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Israeli casino businessman Tony Bargig allegedly killed in Prague

6. Juni 20267 Minby Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Nächtliche Prager Altstadt, Symbolbild zum mutmaßlichen Tod des israelischen Casino-Unternehmers Tony Bargig

Tony Bargig, 54, once dubbed Israel's „King of Slot Machines”, was allegedly killed in Prague in early June. Czech authorities have released few details, and a motive remains unclear.

Der israelische Geschäftsmann Tony Bargig, von den lokalen Medien jahrelang als „König der Spielautomaten“ bezeichnet, wurde angeblich am frühen Donnerstagmorgen in Prag getötet. Bargig war 54. Die tschechische Polizei hat noch keinen detaillierten Bericht über den Vorfall veröffentlicht, keine Verdächtigen identifiziert oder ein Motiv preisgegeben. Das Informationsvakuum befeuert Spekulationen in Israel und Tschechien, offiziell bestätigt ist aber nichts.

Die Nachricht von der Tötung verbreitete sich schnell in ganz Israel, besonders im Zentrum, wo Bargig und seine Familie bekannt waren. Beobachter zogen sofort Vergleiche zum Mord an der israelischen Unterweltfigur Felix Abutbul im Jahr 2002, der ebenfalls in der tschechischen Hauptstadt erschossen wurde. Eine Verbindung zur organisierten Kriminalität ist im aktuellen Fall bisher nicht festgestellt, und sowohl tschechische als auch israelische Behörden vermieden öffentliche Einschätzungen.

Tony Bargig stammte aus einer in Israel weit über die Glücksspielbranche hinaus bekannten Familie. Sein Vater Nino Bargig galt als geschätzter Fußballtrainer; er arbeitete u.a. für Hapoel Rishon LeZion, Hapoel Be'er Sheva, Hapoel Jerusalem und Maccabi Sha'arayim. Nach Ninos Tod 2023 benannte die Stadt Be'er Yaakov einen Fußballplatz nach ihm. Während der Vater ein sportliches Erbe aufbaute, schlug der Sohn einen weitaus kontroverseren Weg im Glücksspielsektor ein.

Bargig stand jahrelang im Zentrum eines der größten illegalen Glücksspielverfahren Israels. Zwischen 2008 und 2014 betrieb er laut Staatsanwaltschaft ein Netzwerk von etwa 15 illegalen Spielhäusern in Städten wie Rishon LeZion, Be'er Yaakov und Mishmar Hashiv'a, mit Dutzenden von Spielautomaten pro Standort. Nach einem Mammutverfahren mit Hunderten von Zeugen stimmte er 2020 einem Vergleich zu: 15 Monate Haft, Einziehung von einer Million Schekel, plus 350.000 Schekel Strafe.

Damit war der Rechtsdruck nicht beendet. In den Folgejahren analysierte die israelische Steuerbehörde bei Razzien beschlagnahmte Notizbücher, Finanzunterlagen und Bargeldnachweise; sie schätzte seine tatsächlichen Glücksspieleinnahmen auf zig Millionen Schekel. Bargig bestritt die Zahlen und legte bis zuletzt Berufung ein. Parallel löste seine Frau Nurit Bargig, eine aktive israelische Polizistin, eine interne Debatte aus, ob sie im Dienst bleiben könne, während ihr Mann strafrechtlich verfolgt wurde. Versetzungen und blockierte Beförderungen prägten Berichten zufolge ihre Karriere.

Jüngst schien Bargig einen Großteil seiner Aktivitäten nach Prag verlagert zu haben, lange ein Hotspot für ausländische Investoren im Gastgewerbe und Glücksspiel. Er soll dort Casino- und Spielautomatenbetriebe besessen haben. Ob diese Aktivitäten, oder seine Vergangenheit in Israel, mit seiner mutmaßlichen Tötung zusammenhängen, bleibt völlig offen. Die tschechische Polizei gibt sich mit Details auffallend bedeckt.

Dieser Fall berührt den deutschen Markt nur indirekt: Bargig war weder deutscher Lizenznehmer noch Betreiber. Trotzdem steht er beispielhaft für das Milieu, das der deutsche Glücksspielregulator GGL gezielt fernhalten will. Strenge Regeln für Eigentum, Sorgfaltspflicht und das LUGAS-Einzahlungslimit sollen hier filtern. Der Glücksspielstaatsvertrag von 2021 fordert für jede deutsche Online-Casino-Lizenz eine gründliche Überprüfung der wirtschaftlich Berechtigten und zur Geldwäscheprävention. Eine Vorstrafe wie die von Bargig hätte einen deutschen Lizenzantrag sofort zu Fall gebracht. Eine dicke rote Linie.

Genau darum rät unsere Testredaktion: Deutsche Spieler sollten sich an Betreiber auf der offiziellen GGL-Whitelist halten. Wer auf Plattformen aus Drittstaaten ohne EU-Aufsicht spielt, oder gar auf Curaçao-lizenzierten Seiten, hat im Streitfall keinen deutschen Regulator als Ansprechpartner. Im schlimmsten Fall gibt es dort nicht einmal Klarheit darüber, wem das Casino gehört. Der Fall Bargig ist nur die nächste knallharte Erinnerung, warum dieser Rahmen so wichtig ist.

Wir bleiben am Ball und aktualisieren diesen Artikel, sobald die tschechischen Behörden offizielle Informationen veröffentlichen.

Sources & further reading

Gambling can be addictive. Please play responsibly. Help and counselling at 0800 1 372 700 (BZgA, free & anonymous).

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