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Regulierung

SBC Summit Tiflis 2026: Strategien für Osteuropa und Zentralasien im Fokus

23. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
SBC Summit Tiflis 2026: Strategien für Osteuropa und Zentralasien im Fokus

Mehr als 70 Experten diskutierten in Georgien über die Regulierung des Glücksspiels. Ein Highlight war das Regulatory Forum mit Teilnehmern aus der EU und den USA.

In der georgischen Hauptstadt Tiflis kamen Mitte Juli zahlreiche führende Köpfe der internationalen Glücksspielbranche zusammen. Im Sheraton Grand Tbilisi Metechi Palace drehte sich am 15. und 16. Juli 2026 alles um die wachsenden Märkte in Osteuropa und Zentralasien. Dass die Glücksspielwelt längst nicht mehr nur auf London oder Malta blickt, wurde in den Gesprächen deutlich. In Zusammenarbeit mit der Beratungsfirma SMH bot der Gipfel eine Plattform für Betreiber, Anbieter und Regulierungsbehörden, um über technologische Hürden und rechtliche Rahmenbedingungen zu sprechen.

Die Stimmung vor Ort war geprägt von einem intensiven Austausch über lokale Besonderheiten. Dass Georgien als Gastgeber gewählt wurde, ist kein Zufall, da das Land eine Brückenfunktion zwischen Europa und dem asiatischen Raum einnimmt. Besonders der direkte Zugang zu Entscheidungsträgern wurde von den Teilnehmern gelobt. Es ging nicht nur um die schiere Größe der Veranstaltung, sondern um die Tiefe der Diskussionen über Themen wie künstliche Intelligenz, Sport-Sponsoring und die Einbindung von neuen Technologien in bestehende Systeme.

Zahlen und Fakten

Über 70 Experten traten im Rahmen des Konferenzprogramms auf, um ihr Wissen zu teilen. Zu den prominentesten Sprechern gehörten Giorgi Gvenetadze, der operative Leiter (COO) von Flutter CEE, sowie Kaido Ulejev, CEO von Mindcraft. Auch technisches Know-how wurde großgeschrieben, etwa durch Denis Karpovich, den technischen Direktor von EGT Georgia. Ein besonderer Glanzpunkt war der Auftritt des ehemaligen Fußballstars Fernando Morientes, der über Führung und Fan-Engagement sprach.

Ein zentraler Bestandteil des Events war das spezialisierte Regulatory Forum. Hier trafen sich Vertreter verschiedener EU Staaten, der USA sowie aus Georgien und Zentralasien. Ziel war der Austausch über regulatorische Best Practices. Valerii Vyzhak vom National Gaming Business Council der Ukraine betonte die Relevanz dieser Treffen für die nationale Gesetzgebung. Er erklärte, dass frische Ideen direkt mit der ukrainischen Regierung diskutiert werden, um kluge Lösungen für den heimischen Markt zu finden.

„Es ist wirklich wichtig, frische Ideen zu bekommen. Es ist unsere Aufgabe, diese Ideen mitzunehmen und mit der ukrainischen Regierung zu diskutieren. Manchmal sind sie offen für kluge Lösungen, und was wir hier finden, sind kluge Lösungen." - Valerii Vyzhak, Vize-Vorsitzender für internationale Entwicklung, National Gaming Business Council (Ukraine)

Hintergrund

Schon im vierten Jahr behauptet sich der SBC Summit Tbilisi als fester Termin im Kalender. Der Fokus liegt klar auf Märkten, die sich derzeit in einer Transformationsphase befinden. Rasmus Sojmark, der Gründer und CEO von SBC, sieht die Veranstaltung als unverzichtbaren Treffpunkt. Es geht darum, die Akteure kennenzulernen, die diese speziellen Märkte aktiv gestalten, und die spezifischen Herausforderungen zu verstehen, vor denen sie stehen. Ein wichtiges Thema war dabei die unterschiedliche Geschwindigkeit der legalen Entwicklung in der Region.

Die rechtliche Klarheit ist oft Mangelware, wenn Gesetze sich schnell ändern oder noch in der Entwurfsphase stecken. Milica Delevic von Delewhite wies darauf hin, dass nicht alle Märkte zur gleichen Zeit wachsen. Deshalb sei es entscheidend, von Anwälten und Kollegen zu lernen, die ähnliche Prozesse bereits in anderen Ländern durchlaufen haben. Neben den großen Playern bekamen auch Startups eine Bühne, um ihre Innovationen direkt vor den Augen der Entscheidungsträger zu präsentieren. Networking-Events wie Pokerturniere und VIP-Dinner rundeten das Programm ab.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Obwohl Tbilisi weit weg scheint, haben solche Gipfel direkten Einfluss auf das Angebot in Deutschland. Wenn internationale Anbieter wie Flutter (zu denen Marken wie PokerStars gehören) über Marktstrategien sprechen, fließen diese Erkenntnisse in die Anpassung an deutsche Gesetze ein. In Deutschland gilt seit 2021 der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021), der sehr strenge Regeln vorsieht. Spieler müssen sich hierzulande mit Einsatzlimits von maximal 1 Euro pro Spin an virtuellen Automatenspielen abfinden. Zudem greift das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das zentrale LUGAS-System überwacht wird.

Diskussionen auf internationaler Ebene helfen dabei, die harten deutschen Regeln im Vergleich zu liberaleren oder noch unregulierten Märkten einzuordnen. Für den deutschen Spieler bedeutet das: Nur Casinos, die sich an diese strikten Vorgaben halten, sind legal. Der Austausch von Regulierungsbehörden beim Gipfel in Georgien sorgt langfristig dafür, dass Sperrsysteme wie OASIS oder Überwachungstools wie LUGAS technisch weiterentwickelt werden, da auch andere Länder Interesse an solchen Kontrollmechanismen zeigen. Sicherheit und Transparenz stehen dabei immer mehr im Vordergrund.

Was das für GGL-Casinos heißt

Casinos mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) profitieren indirekt von solchen Veranstaltungen, da technische Dienstleister und Software-Entwickler wie EvenBet Gaming oder Smartsoft dort neue Lösungen für Spielerschutz und Verifizierung vorstellen. Die GGL-Whitelist ist das einzige verlässliche Sicherheitsmerkmal für deutsche Kunden. Während auf internationalen Messen oft über Curacao- oder MGA-Lizenzen als Standard gesprochen wird, zeigen Veranstaltungen wie in Tiflis auch die wachsende Bedeutung staatlicher Regulierung auf nationaler Ebene.

Deutsche Anbieter müssen sicherstellen, dass sie keine unzulässige Werbung schalten und die Panik-Knopf-Funktion jederzeit bereitstellen. Wer bei einem Anbieter spielt, der nicht auf der offiziellen Liste der GGL steht, begibt sich in Gefahr, da Gewinne rechtlich nicht eingeklagt werden können und der Spielerschutz oft nur auf dem Papier existiert. Die Vernetzung der Behörden auf dem SBC Summit zeigt jedoch einen Trend: Die Branche bewegt sich weltweit weg vom grauen Markt hin zu klaren Lizenzmodellen, was langfristig die Position der seriösen deutschen Lizenznehmer stärkt.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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