Casino-Resort in Sasebo: Japan plant neue Bewerbungsrunde für 2027
KI-GENERIERTDie japanische Stadt Sasebo prüft eine erneute Bewerbung für ein integriertes Casino-Resort (IR), nachdem die Bewerbungsfrist für Mai 2027 offiziell bestätigt wurde.
In der japanischen Stadt Sasebo laufen die Vorbereitungen für eine mögliche Renaissance der Casino-Pläne auf Hochtouren. Bürgermeister Daisuke Miyajima erklärte kürzlich vor dem Stadtrat, dass die Verwaltung derzeit intensiv Informationen von potenziellen Betreibern und Branchenexperten sammelt. Das Ziel ist klar formuliert: Bis zum Ende des laufenden Fiskaljahres im März 2027 muss feststehen, ob Sasebo gemeinsam mit der Präfektur Nagasaki einen neuen Anlauf für ein sogenanntes Integrated Resort (IR) wagt. Die Zeit drängt, denn die japanische Zentralregierung hat das nächste Zeitfenster für Lizenzanträge bereits fest auf den Zeitraum vom 7. Mai bis zum 5. November 2027 terminiert.
Sasebo blickt auf eine wechselvolle Geschichte in diesem Sektor zurück. In der ersten Bewerbungsrunde scheiterte das Projekt, das ursprünglich auf einem Gelände direkt neben dem Huis Ten Bosch Themenpark geplant war. Damals war Casinos Austria International Japan Inc als privater Partner vorgesehen. Doch die nationalen Behörden in Tokio lehnten den Antrag im Dezember 2023 ab. Der Hauptgrund für das Aus waren erhebliche Zweifel an der Sicherheit der Finanzierungszusagen für das damals auf rund 438,3 Milliarden Yen (ca. 2,85 Milliarden US-Dollar) taxierte Vorhaben. Nun scheint sich der Wind jedoch zu drehen, da lokale Wirtschaftsverbände massiven Druck auf die Politik ausüben, um die Chance auf eine der zwei noch verfügbaren Lizenzen nicht verstreichen zu lassen.
Zahlen und Fakten
Das wirtschaftliche Potenzial der japanischen Glücksspiel-Liberalisierung ist gigantisch. Während optimistische Prognosen von einem jährlichen Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue, GGR) von bis zu 40 Milliarden US-Dollar ausgehen, kalkulieren vorsichtigere Experten immer noch mit rund 19 Milliarden US-Dollar allein im Spielbereich und weiteren 6 Milliarden US-Dollar durch Nicht-Glücksspiel-Aktivitäten. Zum Vergleich: Das bisher einzige genehmigte Projekt, das MGM Osaka, wird mit Investitionskosten von rund 1,51 Billionen Yen (etwa 10 Milliarden US-Dollar) kalkuliert und soll Ende 2030 seine Pforten öffnen. Bloomberg schätzt, dass allein dieses eine Resort jährlich rund 5,9 Milliarden US-Dollar an Spielumsätzen generieren könnte.
Der aktuelle Fahrplan sieht vor, dass die lokalen Regierungen ihre Partner aus dem Privatsektor sorgfältig auswählen müssen, bevor sie einen gemeinsamen Antrag stellen. In Sasebo hat die Industrie- und Handelskammer bereits im August ein offizielles Schreiben an den Bürgermeister übergeben, in dem die Wiederbelebung der Bemühungen gefordert wird. Gleichzeitig formiert sich in der nahegelegenen Stadt Omura eine Machbarkeitsstudiengruppe, die untersucht, ob Casino-Resorts auch außerhalb der großen Metropolregionen wirtschaftlich tragfähig sind.
Hintergrund
Die rechtliche Grundlage bildet das im Jahr 2018 verabschiedete Gesetz zur Umsetzung integrierter Resorts. Dieses erlaubt maximal drei Standorte in der ersten Phase. Da bisher nur Osaka den Zuschlag erhielt, sind zwei Lizenzen vakant. Gouverneur Ken Hirata von der Präfektur Nagasaki verhält sich bislang jedoch abwartend. Er betonte in der Vergangenheit, dass die Präfektur zunächst die Entwicklungen in Osaka beobachten müsse, bevor ein neuer verbindlicher Schritt unternommen wird. Die Vorsicht rührt vor allem daher, dass die strengen regulatorischen Anforderungen und die öffentliche Skepsis in der Vergangenheit bereits globale Giganten wie Las Vegas Sands zum Rückzug aus Japan bewogen haben.
„Ich bin glücklicher als jeder andere, dass dies geschieht. Es war kein einfacher Weg und wir werden weiterhin Herausforderungen sehen, bis und nachdem das Resort eröffnet.“ - Ed Bowers, CEO von MGM Resorts Japan
Diese Aussage von Ed Bowers zur Grundsteinlegung in Osaka verdeutlicht, wie komplex der Prozess in Japan ist. Für Sasebo bedeutet dies, dass ein neuer Partner nicht nur über das nötige Kapital, sondern auch über eine makellose Reputation und absolute Transparenz in der Finanzierung verfügen muss, um die Fehler des gescheiterten Nagasaki-Antrags von 2023 zu vermeiden.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Urlauber, die gerne in Casinos spielen, könnte Japan ab 2030 zu einem der weltweit attraktivsten Ziele werden. Dennoch bleibt die rechtliche Situation für Spieler in Deutschland davon unberührt. Während in Japan gigantische Land-Casinos entstehen, regelt hierzulande der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt. Deutsche Spieler müssen sich weiterhin an die strikten Regeln der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) halten. Dazu gehören das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde an virtuellen Spielautomaten. Japanische Casino-Resorts zielen vor allem auf den internationalen Tourismus ab, doch für den Alltag in Deutschland bleiben ausschließlich Casinos mit GGL-Lizenz die einzige legale und sichere Wahl. Anbieter mit Lizenzen aus Malta (MGA) oder Curacao verfügen in Deutschland über keine gültige Erlaubnis für Online-Slots oder Poker.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche lizenzierte Betreiber können von den Entwicklungen in Japan lernen, insbesondere was den Spielerschutz und die Integration von Unterhaltungsangeboten angeht. Die strengen Kontrollen der GGL-Whitelist stellen sicher, dass deutsche Spieler in einem geschützten Umfeld agieren, das weit über die Standards in vielen asiatischen Märkten hinausgeht. Das LUGAS-System und die OASIS-Sperrdatei sind weltweit einzigartige Werkzeuge, um Spielsucht präventiv zu begegnen. Während Japan versucht, den Spagat zwischen Milliardenumsätzen und strenger Regulierung zu meistern, hat Deutschland mit dem GlüStV 2021 bereits einen klaren Rahmen geschaffen, der Transparenz und Sicherheit priorisiert.
Häufige Fragen
Wann können sich Städte in Japan wieder für eine Casino-Lizenz bewerben?
Das nächste nationale Bewerbungsfenster öffnet am 7. Mai 2027 und schließt am 5. November 2027. In diesem Zeitraum können Präfekturen Anträge für die zwei verbleibenden Lizenzen einreichen.
Warum scheiterte der erste Casino-Antrag von Sasebo und Nagasaki?
Der Antrag wurde im Dezember 2023 von den nationalen Behörden abgelehnt, weil es erhebliche Zweifel an der Sicherheit und Gewissheit der Finanzierungsvereinbarungen des Projekts gab.
Wie teuer ist das geplante Casino-Projekt in Osaka?
Das MGM Osaka Resort wird auf Gesamtkosten von rund 1,51 Billionen Yen geschätzt, was etwa 10 Milliarden US-Dollar entspricht. Es ist das einzige bisher genehmigte Projekt und soll 2030 eröffnen.
Welches Umsatzpotenzial hat der japanische Glücksspielmarkt?
Analysten schätzen, dass der Markt nach einer vollständigen Etablierung jährliche Bruttospielerträge zwischen 19 Milliarden und 40 Milliarden US-Dollar generieren könnte, was Japan zu einem der größten Märkte weltweit machen würde.
Gilt die deutsche GGL-Lizenz auch für japanische Online-Anbieter?
Nein, die deutsche GGL-Lizenz ist streng auf Anbieter beschränkt, die in Deutschland legal operieren möchten und sich dem GlüStV 2021 unterwerfen. Japanische Resorts sind landgebunden; für Online-Glücksspiel in Deutschland sind ausschließlich auf der Whitelist stehende Anbieter legal.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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