In Deutschland unterliegen Spieler und Betreiber bereits seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) strengen Regeln. Hierzu zählen das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System sowie das Einsatzlimit von maximal 1 Euro pro Spielrunde bei virtuellen Automatenspielen. Zudem wird in Deutschland eine fünfprozentige Steuer auf Sportwetten und Spieleinsätze erhoben, was bereits in der Vergangenheit dazu führte, dass viele Anbieter die Gewinnquoten anpassten oder die Steuer direkt vom Einsatz abzogen.

Deutsche Spieler sollten darauf achten, ausschließlich bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Lizenzen garantieren zwar ein hohes Schutzniveau, führen aber aufgrund der Steuerlast oft zu rechnerisch niedrigeren Auszahlungsquoten im Vergleich zu Schwarzmarkt-Anbietern ohne Lizenz. Die Entwicklung bei bet-at-home zeigt, dass legale Anbieter kaum Spielraum für großzügige Bonusangebote haben, wenn der Staat die Steuerschraube anzieht.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die GGL-lizenzierten Anbieter stehen unter einem enormen wirtschaftlichen Beobachtungsdruck. Wenn große Marken wie bet-at-home bereits in Nachbarmärkten wie Österreich mit massiven Verlusten kämpfen, steigen die Sorgen, dass auch in Deutschland weitere regulatorische Verschärfungen die Profitabilität gefährden könnten. Die strikte Einhaltung des Spielerschutzes und die Anbindung an Systeme wie OASIS und LUGAS verursachen laufende Kosten, die bei sinkenden Umsätzen schwerer zu decken sind. Anbieter müssen daher verstärkt in Technologie investieren, um die Effizienz zu steigern, wie es bet-at-home durch die Kooperation mit Fast Track vormacht. Wer sich nicht an die GGL-Vorgaben hält, riskiert nicht nur den Entzug der Lizenz, sondern verliert in einem zunehmend transparenten Markt auch das Vertrauen der sicherheitsbewussten Kunden.

Häufige Fragen

Warum sank der Umsatz von bet-at-home im ersten Halbjahr 2026?

Der Hauptgrund war die Erhöhung der österreichischen Wettsteuer von zwei auf fünf Prozent. Diese Mehrkosten wurden an die Kunden weitergegeben, woraufhin die Nutzeraktivität spürbar zurückging.

Wie hoch waren die finanziellen Verluste des Unternehmens?

Das EBITDA von bet-at-home drehte von einem Gewinn von 2,3 Millionen Euro in einen Verlust von 1,8 Millionen Euro. Der Bruttoumsatz fiel im gleichen Zeitraum auf 24,3 Millionen Euro.

Hatte die Fußball-Weltmeisterschaft einen Einfluss auf die Zahlen?

Ja, die Weltmeisterschaft wirkte sich im zweiten Quartal 2026 positiv auf den Umsatz aus. Dieser Effekt reichte jedoch nicht aus, um die durch Steuern bedingten Rückgänge im gesamten Halbjahr auszugleichen.

Welche neuen Partnerschaften hat bet-at-home geschlossen?

Im Juli 2026 ging der Anbieter eine Kooperation mit Fast Track ein. Ziel dieser Partnerschaft ist es, die Bindung der Spieler durch modernere Engagement-Lösungen zu verbessern.

Sind deutsche Spieler von den Steuererhöhungen in Österreich betroffen?

Nein, die Steueränderung betrifft nur den österreichischen Markt. In Deutschland gelten weiterhin die Bestimmungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 mit eigenen Steuersätzen und strengen GGL-Vorgaben zum Spielerschutz.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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