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Neuseeland verbietet Windhunderennen: 60 Millionen Dollar für das Branchen-Aus

1. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Neuseeland verbietet Windhunderennen: 60 Millionen Dollar für das Branchen-Aus

Nach Jahrzehnten stellt Neuseeland kommerzielle Windhunderennen ein. Ein Übergangsfonds von 60 Millionen NZ-Dollar soll das Tierwohl sichern.

In Neuseeland weht ein frischer Wind durch die Sportwetten-Landschaft. Die Regierung hat den Schlussstrich unter eine jahrzehntelange Tradition gezogen und kommerzielle Windhunderennen offiziell verboten. Bereits am 31. Juli fand das letzte Rennen auf heimischem Boden statt, nur einen Tag bevor das gesetzliche Verbot am 1. August 2026 formal in Kraft tritt. Dieser Schritt ist das Ergebnis eines langen politischen Prozesses, bei dem am Ende der Tierschutz schwerer wog als die wirtschaftlichen Interessen einer schrumpfenden Branche. Es ist eine Entscheidung, die zeigt, dass staatliche Regulierung dort eingreifen muss, wo ethische Standards dauerhaft unterschritten werden.

Die Nachricht schlug hohe Wellen, doch sie kommt nicht überraschend. Schon im April passierte die entsprechende Gesetzgebung das Parlament, getragen von einer breiten Allianz über alle Parteigrenzen hinweg. Die Regierung hatte bereits Ende 2024 signalisiert, dass Reformversuche der Rennsportbehörden nicht gefruchtet hatten. Statt kosmetischer Korrekturen am Regelwerk entschied man sich für den kompletten Ausstieg. Es geht hierbei nicht nur um das Ende einer Sportart, sondern um die geordnete Abwicklung eines ganzen Wirtschaftszweiges, bei der vor allem das Schicksal der Tiere im Mittelpunkt steht.

Zahlen und Fakten

Das Ausmaß der Transformation lässt sich an harten Fakten festmachen. Für den Übergangsprozess stellt TAB New Zealand insgesamt 60 Millionen NZ-Dollar bereit, was etwa 35 Millionen US-Dollar entspricht. Wichtig ist hierbei die Herkunft der Gelder: Laut Rennsportminister Winston Peters wird kein einziger Cent an Steuergeldern fließen. Stattdessen wird Kapital verwendet, das ursprünglich direkt in die Rennförderung geflossen wäre. Mit diesem Geld sollen rund 1.400 Windhunde in neue Familien vermittelt werden. Die eigens gegründete Greyhound Transition Agency übernimmt dabei die Federführung.

„Drei unabhängige Prüfungen im letzten Jahrzehnt haben ergeben, dass die Todes- und Verletzungsraten ein Niveau erreicht haben, das als inakzeptabel gilt.“ - Winston Peters, Rennsportminister Neuseeland

Die neue Agentur ist nicht nur für die Vermittlung der Hunde zuständig, sondern unterstützt auch Besitzer und Trainer finanziell, die sich während der Übergangsphase um die Tiere kümmern. Geplant ist, dass die Greyhound Transition Agency mindestens bis Juli 2029 aktiv bleibt. Sollte die Vermittlung der über tausend Hunde mehr Zeit in Anspruch nehmen, kann das Mandat um weitere zwei Jahre verlängert werden. Dies unterstreicht den Fokus auf das Tierwohl, der über die reine Schließung der Rennbahnen hinausgeht.

Hintergrund

Warum nun das endgültige Aus? Über Jahre hinweg versuchte die Branche, durch Reformen die Sicherheit der Hunde zu erhöhen. Doch die Statistiken sprachen eine andere Sprache. Die erwähnten Berichte zeigten auf, dass die Risiken für die Tiere systemimmanent schienen. Knochenbrüche, schwere Stürze und Einschläferungen gehörten zum grausamen Alltag auf den Rennbahnen. Mit dem neuen Gesetz werden nun alle Vermögenswerte und Verantwortlichkeiten von Greyhound Racing New Zealand auf die staatliche Übergangsbehörde übertragen. Die Rennclubs werden schrittweise abgewickelt, um eine geordnete Schließung zu garantieren.

Interessant ist die Regelung für Wettfreunde: Obwohl in Neuseeland keine Hunde mehr um die Wette laufen dürfen, ist das Platzieren von Wetten auf internationale Windhunderennen über TAB NZ weiterhin gestattet. Gleichzeitig verbietet das Gesetz ausländischen Wettanbietern strikt, Kunden aus Neuseeland Wetten für diesen Sport anzubieten. Man möchte so den Markt kontrollieren und verhindern, dass unregulierte Offshore-Anbieter die Lücke füllen, die durch das Verbot der heimischen Rennen entsteht.

Was heißt das für deutsche Spieler?

In Deutschland ist die Situation vergleichbar streng, wenn auch aus anderen Gründen. Windhunderennen spielen im deutschen Wettmarkt unter dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) faktisch keine Rolle im Vergleich zu Fußball oder Tennis. Wer in Deutschland legal wetten oder spielen möchte, muss sich an Anbieter halten, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Whitelist ist das einzige Siegel für Sicherheit und Legalität. Deutsche Spieler profitieren hier von einem Einzahlungslimit von maximal 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, das durch das LUGAS-System überwacht wird.

Der neuseeländische Fokus auf den Tierschutz spiegelt den Trend wider, dass Glücksspielangebote immer stärker an gesellschaftliche Akzeptanz gebunden sind. In Deutschland äußert sich dies vor allem im Spielerschutz. Wer versucht, bei illegalen Curacao- oder MGA-Anbietern ohne deutsche Lizenz auf Windhunde zu wetten, begibt sich in Gefahr. Diese Anbieter umgehen oft das 1 Euro Limit pro Spin bei Slots und bieten keinen Schutz durch das OASIS-Sperrsystem. Die Entscheidung in Neuseeland zeigt deutlich, dass staatliche Behörden bereit sind, ganze Marktsegmente zu schließen, wenn der Schutz der Schwächeren, seien es Tiere oder spielsuchtgefährdete Menschen, nicht mehr gewährleistet ist.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber von Online Casinos und Wettportalen mit GGL-Lizenz bedeutet die Entwicklung in Neuseeland vor allem eines: Rechtssicherheit durch strikte Einhaltung von Regeln. Seriöse Anbieter in Deutschland konzentrieren sich auf den legalen Rahmen. Da Windhunderennen hierzulande kaum Relevanz haben, hat das Verbot in Übersee keine direkten Auswirkungen auf das Portfolio deutscher GGL-Casinos. Dennoch dient es als Mahnung, dass regulatorische Änderungen oft radikal ausfallen können, wenn Branchen ihre Selbstverpflichtungen nicht erfüllen. Transparenz und die Kooperation mit der GGL sind für deutsche Betreiber die einzige Basis für langfristigen Erfolg.

Häufige Fragen

Wann tritt das Verbot für Windhunderennen in Neuseeland offiziell in Kraft?

Das gesetzliche Verbot wird am 1. August 2026 rechtskräftig. Die letzten kommerziellen Rennen auf neuseeländischem Boden fanden jedoch bereits am 31. Juli statt, um den Übergang einzuleiten.

Wie wird das Übergangsprogramm finanziert?

Das Programm wird mit 60 Millionen NZ-Dollar von TAB New Zealand finanziert. Es werden keine Steuergelder verwendet, da Mittel genutzt werden, die zuvor direkt in den Rennbetrieb geflossen wären.

Was passiert mit den Hunden nach der Schließung der Branche?

Etwa 1.400 Windhunde sollen durch die Greyhound Transition Agency in neue Heime vermittelt werden. Die Agentur arbeitet dafür mit Expertenorganisationen zusammen und unterstützt die Besitzer der Tiere finanziell bis zur Adoption.

Darf man in Neuseeland weiterhin auf Windhunderennen wetten?

Wetten auf heimische Rennen sind komplett untersagt. Es ist jedoch weiterhin erlaubt, über den lizenzierten Anbieter TAB NZ Wetten auf Rennen zu platzieren, die im Ausland stattfinden.

Wie sicher sind Online-Wetten für Spieler in Deutschland?

Spieler in Deutschland sind nur bei Anbietern mit einer Lizenz der GGL sicher, da diese den GlüStV 2021 einhalten. Dies beinhaltet Schutzmaßnahmen wie das monatliche 1.000 Euro Einzahlungslimit und die Anbindung an die Sperrdatei OASIS.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:TAB New Zealand

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