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Regulierung

Neuseeland verbietet Deepfakes: KI-Promis in der Casino-Werbung gestoppt

3. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Neuseeland verbietet Deepfakes: KI-Promis in der Casino-Werbung gestopptKI-GENERIERT

Neuseeland geht gegen betrügerische Glücksspielwerbung vor und untersagt KI-generierte Promi-Gesichter. Verstöße gegen die neuen Werberegeln kosten bis zu 4,3 Millionen Euro.

Neuseeland setzt ein deutliches Zeichen gegen die Schattenseiten der künstlichen Intelligenz im Glücksspielsektor. Die Regierung des Inselstaates hat eine weitreichende Verschärfung der Werberichtlinien für Online-Casinos implementiert, die insbesondere den Einsatz von Deepfakes und synthetischen Influencern unterbindet. Während sich das Land darauf vorbereitet, seinen Glücksspielmarkt zu regulieren und insgesamt 15 Lizenzen an zugelassene Betreiber zu vergeben, wächst die Sorge vor kriminellen Maschen, die unbedarfte Nutzer in die Falle locken. Die neuen Regeln zielen darauf ab, den Wildwuchs an betrügerischen Angeboten einzudämmen, bevor der offizielle Marktstart vollzogen ist.

Das Department of Internal Affairs (DIA) beobachtet eine gefährliche Entwicklung, bei der prominente Gesichter und bekannte Stimmen mittels KI-Software nachgeahmt werden. Diese synthetischen Darstellungen lassen dubiose Glücksspielangebote legitim erscheinen und verleiten Konsumenten dazu, sensible Finanzdaten preiszugeben. Die Behörden betonen, dass es sich hierbei nicht um Kavaliersdelikte handelt, sondern um gezielten Betrug zur Erlangung persönlicher Informationen oder zum direkten Diebstahl von Geldbeträgen. Der Schutz der Verbraucher steht bei diesen Maßnahmen an oberster Stelle, um das Vertrauen in den kommenden legalen Markt nicht von vornherein zu untergraben.

Zahlen und Fakten

Die Tragweite der neuen Regulierungen wird durch die angedrohten Strafen deutlich. Unternehmen, die gegen die Werbeverbote verstoßen, müssen mit zivilrechtlichen Sanktionen von bis zu 5 Millionen neuseeländischen Dollar rechnen, was etwa 4,3 Millionen Euro entspricht. Ein konkretes Negativbeispiel für den Missbrauch von KI war eine Werbekampagne für eine App namens Māori Game. Hier wurden die TVNZ-Moderatorin Jenny-May Clarkson und eine KI-Version des bekannten Filmemachers Taika Waititi gezeigt, obwohl beide Personen niemals ihre Zustimmung gegeben hatten oder an dem Projekt beteiligt waren.

Ab Dezember müssen zudem alle Betreiber, die keine Lizenz für ein Online-Casino beantragt haben, ihren Betrieb in Neuseeland komplett einstellen. Die Behörden haben bereits im Juli mit der Umsetzung der neuen Restriktionen begonnen, nachdem Ministerin Brooke van Velden entsprechende Empfehlungen erhalten hatte. Die Regelungen besagen unter anderem, dass Werbung für Online-Casinos während Live-Übertragungen sowie in einem Zeitraum von 30 Minuten davor und danach strikt untersagt ist. Sport- und Rennwetten unterliegen hingegen dem Online Casino Gambling Act nicht in gleicher Weise, was für eine klare Trennung der Spielformen sorgt.

Hintergrund

Die Entscheidung, KI-generierte Endorsements zu verbieten, resultiert aus einer rechtlichen Grauzone. Bisherige Werbevorschriften gingen davon aus, dass für eine Werbebotschaft eine reale Person bezahlt werden muss. Da eine KI jedoch keine natürliche Person ist, nutzten findige Anbieter dieses Schlupfloch aus, um ohne echte Verträge mit Prominenten zu werben. Die Department of Internal Affairs sieht darin ein massives Risiko für die Manipulation von jüngeren Zielgruppen, insbesondere der Generation Z, die stark auf soziale Medien und Influencer reagiert. Synthetische Influencer können so programmiert werden, dass sie eine perfekte, aber falsche Glaubwürdigkeit ausstrahlen.

„Diese KI-Empfehlungen – einschließlich synthetischer Influencer, Deepfakes und anderer auf Ähnlichkeit basierender Darstellungen – werden international zunehmend eingesetzt und wurden bereits in Neuseeland beobachtet, was Risiken für die Täuschung von Verbrauchern birgt und zu Glücksspielschäden beiträgt.“ - Briefing des Department of Internal Affairs

Ben Gamboni, der stellvertretende Direktor für Glücksspiel beim Department of Internal Affairs, warnt eindringlich vor der Gefahr des Identitätsdiebstahls. Er forderte die Öffentlichkeit dazu auf, verdächtige Anzeigen zu dokumentieren.

„Es ist einfach ein Betrug und ein Weg, um an Ihre Daten zu kommen, entweder für Identitätsdiebstahl oder um einfach das Geld aus Ihrer Brieftasche zu stehlen.“ - Ben Gamboni, Deputy Director of Gambling beim Department of Internal Affairs

Was heißt das für deutsche Spieler?

In Deutschland ist die Situation durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) bereits sehr eng gefasst. Deutsche Spieler sollten sich darüber im Klaren sein, dass Werbung, die zu gut klingt, um wahr zu sein, oft eine Falle darstellt. Während Neuseeland erst jetzt spezifische KI-Verbote einführt, überwacht die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Deutschland den Markt bereits mit strengen Augen. Wer in Deutschland spielt, ist nur in Casinos sicher, die auf der offiziellen GGL-Whitelist stehen. Dort greifen Schutzmechanismen wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots. Zudem sorgt das LUGAS-System für eine spielübergreifende Überwachung der Limits, um Spielsucht vorzubeugen. Deepfakes von deutschen Promis für illegale Casinos tauchen zwar auch hierzulande auf Social Media auf, sind aber durch die hiesige Rechtslage bereits illegal.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Anbieter mit einer deutschen Lizenz der GGL bedeutet die globale Entwicklung im Bereich KI vor allem eines: Wachsamkeit. Seriöse Betreiber setzen niemals auf zwielichtige Deepfakes, sondern auf transparente Kommunikation. In einem regulierten Markt wie Deutschland, in dem Werbung ohnehin stark eingeschränkt ist, fungiert die GGL als Schutzschild. Anbieter ohne Lizenz aus MGA- oder Curacao-Regionen versuchen oft, die strengen deutschen Regeln zu umgehen und nutzen dabei ähnliche Methoden wie die nun in Neuseeland verbotenen Betrüger. Deutsche Spieler fahren am sichersten, wenn sie Angebote ignorieren, die mit KI-generierten Versprechen locken, und stattdessen ausschließlich bei lizenzierten Anbietern spielen, die den deutschen Jugend- und Spielerschutz ernst nehmen.

Häufige Fragen

Sind KI-generierte Casino-Promis in Neuseeland nun verboten?

Ja, die Regierung hat den Einsatz von synthetischen Stimmen und Gesichtern (Deepfakes) für Glücksspielwerbung untersagt. Dies soll verhindern, dass Nutzer durch täuschend echte Fakes von Prominenten in die Falle gelockt werden.

Welche Strafen drohen Unternehmen bei Verstößen gegen die neuen Regeln?

Betreiber, die gegen das Werbeverbot verstoßen, müssen mit zivilrechtlichen Strafen von bis zu 5 Millionen neuseeländischen Dollar rechnen. Das entspricht etwa 4,3 Millionen Euro nach aktuellem Stand.

Warum ist Deepfake-Werbung für Glücksspiel gefährlich?

Solche Anzeigen nutzen das Vertrauen in bekannte Personen aus, um Nutzer auf betrügerische Webseiten zu locken. Dort besteht die Gefahr von Identitätsdiebstahl und dem Verlust von eingezahltem Geld.

Wie viele Lizenzen vergibt Neuseeland für seinen neuen Online-Markt?

Die Regierung bereitet die Öffnung des Marktes vor und sieht insgesamt 15 Lizenzen für zugelassene Betreiber vor. Alle nicht lizenzierten Anbieter müssen den Betrieb bis Dezember einstellen.

Was sollten deutsche Spieler bei Casino-Werbung mit Promis beachten?

In Deutschland darf nur für Casinos geworben werden, die eine GGL-Lizenz besitzen und auf der Whitelist stehen. Spieler sollten bei Promi-Werbung auf Social Media skeptisch sein und prüfen, ob das Casino die strengen Regeln des GlüStV 2021 einhält.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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