Dänemark: Spielsuchtprävention mit Sommerkampagne für junge Spieler

Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden startet eine Sommertourismus-Kampagne, um jüngere Spieler zu einem "Sommerurlaub" vom Glücksspiel zu animieren und zur Selbstsperrung bei ROFUS zu bewegen. Die Kampagne läuft bis zum 2. August.
Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden hat eine neue Kampagne ins Leben gerufen. Sie soll jüngere Spieler dazu ermutigen, eine Auszeit vom Glücksspiel zu nehmen. Unter dem Titel "Schick dein Spiel in den Sommerurlaub" wird auf das nationale Selbstausschlussregister ROFUS aufmerksam gemacht. Die Kampagne läuft noch bis zum 2. August 2026. Sie ist bewusst auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten. Die Bilder zeigen blaue Himmel und Palmen, es wird gefragt, ob das „Spiel“ eine All-Inclusive-Reise nach Kreta oder eine Woche in Alanya verbringen soll. Das soll zum Nachdenken über den eigenen Spielkonsum anregen.
Zahlen und Fakten
Diese Kampagne ist eine Fortführung der bereits im Jahr 2024 gestarteten Initiative "Nimm es leicht mit ROFUS". Ziel dieser Bemühungen ist es, ROFUS für junge Menschen relevanter zu machen. Das Register ermöglicht flexible Selbstsperren: 24 Stunden, ein Monat, drei Monate, sechs Monate oder eine permanente Sperre von mindestens einem Jahr sind möglich. Die Nachrichten werden über Facebook, Instagram und digitale Bildschirme am Flughafen Kopenhagen gestreut.
ROFUS, das steht für "Register over Frivilligt Udelukkede Spillere", also Register der freiwillig ausgeschlossenen Spieler. Es ist vergleichbar mit dem deutschen OASIS-System. Die Existenz eines solchen Registers demonstriert das Engagement Dänemarks für verantwortungsvolles Spielen. Eine frühere ROFUS-Kampagne in Dänemark, über die SBC News im September 2021 berichtete, konzentrierte sich ebenfalls auf die Rechte der Spieler und zeigte schon damals die Wichtigkeit der Systeme zur freiwilligen Selbstsperre auf. Die kontinuierliche Arbeit der Spillemyndigheden im Bereich Spielerschutz ist bemerkenswert.
Hintergrund
Alejandro Diaz Contreras, der Geschäftsführer von DAZN Bet in Spanien, betonte die Bedeutung von Fußballgroßereignissen für Wettanbieter. Auch der World Cup im Jahr 2026 werde enorme Wettumsätze generieren, so ein Macquarie-Bericht. Prognosen zufolge könnten die globalen Einsätze bis zu 50 Milliarden US-Dollar erreichen. Für den Glücksspielmarkt in Europa ist das ein enormes Ereignis. Bei Sportereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaft besteht eine erhöhte Gefahr, dass Spieler anfälligen Verhaltensweisen nachgehen oder ihre Einsätze massiv erhöhen. Deshalb sind Kampagnen zum Spielerschutz besonders in solchen Zeiträumen wichtig. Während einige große Wettanbieter wie Bet365 und Paddy Power stark auf Marketing wie den "Matchday Reveal" oder Kampagnen mit prominenten Gesichtern wie Rob Lowe und Danny Dyer setzen, konzentriert sich die dänische Behörde auf Prävention. Das ist ein wichtiger Unterschied.
„Alle Fanatiker aus verschiedenen Nationen warten darauf. Das ist nicht vergleichbar mit anderen Veranstaltungen.“ - Alejandro Diaz Contreras, Geschäftsführer von DAZN Bet in Spanien
Was heißt das für deutsche Spieler?
Auch deutsche Spieler profitieren von strengen Regeln und dem Fokus auf Spielerschutz. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat das Online-Glücksspiel in Deutschland neu reguliert. Zentrale Aspekte sind der Spielerschutz und die Bekämpfung der Spielsucht. So gilt beispielsweise ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Online-Spielautomaten. Außerdem gibt es ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro für alle Online-Casinos über alle Lizenzen hinweg. Das LUGAS-System, die länderübergreifende Glücksspielaufsichtsbehörde, ist für die Überwachung dieser Limits zuständig und verhindert, dass Spieler diese umgehen können. Diese Mechanismen sind vergleichbar mit dem dänischen ROFUS-System, allerdings sind bei uns die Limits von der Behörde vorgegeben, nicht nur voluntary.
Deutsche Spieler sollten ausschließlich in Online-Casinos mit einer gültigen Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) spielen. Diese Casinos sind auf der sogenannten Whitelist der GGL aufgeführt. Nur dort sind die strengen deutschen Spielerschutzmaßnahmen gewährleistet. Anbieter auf Malta (MGA) oder Curacao unterliegen anderen Regeln und bieten oft höhere Einsatz- und Einzahlungslimits, die in Deutschland nicht erlaubt sind und zum Teil die Spieler aktiv gefährden können, wenn sie unreflektiert spielen. Auch der deutsche Selbstausschluss über OASIS ist ein wichtiges Instrument, um sich vor problematischem Spielverhalten zu schützen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Online-Casinos mit GGL-Lizenz bedeutet der dänische Ansatz, dass fortlaufende proaktive Maßnahmen zum Spielerschutz unerlässlich sind. Die GGL erwartet von ihren Lizenznehmern ebenfalls, dass sie verantwortungsvoll agieren und ihre Spieler nicht überfordern. Präventionskampagnen, wie die der Spillemyndigheden, könnten auch in Deutschland eine größere Rolle spielen. Obwohl die GGL bereits durch LUGAS und andere Mechanismen starke Schutzvorkehrungen trifft, ist die Sensibilisierung junger Spieler für die Risiken des Glücksspiels ein kontinuierlicher Prozess. Das Bewusstsein für Selbstausschlussoptionen und verantwortungsvolles Spielen muss ständig geschärft werden. Eine Kombination aus strengen Vorschriften und proaktiver Spieleraufklärung ist der beste Weg, um Spieler zu schützen.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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