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Thunderkick-Slots: Schwedens Nische fürs Casino

29. Juli 202612 Minvon Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Grafische Darstellung von Spielmechaniken schwedischer Thunderkick Automaten

Das schwedische Entwicklerstudio Thunderkick AB wurde im Jahr 2012 in Stockholm gegründet. Ein kleines Team ehemaliger Mitarbeiter etablierter Branchengrößen entschied sich damals für einen eigenständigen Weg. Die Absicht war die Erstellung visueller und mathematischer Konzepte jenseits der üblichen Branchenstandards. Während Großkonzerne monatlich Dutzende neue Titel auf den Markt pumpen, konzentriert sich die Firma auf eine überschaubare Anzahl an Veröffentlichungen. Dieser redaktionelle Leitfaden analysiert die technischen Besonderheiten, die regulatorischen Rahmenbedingungen im deutschen Markt sowie die mathematischen Hintergründe dieser schwedischen Automaten.

Die Relevanz für den deutschen Markt erfordert einen klaren Blick auf die Legalität. Virtuelle Automatenspiele dieses Herstellers dürfen in Deutschland ausschließlich von Online-Casinos angeboten werden, die eine offizielle Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen. Die Behörde führt eine öffentliche Whitelist. Sämtliche Spiele müssen für den deutschen Markt spezifische technische Anpassungen aufweisen, um den Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) vollumfänglich zu entsprechen. Ohne diese Zertifizierung ist der Betrieb auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland rechtswidrig.

Die Entwickler-Schmiede aus Stockholm: Hintergründe und Lizenzierung

Thunderkick hat sich seit der Gründung als eigenständiger Akteur etabliert. Das Unternehmen nutzt eine eigene Plattform und entwickelt Grafiken sowie Soundeffekte vollständig in-house. Dies erlaubt eine lückenlose Kontrolle über die technische Qualität und die Integration von Spielfunktionen. Die schwedische Software ist international hoch geschätzt. Für Spieler in Deutschland zählt jedoch primär die Zulassung über deutsche Lizenznehmer der GGL. Die rechtliche Grundlage findet sich in § 22a GlüStV 2021. Dieser Paragraf regelt die genauen Vorgaben für virtuelle Automatenspiele im Internet.

Glücksspielanbieter mit deutscher Lizenz müssen gewährleisten, dass die Software keine automatischen Spielabläufe ermöglicht. Ein Autoplay-Knopf existiert in legalen deutschen Versionen der Automaten nicht. Jede Spielrunde muss vom Spieler individuell und manuell durch einen Klick auf den Startknopf ausgelöst werden. Zudem schreibt der Gesetzgeber eine Mindestspieldauer vor. Eine einzelne Spielrunde an einem virtuellen Spielautomaten muss durchschnittlich mindestens fünf Sekunden dauern. Dies dient der Verlangsamung des Spielablaufs und soll impulsives Spielverhalten verringern.

Mathematik hinter den Walzen: RTP, Volatilität und der GlüStV 2021

Die Auszahlungsquote, im Fachjargon als Return to Player (RTP) bezeichnet, ist ein zentraler Kennwert bei der Bewertung von Spielautomaten. Der RTP gibt den theoretischen Prozentsatz der Einsätze an, der über einen langen Zeitraum in Form von Gewinnen an die Spieler zurückfließt. International weisen Titel dieser Schmiede häufig Auszahlungsquoten zwischen 96,10 Prozent und 97,00 Prozent auf. Für den deutschen Markt gelten jedoch besondere steuerliche Rahmenbedingungen, die Anpassungen seitens der Spielbetreiber erforderlich machen.

Seit Juli 2021 wird in Deutschland gemäß § 36 des Rennwett- und Lotteriegesetzes eine Steuer von 5,3 Prozent auf jeden getätigten Einsatz bei virtuellen Automatenspielen erhoben. Diese Form der Besteuung unterscheidet sich grundlegend von Systemen anderer Länder, in denen der Bruttospielertrag besteuert wird. Um trotz dieser Einsatzsteuer wirtschaftlich arbeiten zu können, bieten lizenzierte deutsche Anbieter die Titel häufig mit angepassten RTP-Spannen an. So finden sich in Deutschland regulierte Versionen mit Auszahlungsquoten zwischen 88,00 Prozent und 90,50 Prozent. Transparenz ist hier Pflicht: Der aktuelle RTP-Wert muss in den Spielregeln des jeweiligen Automaten direkt einsehbar sein.

Bekannte Klassiker: Esqueleto Explosivo und die Physik-Mechanik

Ein herausragendes Beispiel für die Entwicklungskraft der Schweden ist die Spielreihe Esqueleto Explosivo. Der erste Teil dieser Serie revolutionierte das visuelle Konzept klassischer Walzen. Anstelle von rotierenden Rollen kommen fallende Totenköpfe zum Einsatz. Diese Mechanik wird als Dropping Symbols bezeichnet. Gewinnende Symbole explodieren und machen Platz für nachrückende Symbole. Dadurch können innerhalb einer einzigen Spielrunde kaskadierende Gewinne entstehen.

Zusätzlich integriert der Automat das Feature der Mucho Multipliers. Mit jeder aufeinanderfolgenden Gewinnkaskade verdoppelt sich der Gewinnmultiplikator. Er startet bei x1 und kann im Basisspiel bis auf x32 ansteigen. Das Nachfolgespiel Esqueleto Explosivo 2 erweitert diese Mechanik sogar um Multiplikatoren von bis zu x64 im Freispielmodus. Die mathematische Volatilität ist beim zweiten Teil deutlich höher angesetzt. Während der erste Teil eher durch niedrige Volatilität und häufige kleine Gewinne bestach, richtet sich der Nachfolger an Spieler, die eine höhere Varianz bevorzugen.

Pink Elephants und High-Volatility-Slots im regulatorischen Rahmen

Ein weiterer bekannter Automat aus dem Portfolio ist Pink Elephants sowie dessen Fortsetzung Pink Elephants 2. Diese Spiele nutzen ein Raster mit sechs Walzen und vier Reihen. Anstelle traditioneller Gewinnlinien verwenden sie ein System von 4.096 Wegen. Gewinnkombinationen entstehen durch gleiche Symbole auf benachbarten Walzen von links nach rechts. Das mathematische Modell ist durch eine hohe Volatilität gekennzeichnet. Das bedeutet: Gewinnfreie Phasen können länger andauern, während erfolgreiche Runden im Freispielmodus potenziell höhere Auszahlungen generieren.

In lizenzierten deutschen Online-Casinos wird das Spielerlebnis bei hochvolatilen Slots durch den gesetzlichen Höchsteinsatz beeinflusst. Gemäß § 22a Abs. 7 GlüStV 2021 darf der Einsatz pro Spielrunde den Betrag von 1,00 Euro nicht übersteigen. Ein höherer Einsatz ist gesetzlich strikt untersagt. Beträge wie 2,00 Euro, 5,00 Euro oder gar 100,00 Euro pro Dreh gehören auf dem legalen deutschen Markt der Vergangenheit an. Dies soll das finanzielle Risiko für den Verbraucher auf ein kalkulierbares Maß begrenzen.

Einsatzgrenzen und die deutsche 5.3-Prozent-Rennwett- und Lotteriesteuer

Die steuerliche Behandlung von Einsätzen hat direkte Auswirkungen auf die Spielmechanik und die strategische Ausrichtung der Anbieter. Die Steuer von 5,3 Prozent fällt unabhängig davon an, ob die Spielrunde zu einem Gewinn oder einem Verlust führt. Setzt ein Spieler 1,00 Euro ein, fließen exakt 0,053 Euro als Steuer an den deutschen Staat. Bei 1.000 Runden zu je 1,00 Euro beläuft sich das gesamte Einsatzvolumen auf 1.000,00 Euro, woraus eine Steuerlast von 53,00 Euro resultiert.

Diese Besteuerungsform erklärt, warum progressive Jackpots in Deutschland nicht erlaubt sind. Nach § 22a Abs. 8 GlüStV 2021 dürfen virtuelle Automatenspiele nicht mit Netzwerk-Jackpots oder anbieterübergreifenden Gewinnpools verbunden werden. Jeder Gewinn muss sich ausschließlich aus dem mathematischen Algorithmus des einzelnen Spiels und dem getätigten Einsatz ergeben. Die Schweden haben ihre Spiele entsprechend angepasst, sodass alle Jackpotsysteme für deutsche Kunden deaktiviert oder gar nicht erst integriert werden.

LUGAS und OASIS: Wie Thunderkick-Spiele in Deutschland eingebunden sind

Wer Spiele dieser Marke bei einem deutschen Anbieter nutzt, unterliegt der Überwachung durch zwei zentrale staatliche Systeme. Das erste System ist LUGAS, das Länderübergreifende Glücksspielauswertungssystem nach § 13 GlüStV 2021. LUGAS besteht aus zwei Hauptdatenbanken: der Limitdatei und der Aktivitätsdatei. In der Limitdatei wird das anbieterübergreifende monatliche Einzahlungslimit verwaltet. Standardmäßig liegt dieses Limit bei maximal 1.000,00 Euro pro Person und Monat über alle lizenzierten Anbieter hinweg.

Die Aktivitätsdatei von LUGAS verhindert das parallele Spielen bei mehreren Anbietern. Sobald ein Spieler eine Spielsitzung bei einem lizenzierten Casino startet, wird er in der Datei als aktiv gemeldet. Es ist technisch unmöglich, zeitgleich bei einem zweiten Anbieter eingeloggt zu sein und dort Einsätze zu tätigen. Erst nach Beendigung der Sitzung und einer gesetzlich verankerten Schutzfrist von mindestens fünf Minuten kann ein Wechsel zu einer anderen Plattform erfolgen.

Das zweite System ist das zentrale Sperrsystem OASIS gemäß § 8 GlüStV 2021. Wenn ein Spieler Anzeichen eines problematischen Spielverhaltens zeigt, kann eine Selbstsperre oder eine Fremdsperre über OASIS verhängt werden. Eine Selbstsperre gilt für mindestens drei Monate, eine Fremdsperre für mindestens ein Jahr. Sobald der Eintrag in OASIS aktiv ist, verweigern alle legalen deutschen Plattformen den Zugriff auf die Spiele. Jedes deutsche Online-Casino verfügt zudem über einen deutlich sichtbaren Panikbutton. Ein Klick auf diesen Button bewirkt eine unmittelbare Selbstsperre für die Dauer von exakt 24 Stunden.

Unterschiede zwischen GGL-Angeboten und illegalen MGA- oder Curaçao-Casinos

Im Internet finden sich nach wie vor zahlreiche Plattformen mit Lizenzen aus Malta (MGA) oder Curaçao. Diese Webseiten bieten oft ebenfalls die Slots des schwedischen Entwicklers an. Dennoch ist die Nutzung dieser Angebote für Personen mit Wohnsitz in Deutschland mit erheblichen rechtlichen und finanziellen Risiken verbunden. Betreiber ohne GGL-Lizenz handeln auf dem deutschen Markt illegal. Das Ausweichen auf solche Schwarzmarkt-Angebote entzieht den Kunden jeglichen deutschen Verbraucherschutz.

In einem Schwarzmarkt-Casino greifen weder die Einsatzgrenze von 1,00 Euro noch die Anbindung an OASIS und LUGAS. Dies wird von unregulierten Anbietern oft als Vorteil beworben, stellt jedoch eine massive Gefahr für die Suchtprävention dar. Gewinne bei unregulierten Anbietern können zudem von Zahlungsdienstleistern blockiert oder von deutschen Finanzbehörden als illegal eingestuft werden. Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Auszahlung von Gewinnen vor deutschen Gerichten, wenn der Betreiber keinen Sitz in der Europäischen Union hat oder illegal im Bundesgebiet agiert.

Bedeutung von Zufallsgeneratoren und ISO-Zertifizierungen bei Thunderkick

Die Fairness von virtuellen Automatenspielen basiert auf dem Einsatz eines zertifizierten Zufallsgenerators, im Englischen Random Number Generator (RNG) genannt. Der RNG sorgt dafür, dass das Ergebnis jeder einzelnen Spielrunde vollkommen unabhängig von vorherigen oder nachfolgenden Runden ist. Ein Gedächtnis existiert bei diesen Algorithmen nicht. Die Behauptung, ein Automat sei nach einer langen Serie ohne Gewinn warm und müsse bald auszahlen, ist mathematisch falsch.

Thunderkick lässt seine Algorithmen von unabhängigen Prüflaboren wie eCOGRA oder iTech Labs testen. Diese Prüfinstitute untersuchen die Software auf Einhaltung der mathematischen Wahrscheinlichkeiten und die Manipulationssicherheit. Für den Betrieb in Deutschland muss der Anbieter der GGL nachweisen, dass die mathematischen Modelle nicht verändert werden können. Die Datenübertragung zwischen den Servern des Spieleentwicklers und dem lizenzierten Casino erfolgt über hochgradig verschlüsselte Schnittstellen, die nach ISO/IEC 27001 zertifiziert sein müssen.

Audio-visuelle Gestaltung und mobile Optimierung der Slots

Das schwedische Unternehmen verwendet für die Entwicklung seiner Titel moderne HTML5-Technologie. Dies garantiert, dass die Spiele auf Desktop-Computern sowie auf mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets ohne Qualitätsverluste laufen. Eine spezielle Anwendung oder App-Installation ist nicht erforderlich. Die Automaten passen sich automatisch der Bildschirmgröße und der Ausrichtung des Mobilgeräts an.

Die visuelle Gestaltung unterscheidet sich stark von der Konkurrenz. Bei Titeln wie Fruit Warp verzichtet das Studio vollständig auf klassische Walzen. Stattdessen schweben neun Fruchtsymbole im Raum. Das Erscheinen von mindestens drei identischen Früchten führt zu einem Gewinn. Fünf oder mehr gleiche Symbole aktivieren einen speziellen Fruchtmodus mit Multiplikatoren und Extra-Leben. Solche Experimente im Spieldesign haben der Firma ihre eigenständige Nische auf dem internationalen Parkett gesichert.

Verantwortungsvolles Spielen und praktische Hilfsangebote

Virtuelle Automatenspiele dienen ausschließlich der Unterhaltung und dürfen niemals als Möglichkeit zur Einkommenserzielung oder zur Schuldentilgung verstanden werden. Der mathematische Vorteil liegt immer beim Betreiber des Casinos. Um die Kontrolle über das eigene Spielverhalten nicht zu verlieren, sollten feste finanzielle und zeitliche Grenzen gesetzt werden. Das im Rahmen von LUGAS geregelte Einzahlungslimit von maximal 1.000,00 Euro pro Monat bietet einen äußeren Rahmen, der jedoch den individuellen finanziellen Möglichkeiten angepasst werden muss.

Sollte das Spielverhalten außer Kontrolle geraten, stehen in Deutschland professionelle und kostenfreie Hilfsangebote zur Verfügung. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet eine kostenlose und anonyme Telefonberatung zur Glücksspielsucht an. Diese ist unter der Rufnummer 0800 1 372 700 erreichbar. Betroffene und Angehörige erhalten dort fachkundige Unterstützung und Informationen zu lokalen Beratungsstellen. Die Nutzung von Angeboten mit GGL-Lizenz stellt sicher, dass die gesetzlichen Schutzmechanismen lückenlos greifen.

Häufig gestellte Fragen

Sind Thunderkick-Slots in Deutschland legal spielbar?

Ja, das Spielen dieser Slots ist in Deutschland vollkommen legal, sofern dies bei einem von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) lizenzierten Anbieter erfolgt. Die Betreiber müssen auf der offiziellen Whitelist der Behörde geführt werden.

Wie hoch ist der maximale Einsatz pro Spielrunde bei diesen Automaten?

Der Höchsteinsatz liegt gesetzlich verankert bei exakt 1,00 Euro pro Spielrunde. Dieser Wert gilt nach § 22a Abs. 7 GlüStV 2021 für alle virtuellen Automatenspiele im legalen deutschen Markt.

Warum gibt es bei den Spielen keinen Autoplay-Button mehr?

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 verbietet automatische Drehungen bei virtuellen Automatenspielen. Jede Spielrunde muss manuell gestartet werden und eine Mindestdauer von durchschnittlich fünf Sekunden aufweisen.

Wie unterscheidet sich die Auszahlungsquote in Deutschland vom Ausland?

Aufgrund der deutschen Einsatzsteuer von 5,3 Prozent gemäß § 36 RennwLStG passen viele Anbieter die Auszahlungsquote (RTP) an. In Deutschland liegt der RTP lizensierter Versionen oft zwischen 88,00 und 90,50 Prozent.

Gibt es bei Thunderkick-Spielen progressive Jackpots?

Nein, progressive Jackpots sind in Deutschland nach § 22a Abs. 8 GlüStV 2021 für virtuelle Automatenspiele generell verboten. Sämtliche Gewinne basieren rein auf dem festen Auszahlungsschlüssel des einzelnen Spiels.

Was passiert bei der Nutzung des Panikbuttons im Casino?

Ein Klick auf den Panikbutton löst über das OASIS-System eine sofortige Spielersperre für die Dauer von genau 24 Stunden aus. Diese Sperre gilt anbieterübergreifend für alle legalen deutschen Glücksspielangebote.

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