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Regulierung

Montenegro lehnt Abstandsregel von 80 Metern für Wettbüros ab

3. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Montenegro lehnt Abstandsregel von 80 Metern für Wettbüros abKI-GENERIERT

Die montenegrinische Regierung stellt sich gegen eine neue 80-Meter-Abstandsregel für Glücksspielstätten. Seit August 2025 wurden bereits 40 illegale Geräte beschlagnahmt.

Die politische Debatte um die Regulierung des stationären Glücksspiels in Montenegro erreicht einen neuen Höhepunkt. Die Regierung des Balkanstaates hat sich offiziell gegen einen Änderungsvorschlag ausgesprochen, der striktere räumliche Trennungen für Wettbüros und Lotterieannahmestellen vorsah. Dieser Vorstoß, der von den Abgeordneten Vaso Obradovic und Milica Rondovic von der Partei Neue Serbische Demokratie eingebracht wurde, zielte darauf ab, eine Pufferzone zwischen den Eingängen von Glücksspielstätten zu etablieren. Konkret ging es um eine Distanz von mindestens 80 Metern, gemessen in einer Luftlinie.

Obwohl die Intention hinter dem Vorschlag der Schutz der sozialen Umgebung und der Jugend war, sieht die Regierung in der praktischen Umsetzung massive Probleme. Der Kernpunkt der Ablehnung liegt in einer Ungleichbehandlung der Marktteilnehmer. Während neue Betreiber gezwungen wären, mühsam nach Standorten zu suchen, die diese 80-Meter-Hürde erfüllen, sollten bereits bestehende Wettbüros von der Regelung ausgenommen werden. Das Finanzministerium argumentiert, dass dies den Wettbewerb verzerren würde, ohne die Gesamtzahl der Spielstätten effektiv zu reduzieren. Bestehende Unternehmen könnten so ihre lukrativen Plätze in belebten Gegenden zementieren, während der Markteintritt für Konkurrenten fast unmöglich gemacht würde.

Zahlen und Fakten

Ein Blick auf die aktuellen Durchsetzungszahlen zeigt, dass Montenegro bereits einen harten Kurs gegen illegales Glücksspiel fährt. Seit das neue Glücksspielgesetz im August 2025 in Kraft getreten ist, haben die Behörden eine beachtliche Bilanz vorzuweisen. Die Inspektoren waren landesweit aktiv und konzentrierten sich auf Hotspots wie Podgorica, Tuzi, Niksic, Bar, Ulcinj, Bijelo Polje und Berane. In diesem Zeitraum wurden laut Ministerium insgesamt 40 illegale Spielautomaten und Wettterminals beschlagnahmt. Diese Razzien verdeutlichen, dass das Problem weniger in der räumlichen Nähe legaler Geschäfte züinander liegt, sondern vielmehr in der Ausbreitung nicht lizenzierter Angebote.

Die Behörden stießen bei ihren Kontrollen zudem auf technische Manipulationen. Es wurde Software entdeckt, die eigentlich für klassische Casino- und Slot-Spiele gedacht ist, aber über einfache Wettterminals in Sportbars oder Cafés angeboten wurde. Solche Praktiken sind in Montenegro streng untersagt und führen zu sofortigen Sanktionen. Auch Verstöße gegen Werbeverbote und mangelhafte Kontrollen zur Bekämpfung von Geldwäsche standen im Fokus der Ermittler. Besonders kritisch bewertete das Ministerium Fälle, in denen Minderjährigen der Zugang zu Wetten ermöglicht wurde.

Hintergrund

Die Abgeordneten Obradovic und Rondovic verteidigten ihren Vorschlag als notwendigen Schritt zur mittelfristigen Reduzierung von glücksspielbedingten Schäden. Sie argumentierten, dass eine geringere Dichte an Spielstätten den Reiz für junge Menschen mindern würde. Das Finanzministerium hält dem entgegen, dass die Zahl der Glücksspielorte in den letzten drei Jahren ohnehin kontinuierlich gesunken sei. Zwar wurden keine exakten Gesamtzahlen für das ganze Land genannt, doch der Trend zeige nach unten. Die Regierung vertritt die Ansicht, dass eine konsequente Anwendung der bestehenden Gesetze wirksamer sei als willkürliche Abstandsregeln, die den Bestandsschutz für Alt-Betreiber garantieren.

„Die Maßnahme würde den Markteintritt für neue Betreiber erschweren, während etablierte Unternehmen ihre Standorte an kommerziell wertvollen Plätzen behalten könnten, was den Wettbewerb verzerrt.“ - Finanzministerium Montenegro, Offizielle Stellungnahme

Das letzte Wort ist in dieser Angelegenheit jedoch noch nicht gesprochen. Da der Vorschlag Teil eines umfassenderen Glücksspielpakets ist, liegt die Entscheidung nun beim Parlament. Die Abgeordneten haben das Recht, die negative Stellungnahme der Regierung zu ignorieren und die 80-Meter-Regel dennoch zu verabschieden. Das Paket umfasst zudem weitere Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Marktes, die im politischen Spektrum weitgehend unumstritten sind.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler, die sich im regulierten Markt bewegen, klingen solche Debatten vertraut, da der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) ähnliche Hürden vorsieht. In Deutschland gibt es ebenfalls strenge Abstandsregeln, die jedoch je nach Bundesland variieren und oft deutlich strenger sind als die in Montenegro diskutierten 80 Meter. Der entscheidende Unterschied ist jedoch die konsequente Durchsetzung durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Deutsche Spieler sollten ausschließlich bei Anbietern spielen, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen.

In Deutschland gelten strikte Limits: Spieler dürfen maximal 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg einzahlen, was durch das LUGAS-System überwacht wird. Zudem gibt es das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Spielautomaten. Während Montenegro noch über den Bestandsschutz für alteingesessene Wettshops streitet, ist das deutsche System auf einen digitalen, zentralisierten Spielerschutz ausgelegt. Anbieter ohne deutsche Lizenz, oft aus Malta oder Curacao, bieten diesen Schutz nicht und sind in Deutschland illegal. Wer sich für lizenzierte Angebote entscheidet, genießt die Sicherheit staatlicher Aufsicht und garantierter Auszahlungen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Diskussionen in Montenegro zeigen, wie wichtig ein fairer Wettbewerb bei gleichzeitiger strenger Aufsicht ist. Für Betreiber mit einer GGL-Lizenz in Deutschland bedeutet dies Planungssicherheit. Im Gegensatz zum montenegrinischen Modell, wo neue Regeln eventuell nur Neulinge treffen, gelten in Deutschland die Regeln des GlüStV 2021 für alle gleichermaßen. Das sorgt für ein transparentes Marktumfeld. Die GGL überwacht nicht nur die Einhaltung der technischen Richtlinien, sondern sorgt auch dafür, dass illegale Anbieter durch Netzsperren oder Zahlungsblockaden vom Markt gedrängt werden. Der Fokus liegt hierbei klar auf dem digitalen Raum, während Montenegro derzeit noch stark mit physischen Wettterminals in Städten wie Ulcinj oder Bijelo Polje zu kämpfen hat.

Häufige Fragen

Warum lehnt die montenegrinische Regierung die 80-Meter-Regel ab?

Die Regierung befürchtet eine Wettbewerbsverzerrung, da die Regel nur für neue Wettshops gelten würde. Etablierte Betreiber dürften ihre Standorte behalten, was ihren Marktwert ungerechtfertigt schützen würde.

Wie viele illegale Geräte wurden in Montenegro beschlagnahmt?

Seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes im August 2025 haben Inspektoren 40 illegale Spielautomaten und Wettterminals konfisziert. Die Einsätze fanden in mehreren Städten wie Podgorica, Bar und Niksic statt.

Welche Verstöße wurden bei den Kontrollen in Montenegro festgestellt?

Neben illegalen Geräten wurden Verstöße gegen Werbevorschriften und mangelhafte Geldwäsche-Kontrollen festgestellt. Zudem gab es Fälle, in denen Minderjährige an Wetten teilnehmen konnten.

Gibt es ähnliche Abstandsregeln für Glücksspiel in Deutschland?

Ja, in Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 Mindestabstände für Spielhallen und Wettvermittlungsstellen. Diese sind oft deutlich strenger und dienen dem Ziel, die Verfügbarkeit von Glücksspiel einzuschränken.

Worauf müssen deutsche Spieler bei der Auswahl eines Casinos achten?

Spieler in Deutschland sollten nur bei Anbietern spielen, die eine Lizenz der GGL besitzen und auf der Whitelist stehen. Nur dort greifen Schutzmaßnahmen wie das 1.000-Euro-Einzahlungslimit und das LUGAS-Kontrollsystem.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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