US-Staaten bremsen Online-Casino-Pläne: Massachusetts und Ohio zögern
KI-GENERIERTTrotz des Erfolgs von Sportwetten stoßen Online-Casinos in Massachusetts, Ohio und Virginia auf Widerstand. Derzeit bieten erst acht US-Staaten wie Michigan und New Jersey legales iGaming an.
Die Goldgräberstimmung auf dem US-amerikanischen Glücksspielmarkt scheint vorerst einen Dämpfer erhalten zu haben. Während Online-Sportwetten nach dem Fall des PASPA-Urteils wie Pilze aus dem Boden schossen, zeigt sich bei der Legalisierung von Online-Casinos ein deutlich zögerlicheres Bild. In den wichtigen Bundesstaaten Massachusetts, Ohio und Virginia haben Gesetzgeber nun signalisiert, dass sie den Prozess zur Einführung von iGaming deutlich verlangsamen werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von der Sorge um stationäre Casinos bis hin zu komplexen Fragen des Verbraucherschutzes.
Es herrscht eine spürbare Skepsis in den Parlamenten. Politiker wie der Abgeordnete Brian Stewart aus Ohio, Senator Jeremy McPike aus Virginia und David Muradian aus Massachusetts haben in einer Expertenrunde klargestellt, dass die Hürden für Online-Casinos deutlich höher liegen als bei Sportwetten. Oft wird New Jersey als Paradebeispiel herangezogen, wo Online- und Offline-Glücksspiel scheinbar harmonisch nebeneinander existieren und wachsen. Doch dieses Argument zieht nicht bei allen. Viele Entscheidungsträger fürchten, dass die Umsätze der prunkvollen Casino-Resorts vor Ort einbrechen könnten, wenn Spieler bequem von der Couch aus auf Slots und Blackjack zugreifen können.
Zahlen und Fakten
Stand September 2026 haben lediglich acht US-Bundesstaaten den Schritt gewagt und Online-Casinos vollständig legalisiert. Dazu gehören Connecticut, Delaware, Michigan, New Jersey, Pennsylvania, Rhode Island, Maine und West Virginia. In diesen Märkten zeigen sich jedoch die finanziellen Vorteile für den Staatsschatz. In Pennsylvania, New Jersey, Michigan und West Virginia fließen die Steuereinnahmen aus dem iGaming direkt in Bildungsprogramme, Grundsteuerentlastungen, Gesundheitsdienste und Seniorenprogramme. Dennoch bleibt die Expansion mühsam.
„Die Ausweitung von Online-Casinos ist in vielen Landeshäusern immer noch schwer zu vermitteln. Die Sorgen um die Einnahmen der stationären Casinos und den Verbraucherschutz bremsen die Dynamik aus." - Brian Stewart, Repräsentant im Bundesstaat Ohio
Die Unterschiede zwischen den Staaten sind gewaltig. Während in Arizona zwar Sportwetten seit 2021 erlaubt sind, gibt es dort derzeit kein Interesse der Ureinwohner-Stämme oder der Legislative an Online-Casinos. In Staaten wie Alabama oder Alaska gibt es hingegen nicht einmal kommerzielle Casinos oder legale Sportwetten, was eine Einführung von iGaming in weite Ferne rückt.
Hintergrund
Der Widerstand in Massachusetts und Ohio ist besonders bemerkenswert, da beide Staaten eigentlich als progressiv im Bereich Glücksspiel gelten. Doch die politische Realität sieht anders aus. Die Gesetzgeber betonen, dass jeder Staat einen einzigartigen Markt besitzt, der nicht einfach mit dem Modell von New Jersey vergleichbar ist. Besonders der Schutz von Arbeitsplätzen in den großen Resort-Casinos steht im Fokus der Debatten. Man möchte verhindern, dass die Milliarden-Investitionen in Gebäude und Infrastruktur durch eine digitale Konkurrenz entwertet werden.
Zudem spielt der Spielerschutz eine zentrale Rolle. In den USA wird kritisch beobachtet, wie die schnelle Verfügbarkeit von Casinospielen auf dem Smartphone das Suchtpotenzial beeinflusst. Während Sportwetten oft als soziales Ereignis oder begleitendes Element zu Sportereignissen gesehen werden, gilt das reine Casinospiel als riskanter. Die Gesetzgeber fordern daher erst strengere Rahmenbedingungen, bevor sie grünes Licht für Apps von Anbietern wie DraftKings, FanDül oder BetMGM geben.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation in den USA ein interessantes Spiegelbild der heimischen Regulierung. Während in den USA noch über die grundsätzliche Erlaubnis gestritten wird, hat Deutschland mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) bereits Fakten geschaffen. Deutsche Spieler müssen sich jedoch an deutlich strengere Regeln halten als ihre US-amerikanischen Pendants in den legalen Staaten. Hierzulande gilt ein striktes Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Spielautomaten und ein monatliches anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das LUGAS-System überwacht wird.
In den USA sind solche harten Limits bisher kaum verbreitet. Dort setzen die Betreiber eher auf freiwillige Selbstbeschränkungen. Deutsche Spieler, die in einem von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) lizenzierten Casino spielen, genießen eine rechtliche Sicherheit, die in vielen US-Bundesstaaten aufgrund der Blockadehaltung der Politiker noch völlig fehlt. Wer in Deutschland spielt, sollte zwingend auf die Whitelist der GGL achten, um sicherzustellen, dass Steuern gezahlt werden und der Spielerschutz gewährleistet ist.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Anbieter mit einer deutschen GGL-Lizenz bedeutet die langsame Entwicklung in den USA, dass der Fokus weiterhin auf dem europäischen Markt bleibt. Während große US-Konzerne wie DraftKings oder MGM viel Kapital in den heimischen Markt investieren wollten, könnten die regulatorischen Verzögerungen dazu führen, dass diese Player ihre Expansionsstrategien überdenken. Deutsche lizenzierte Casinos können hier durch Stabilität punkten. Da der deutsche Markt bereits reguliert ist, besteht für Spieler hier eine Klarheit, die US-Bürger in Ohio oder Virginia schmerzlich vermissen.
Die GGL-Casinos müssen sich weiterhin strikt an die Werbevorgaben und die Trennung der Spielformen halten. Während in den USA oft Cross-Selling zwischen Sportwetten und Casino forciert wird, ist dies in Deutschland strenger reglementiert. Die Zögerlichkeit der US-Politiker bestätigt indirekt den deutschen Weg: Sicherheit und Kontrolle gehen vor schnellem Marktwachstum.
Häufige Fragen
Welche US-Staaten haben Online-Casinos aktuell legalisiert?
Bis September 2026 haben acht Staaten Online-Casinos erlaubt: Connecticut, Delaware, Michigan, New Jersey, Pennsylvania, Rhode Island, Maine und West Virginia. In diesen Regionen können Nutzer legal auf Apps von Anbietern wie DraftKings oder BetMGM zugreifen.
Warum verzögert sich die Legalisierung in Ohio und Massachusetts?
Die Gesetzgeber dort äußern Bedenken hinsichtlich der Kannibalisierung stationärer Casinos und fordern besseren Verbraucherschutz. Sie betonen, dass jeder Bundesstaat individuelle Marktbedingungen hat, die nicht einfach von New Jersey kopiert werden können.
Wofür werden die Steuereinnahmen aus iGaming in den USA verwendet?
In Bundesstaaten wie Pennsylvania und Michigan fließen die Einnahmen direkt in öffentliche Projekte. Dazu zählen insbesondere Bildung, Programme für Senioren, Gesundheitsdienste und die Entlastung bei der Grundsteuer.
Wie unterscheidet sich die Lage von Online-Casinos in Deutschland?
In Deutschland sind Online-Casinos seit dem GlüStV 2021 bundesweit unter strengen Auflagen legal, während in den USA jeder Staat einzeln entscheidet. Deutsche Spieler unterliegen zudem harten Limits wie dem 1-Euro-Einsatzlimit und der zentralen Überwachung durch das LUGAS-System, sofern sie bei GGL-lizenzierten Anbietern spielen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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