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Paroli-Strategie: Die umgekehrte Martingale

30. Juli 202612 Minvon Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Schematische Darstellung der Paroli-Strategie mit Einsatzverdopplung nach einem Gewinn

Das Paroli-System gehört zu den ältesten bekannten Strategien in der Welt des Glücksspiels. Bereits im 16. Jahrhundert findet sich der Begriff im venezianischen Kartenspiel Basset wieder. Der lateinische Ursprung des Wortes leitet sich von par ab, was übersetzt gleich oder Ebenbürtiger bedeutet. In der Praxis steht die Methode für eine positive Progression. Spieler erhöhen ihren Einsatz nicht im Verlustfall, sondern ausschließlich nach einem erzielten Gewinn. Das Ziel besteht darin, eine Serie von Erfolgen maximal auszunutzen. Verluste beschränken sich im Gegenzug stets auf den ursprünglichen Grundeinsatz. Dieses Prinzip unterscheidet den Ansatz grundlegend von klassischen negativen Progressionen. Beim populären Martingale-System wird der Einsatz nach jedem Verlust verdoppelt. Dadurch wachsen die finanziellen Risiken bei Verlustserien exponentiell an. Paroli dreht den Spieß um. Die Strategie wird deshalb in Fachkreisen als umgekehrte Martingale bezeichnet. Wer nach System spielen möchte, sucht häufig nach Wegen zur Verlustminimierung. Paroli bietet eine klare Struktur. Es schützt das eigene Kapital in Phasen anhaltender Pechsträhnen. Gleichzeitig ermöglicht es kurzfristige Gewinnspitzen, wenn das Glück dem Spieler hold ist. Der folgende Ratgeber beleuchtet die mathematischen Grundlagen, die praktische Anwendung und die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland.

Grundprinzip und Abgrenzung zur Martingale

Die Mechanik hinter Paroli erscheint denkbar einfach. Vor Spielbeginn legt der Akteur eine fest definierte Basiseinheit fest. Dieser Betrag bildet das Fundament der gesamten Spielsitzung. Ein Beispiel veranschaulicht den Ablauf. Ein Spieler wählt einen Basiseinsatz von 10 Euro auf eine einfache Chance. Erzielt dieser Spieldurchgang einen Gewinn, wird der gesamte Ertrag zusammen mit dem ursprünglichen Einsatz im nächsten Schritt erneut gesetzt. Der Einsatz im zweiten Durchgang beträgt folglich 20 Euro. Gewinnt dieser erneut, steigt der Einsatz auf 40 Euro. Verliert der Spieler hingegen eine Runde, kehrt er sofort zum ursprünglichen Basiseinsatz von 10 Euro zurück. Der maximale Verlust pro Serie entspricht somit immer genau einer Basiseinheit. Im Gegensatz dazu erfordert das Martingale-System bei Verlusten eine Verdopplung. Wer dort mit 10 Euro startet und vier Runden verliert, hat bereits 150 Euro eingesetzt und riskiert im fünften Schritt 160 Euro. Ein solches Vorgehen führt rasch an Tischlimits oder sprengt das persönliche Budget. Paroli vermeidet diese exponentielle Verlustspirale. Verluste treten zwar häufiger auf, bleiben jedoch in ihrer Höhe kontrollierbar. Die Herausforderung besteht darin, rechtzeitig aus der Progression auszusteigen. Ohne ein festes Ziel geht der kumulierte Gewinn der gesamten Serie beim ersten Fehlversuch komplett verloren.

Die Mathematik der positiven Progression

Jede Spielstrategie muss sich an den Gesetzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung messen lassen. Bei einfachen Chancen wie Rot oder Schwarz im europäischen Roulette beträgt die Gewinnwahrscheinlichkeitsquote exakt 48,64 Prozent. Grund dafür ist die grüne Null, die der Bank einen statistischen Vorteil von 2,70 Prozent verschafft. Wer drei Gewinne in Folge anstrebt, muss die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Ereignisse miteinander multiplizieren. Die Formel lautet 0,4864 mal 0,4864 mal 0,4864. Das Ergebnis ergibt eine Eintrittswahrscheinlichkeit von rund 11,51 Prozent für eine Dreier-Gewinnserie. Statistische Werte verdeutlichen das Verhältnis von Risiko und Ertrag. In 88,49 Prozent aller Fälle bricht die Serie vor dem dritten Gewinn ab. Da der Verlust bei jedem Abbruch jedoch lediglich eine Basiseinheit beträgt, ergibt sich ein spezifisches Risikoprofil. Ein Spieler verliert häufig kleine Beträge, um gelegentlich einen größeren Gewinn zu erzielen. Mathematisch betrachtet ändert das Paroli-System den Erwartungswert des Spiels jedoch nicht. Der Erwartungswert bleibt negativ. Jede einzelne Spielrunde besitzt einen voneinander unabhängigen Ausgang. Das Gedächtnis des Zufallsgenerators existiert nicht. Die Wahrscheinlichkeit für einen Gewinn im dritten Schritt ist genauso hoch wie im ersten Schritt. Das System strukturiert lediglich die Verteilung der Gewinne und Verluste über die Zeit.

Ein detaillierter Blick auf ein Rechenbeispiel zeigt die Dynamik. Wir nehmen zehn Spielserien mit einem Basiseinsatz von 10 Euro und dem Ziel von drei Gewinnen in Folge. Verliert der Spieler im ersten Schritt, beträgt der Verlust 10 Euro. Gewinnt er Schritt eins und verliert Schritt zwei, geht der Basiseinsatz von 10 Euro verloren, da der Gewinn aus Schritt eins mit eingesetzt wurde. Gewinnt er Schritt eins und zwei, verliert aber Schritt drei, liegt der Verlust ebenfalls bei nur 10 Euro. Erst wenn alle drei Schritte erfolgreich verlaufen, erzielt der Spieler einen Reingewinn von 70 Euro. Der Gesamtertrag im dritten Schritt beträgt 80 Euro, wovon 10 Euro das eigene Startkapital darstellen. Acht gescheiterte Serien kosten insgesamt 80 Euro. Zwei erfolgreiche Serien bringen 140 Euro Reingewinn. In diesem spezifischen Szenario steht ein Plus von 60 Euro zu Buche. Auf lange Sicht gleicht die Mathematik diesen Effekt jedoch strikt über den Hausvorteil aus. Die Stärke des Systems liegt nicht in einer dauerhaften Gewinngarantie, sondern in der Disziplinierung des Spielers.

Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland durch den GlüStV 2021

Die Anwendung von Wettsystemen wie Paroli unterliegt in Deutschland klaren rechtlichen Bestimmungen. Seit dem 1. Juli 2021 regelt der Glücksspielstaatsvertrag, kurz GlüStV 2021, den Markt für Online-Glücksspiele bundesweit. Die gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, bekannt als GGL mit Sitz in Halle an der Saale, überwacht die Einhaltung aller Vorgaben. Für virtuelle Spielautomaten gelten strenge regulatorische Einschränkungen, die direkte Auswirkungen auf Progressionen haben. Nach § 22a Abs. 7 GlüStV 2021 darf der Einsatz pro Spiel an virtuellen Automatenspielen maximal 1,00 Euro betragen. Eine unbegrenzte Verdopplung des Einsatzes über mehrere Stufen ist dadurch technisch stark eingeschränkt. Wer mit einem Basiseinsatz von 0,20 Euro startet, erreicht bei der Paroli-Strategie nach wenigen Gewinnen das gesetzliche Einsatzlimit. Ein Start mit 0,20 Euro führt im zweiten Schritt zu 0,40 Euro, im dritten Schritt zu 0,80 Euro. Ein vierter Schritt mit 1,60 Euro ist rechtlich unzulässig. Gesetzliche Regelungen schützen Verbraucher vor übermäßigen Verlusten. Zusätzlich schreibt § 22a Abs. 6 GlüStV 2021 vor, dass ein Spiel durchschnittlich mindestens 5 Sekunden dauern muss. Diese Fünf-Sekunden-Regel verhindert schnelle Spielabläufe und bremst das Tempo von Einsatzserien nachhaltig ab.

Ein weiterer zentraler Pfeiler des deutschen Spielerschutzes ist das anbieterübergreifende Einzahlungslimit. Gemäß § 139e GlüStV 2021 wird das Spielverhalten über die LUGAS-Limitdatei überwacht. Das Standardlimit liegt bei 1.000 Euro pro Monat über alle lizenzierten Plattformen hinweg. Spieler können dieses Limit nicht ohne Weiteres überschreiten. Parallel dazu dient die OASIS-Sperrdatei dem unmittelbaren Schutz gefährdeter Personen. Wer sich in einer Spielsperre befindet, erhält keinen Zugriff auf legale deutsche Spielangebote. Illegale Casino-Anbieter ohne GGL-Lizenz, wie sie häufig in Offshore-Märkten wie Curaçao oder unter MGA-Lizenz betrieben werden, umgehen diese Sicherheitsstandards oft. Die Nutzung solcher unregulierter Angebote birgt enorme Risiken. Dazu gehören verweigerte Auszahlungen, fehlender Datenschutz und der Verlust aller Rechtsansprüche im Streitfall. Gültige Glücksspiellizenzen der GGL bieten hingegen verlässliche Rechtssicherheit und garantieren die Einhaltung von Auszahlungsquoten. Strategien sollten ausschließlich bei behördlich zugelassenen Anbietern ausprobiert werden.

Die Festlegung von Zielstufen in der Praxis

Eine der wichtigsten Fragen bei der Anwendung von Paroli betrifft die Länge der Gewinnserie. Wie viele Siege in Folge sollten angestrebt werden, bevor der Gewinn gesichert wird? In der Praxis hat sich die Drei-Schritt-Regel etabliert. Bei dieser Variante endet die Progression nach dem dritten erfolgreichen Spielzug. Der erreichte Gewinn wird vollständig vom Spielkonto abgehoben oder dem Basiskapital gutgeschrieben. Anschließend beginnt eine neue Serie mit dem ursprünglichen Grundeinsatz. Der Grund für die Beliebtheit von drei Stufen liegt im ausgewogenen Verhältnis zwischen Eintrittswahrscheinlichkeit und Ertragshöhe. Versucht ein Spieler, fünf oder sechs Gewinne in Folge zu erzielen, sinkt die Wahrscheinlichkeit extrem ab. Bei fünf Siegen in Folge auf einfachen Chancen liegt die Chance bei lediglich 2,71 Prozent. Der kumulierte Gewinn wäre zwar enorm, die Wahrscheinlichkeit eines vorherigen Serienabbruchs ist jedoch überwältigend hoch. Längere Serien führen in der Realität fast zwangsläufig zum Verlust des aufgelaufenen Kapitals. Wer die Progression zu weit treibt, verwandelt eine erfolgreiche Phase in ein negatives Ergebnis.

Ein disziplinierter Plan definiert exakte Abbruchkriterien. Neben der Anzahl der Stufen gehört dazu eine Begrenzung der gesamten Spieldauer sowie ein Stop-Loss-Limit. Ein Beispiel verdeutlicht ein nachhaltiges Session-Management. Der Spieler setzt sich das Ziel, maximal zehn Serien zu spielen oder ein Stop-Loss von 50 Euro nicht zu überschreiten. Wenn fünf Serien hintereinander im ersten oder zweiten Schritt scheitern, beläuft sich der bisherige Verlust auf 50 Euro. An diesem Punkt wird die Spielsitzung konsequent beendet. Emotionale Reaktionen wie das unüberlegte Erhöhen des Grundeinsatzes müssen strikt vermieden werden. Das Frustrationspotenzial ist bei Paroli vorhanden, da Serien häufig kurz vor dem Ziel reißen. Wer im dritten Schritt verliert, sieht den sicher geglaubten Gewinn schwinden. Psychologische Selbstbeherrschung ist daher eine zwingende Voraussetzung für die korrekte Durchführung dieser Methode.

Konservative vs. Aggressive Paroli-Varianten

Das Paroli-System lässt sich flexibel an das persönliche Risikoprofil anpassen. Neben der klassischen Variante, bei der stets 100 Prozent des Ertrags reinvestiert werden, existieren modifizierte Ansätze. Die konservative Paroli-Variante sieht vor, nach jedem Gewinn nur einen Teil des Ertrags einzusetzen. Erzielte ein Spieler mit 10 Euro Einsatz einen Gewinn von 10 Euro, setzt er im nächsten Schritt nicht 20 Euro, sondern nur 15 Euro. Die verbleibenden 5 Euro werden direkt als Gewinn gesichert. Diese Methode verringert die Steilheit der Progression. Die Gesamterträge bei langen Gewinnsträhnen fallen niedriger aus, aber der Spieler baut bereits während der Serie ein Polster auf. Scheitert die Serie im dritten Schritt, bleibt ein Teil des vorherigen Gewinns erhalten. Der Verlust entspricht dann nicht mehr der vollen Basiseinheit, sondern verringert sich entsprechend.

Die aggressive Paroli-Variante hingegen strebt vier oder mehr Verdopplungen an. Sie eignet sich ausschließlich für kurze Spielphasen mit hoher Risikobereitschaft. Ein Rechnerbeispiel verdeutlicht den Unterschied. Bei einem Basiseinsatz von 1 Euro und vier erfolgreichen Schritten wächst der Einsatz von 1 Euro auf 2 Euro, dann auf 4 Euro und schließlich auf 8 Euro. Der Gesamtertrag nach dem vierten Gewinn liegt bei 16 Euro, was einem Reingewinn von 15 Euro entspricht. In deutschen Online-Spielhallen stößt diese Variante bei höheren Basiseinsätzen jedoch schnell an die gesetzliche Maxibet-Grenze von 1,00 Euro gemäß § 22a Abs. 7 GlüStV 2021. Daher muss die aggressive Variante mit extrem kleinen Basiseinsätzen wie 0,05 Euro oder 0,10 Euro gestartet werden. Solche Kleinstbeträge ermöglichen mehrere Verdopplungsstufen innerhalb des gesetzlichen Rahmens.

Der Fehlschluss der Spieler und mathematische Realität

In der Spielpsychologie begegnet man häufig dem sogenannten Gambler's Fallacy oder Spielerfehlschluss. Viele Akteure glauben fälschlicherweise, dass nach einer langen Serie von Verlusten ein Gewinn wahrscheinlicher werden muss. Umgekehrt nehmen manche an, dass nach drei Gewinnen in Folge eine Niederlage zwingend bevorsteht. Das mathematische Konzept der Unabhängigkeit stochastischer Ereignisse widerlegt diesen Glauben. Zufallsgeneratoren, auch als Random Number Generator oder RNG bezeichnet, arbeiten ohne Gedächtnis. Jeder Spin an einem lizenzierten virtuellen Spielautomaten verläuft vollkommen unabhängig von vorherigen Ergebnissen. Die Gewinnchance bleibt in jedem einzelnen Durchgang exakt gleich. Das Paroli-System beeinflusst die Arbeitsweise des Zufallsgenerators in keiner Weise. Es verändert weder die theoretische Auszahlungsquote, abgekürzt RTP für Return to Player, noch reduziert es den Hausvorteil des Anbieters.

Online-Spielautomaten in Deutschland weisen in der Regel eine Auszahlungsquote zwischen 88 und 94 Prozent auf. Der verbleibende Prozentsatz verbleibt als kalkulatorischer Hausvorteil beim Betreiber. Kein Wettsystem der Welt kann aus einem Spiel mit negativem Erwartungswert ein dauerhaft gewinnbringendes System machen. Dies gilt für Paroli ebenso wie für die Martingale, D'Alembert oder das Fibonacci-System. Der Nutzen von Paroli liegt ausschließlich im Bereich der Kapitalschonung und der Strukturierung des eigenen Spielverhaltens. Wer mit festen Regeln spielt, schützt sich vor unkontrollierten Spontaneinsätzen. Das Bewusstsein für den mathematischen Hausvorteil schützt vor falschen Erwartungen. Glücksspiel sollte stets als kostenpflichtige Freizeitunterhaltung verstanden werden, nicht als Methode zur Einkommenserzielung.

Vergleich: Paroli mit anderen mathematischen Spielsystemen

Um die Besonderheiten von Paroli vollständig zu verstehen, lohnt ein direkter Vergleich mit alternativen Strategien. Das bekannteste Konkurrenzmodell ist das Martingale-System. Martingale fordert die Verdopplung nach jedem Verlust. Das Ziel ist die Rückgewinnung aller bisherigen Verluste plus ein kleiner Gewinn in Höhe des Grundeinsatzes. Dieses System birgt das Risiko des Totalverlusts. Schon bei einer Pechsträhne von acht oder neun Niederlagen steigen die Einsätze schwindelerregend an. Tischlimits oder das Ende der persönlichen finanziellen Mittel stoppen die Progression gewaltsam. Das Verlustrisiko ist bei Martingale extrem asymmetrisch gelagert. Man riskiert sehr viel Kapital, um einen sehr kleinen Betrag zu gewinnen. Paroli kehrt dieses Verhältnis um. Man riskiert einen kleinen Betrag, um das Vielfache dieses Betrags zu gewinnen.

Ein weiteres bekanntes System ist die D'Alembert-Strategie. Hierbei handelt es sich um eine flache Progression. Der Einsatz wird nach einem Verlust um eine Einheit erhöht und nach einem Gewinn um eine Einheit gesenkt. Das Risiko steigt langsamer als bei Martingale, aber auch hier drohen bei langen Verlustserien kumulierte Schäden. Das Fibonacci-System nutzt eine mathematische Zahlenreihe. Die Einsätze folgen den Summen der jeweils zwei vorangegangenen Zahlen. 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13 und so weiter. Nach einem Verlust rückt man eine Stelle nach rechts, nach einem Gewinn zwei Stellen nach links. Auch dieses System gehört zu den negativen Progressionen. Paroli bleibt im Feld dieser Klassiker die einzige rein positive Progression. Es ist besonders leicht verständlich, erfordert wenig Rechenaufwand und schützt das Konto vor schnellen Abstürzen.

Praktische Anleitung für die Anwendung an Online-Spielautomaten

Die schrittweise Umsetzung von Paroli an legalen deutschen Spielautomaten erfordert Vorbereitung. Im ersten Schritt wählt der Spieler eine Plattform, die eine offizielle Lizenz der GGL besitzt. Diese Information lässt sich in der Whitelist der Behörde überprüfen. Im zweiten Schritt erfolgt die Festlegung des Budgets. Da der monatliche LUGAS-Rahmen maximal 1.000 Euro beträgt, sollte ein Bruchteil davon für eine einzelne Spielsitzung eingeplant werden. Ein angemessenes Sitzungsbudget liegt beispielsweise bei 20 Euro. Im dritten Schritt wählt der Spieler den passenden Spielautomaten aus. Der Basiseinsatz wird auf das Minimum eingestellt, etwa 0,10 Euro. Diese Wahl erlaubt eine dreistufige Progression ohne Konflikt mit der 1,00-Euro-Grenze gemäß § 22a Abs. 7 GlüStV 2021.

Im vierten Schritt beginnt das eigentliche Spiel. Drehbuch einer Dreier-Progression: Nach dem ersten Dreh ohne Gewinn bleibt der Einsatz bei 0,10 Euro. Gewinnt eine Drehung beispielsweise 0,10 Euro Reingewinn, wird der Gesamteinsatz für die nächste Runde auf 0,20 Euro erhöht. Gewinnt auch diese Runde, steigt der Einsatz auf 0,40 Euro. Bringt die dritte Runde erneut einen Gewinn, ist das Ziel erreicht. Der Spieler stellt den Einsatz wieder auf 0,10 Euro zurück. Der erzielte Gewinn wird gesichert. Scheitert eine der Runden im Verlauf, wird der Einsatz ebenfalls unverzüglich auf 0,10 Euro zurückgesetzt. Dieses Schema wird konsequent wiederholt, bis das gesetzte zeitliche Limit oder das finanzielle Stop-Loss erreicht ist. Durch die 5-Sekunden-Regel nach § 22a Abs. 6 GlüStV 2021 verläuft das Spiel ruhig und kontrolliert.

Fehlerquellen und wie man sie vermeidet

Bei der praktischen Nutzung von Paroli schleichen sich häufig typische Fehler ein. Der schwerwiegendste Fehler ist das Abweichen vom vorher festgelegten Plan. Wenn eine Dreier-Serie erfolgreich abgeschlossen wurde, entsteht oft der Impuls, die Glückssträhne im vierten Schritt weiter auszunutzen. Dieser Effekt wird in der Psychologie als Gier-Effekt bezeichnet. Wer dem Impuls nachgibt, verliert im Schnitt häufiger den Gesamtertrag der Serie. Ein weiterer Fehler liegt in der Wahl eines zu hohen Basiseinsatzes. Wer mit 0,50 Euro startet, kann bei einer Verdopplung im dritten Schritt bereits nicht mehr regelkonform agieren, da der Einsatz 2,00 Euro betragen müsste. Dies verstößt gegen das 1-Euro-Limit der deutschen Regulierung.

Auch das Missachten von Verlustgrenzen führt zu Problemen. Nach mehreren gescheiterten Serien versuchen manche Spieler, Verluste durch die Erhöhung des Basiseinsatzes zu kompensieren. Damit verlässt der Spieler das Paroli-System und wechselt ungeplant in eine risikoreiche Form der negativen Progression. Selbstdisziplin ist der Schlüssel zum Erfolg. Notieren Sie sich vor Spielbeginn die genauen Parameter: Basiseinsatz, Zielstufe, Stop-Loss und Spieldauer. Tritt einer der Grenzwerte ein, wird die Sitzung ohne Ausnahme beendet. Die strikte Einhaltung dieser Vorgaben sichert ein verantwortungsbewusstes Spielerlebnis.

Fazit und Handlungsempfehlungen für verantwortungsvolles Spielen

Das Paroli-System bietet eine durchdachte und kapitalschonende Möglichkeit, das eigene Spielverhalten bei virtuellen Automatenspielen zu strukturieren. Als umgekehrte Martingale verlagert es das Risiko auf Phasen, in denen mit dem Geld der Spielbank gespielt wird. Der maximale Verlust bleibt jederzeit auf die gewählte Basiseinheit beschränkt. Trotz dieser klaren Vorteile bleibt das mathematische Grundgesetz bestehen. Auch Paroli kann den bauartbedingten Hausvorteil staatlich zugelassener Glücksspiele nicht aushebeln. Die Strategie dient der Unterhaltung und dem systematischen Bankroll-Management, nicht dem garantierten Vermögensaufbau. Nutzen Sie ausschließlich lizensierte deutsche Glücksspielanbieter mit GGL-Zulassung, um von den gesetzlichen Schutzmechanismen nach dem GlüStV 2021 wie OASIS und LUGAS zu profitieren. Sollten Sie feststellen, dass Sie die Kontrolle über Ihr Spielverhalten verlieren oder die gesetzten Grenzen nicht mehr einhalten können, suchen Sie professionelle Hilfe. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 1 372 700 anonyme und kompetente Beratung bei Spielsuchtproblemen an.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Paroli-System?

Das Paroli-System ist eine positive Progressionsstrategie beim Glücksspiel, die als Umkehrung der Martingale gilt. Nach jedem Gewinn wird der Einsatz verdoppelt, um Gewinnserien optimal zu nutzen. Bei einem Verlust kehrt der Spieler sofort zum ursprünglichen Basiseinsatz zurück.

Kann man mit der Paroli-Strategie den Hausvorteil besiegen?

Nein, auch das Paroli-System kann den mathematischen Hausvorteil von Online-Spielbanken nicht aufheben. Jedes Spiel besitzt eine unabhängige Gewinnwahrscheinlichkeit und einen negativen Erwartungswert. Das System hilft lediglich bei der Strukturierung der Einsätze und beim Risikomanagement.

Wie viele Schritte umfasst die Paroli-Strategie idealerweise?

In der Praxis hat sich eine Begrenzung auf drei erfolgreiche Schritte durchgesetzt. Nach dem dritten Gewinn wird der Ertrag gesichert und die Serie zurückgesetzt. Höhere Schrittzahlen senken die Erfolgswahrscheinlichkeit drastisch ab.

Ist die Paroli-Strategie in deutschen Online-Casinos erlaubt?

Ja, das Anwenden von Wettsystemen wie Paroli ist in lizenzierten deutschen Online-Spielhallen erlaubt. Allerdings schränken Vorgaben des GlüStV 2021 wie das 1-Euro-Einsatzlimit gemäß § 22a Abs. 7 die maximale Steigerungshöhe ein.

Worin unterscheidet sich Paroli von der Martingale?

Bei der Martingale wird der Einsatz nach Verlusten verdoppelt, was zu hohen finanziellen Risiken führt. Bei Paroli erfolgt die Verdopplung ausschließlich nach Gewinnen. Dadurch bleibt der Verlust bei Paroli stets auf die ursprüngliche Basiseinheit beschränkt.

Wo finden Betroffene Hilfe bei problematischem Spielverhalten?

Beratung und professionelle Unterstützung bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung anonym und gebührenfrei an. Die BZgA ist unter der Telefonnummer 0800 1 372 700 erreichbar. Zudem greift in Deutschland die OASIS-Sperrdatei nach dem GlüStV 2021.

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