SBC Summit 2026: Glücksspielmarkt schaut auf Afrika und Fernost

Der SBC Summit 2026 rückt auf seiner Emerging Markets Stage die Wachstumsmärkte Afrika, Osteuropa, Eurasien und Fernost in den Fokus. Über 40.000 Branchenprofis werden erwartet, um Strategien für diese Regionen zu diskutieren.
Die Glücksspielbranche blickt gespannt auf neue Wachstumsmärkte. Der SBC Summit 2026 in Lissabon widmet diesen Regionen einen eigenen Schwerpunkt. Auf der sogenannten „Emerging Markets“ Bühne werden am Dienstag, den 29. September 2026, Betreiber, Regulierungsbehörden und Experten Strategien für den Markteintritt und das Navigieren in diesen dynamischen Regionen erörtern. Die Veranstaltung findet vom 29. September bis 1. Oktober 2026 in der Feira Internacional de Lisboa und der MEO Arena statt. Das zeigt, wie wichtig die Erschließung neuer Gebiete für das globale Glücksspielgeschäft geworden ist. Es geht darum, Chancen zu erkennen und gleichzeitig die lokalen Gegebenheiten zu verstehen.
Zahlen und Fakten
Der SBC Summit 2026 wird über 40.000 Branchenfachleute zusammenbringen. Sie alle wollen sich über die neuesten Entwicklungen austauschen und netzwerken. Zu den „Emerging Markets“ gehören Schlüsselregionen wie Afrika, Osteuropa, Eurasien und der Fernost. SBC-Gründer Rasmus Sojmark betont die Bedeutung dieses Schwerpunkts:
„In der heutigen Glücksspiellandschaft ist das Erkennen von Wachstumschancen nur ein Teil der Herausforderung. Die eigentliche Frage ist, worauf man seine Zeit, Investitionen und Ressourcen konzentrieren sollte. Das macht diesen Track so wertvoll. Er geht über die Benennung der einzutretenden Märkte hinaus, indem er die Menschen zusammenbringt, die tatsächlich in ihnen tätig sind, Menschen, die verstehen, was es braucht, um die lokale Regulierung zu navigieren, ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen und langfristig erfolgreich zu sein. Das ist unbezahlbare Orientierung für jeden, der eintreten möchte.“ - Rasmus Sojmark, CEO und Gründer von SBC
Besonders Afrika steht im Mittelpunkt, mit zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen, die sich sowohl den kommerziellen Treibern als auch den regulatorischen Rahmenbedingungen widmen. Christopher Coyne, CEO von 888Africa, Jason Gibson, Chief Commercial Officer von SportPesa, und Aggrey Sayi, CEO von Maybets, werden in einer Paneldiskussion analysieren, wie Spielerpräferenzen variieren und welche Länder am schnellsten wachsen. Die Regulierung in Afrika verschiebt sich hin zum lizenzierten Sektor. Dieses Panel heißt „Africa’s New Rulebook: How Regulators Are Shaping a 45-Market Boom“. Hier geht es um Lizenzierung, Besteuerung, Geldwäschebekämpfung, Datenschutz und Spielersicherheit in 45 afrikanischen Märkten. Auch über die Rolle von mobilen Zahlungen und Blockchain-Technologien im afrikanischen Sportwetten wird diskutiert, da über 70% der Bevölkerung Smartphones nutzen.
Hintergrund
Das Glücksspiel ist ein globales Geschäft. Während etablierte Märkte wie Westeuropa oft hohe Umsätze, aber auch strenge und sich ständig ändernde Vorschriften haben, bieten „Emerging Markets“ oft ein enormes Wachstumspotenzial. Allerdings bringen diese neuen Märkte eigene Herausforderungen mit sich. Dazu zählen komplexe oder noch nicht ausgereifte regulatorische Rahmenbedingungen, unterschiedliches Spieler-Verhalten und lokale kulturelle Besonderheiten. Der SBC Summit 2026 bietet eine Plattform, um diese Aspekte zu beleuchten. SBC Events hatte schon im Jahr 2024 ein starkes Wachstum der internationalen Besucherzahlen verzeichnet, unter anderem 126% mehr aus Lateinamerika und 80% mehr aus Asien. Dies führte zur Einführung der beiden neuen Bühnen für „Global Markets“ und „Emerging Markets“.
Ein weiteres Highlight ist die Session „CEE in Transition: From Established Giants to Emerging Opportunities“, die sich mit den Märkten Mittel- und Osteuropas, Zentralasiens und des Kaukasus befasst. Hier geht es um steigende Steuern, strengere Regulierung und größeren Wettbewerb. Diskussionen umfassen die Anpassung von Betreibern wie Loteria Română (CEO Ionut-Valeriu Andrei) und Entain CEE (CCO Mikolaj Cymerman) an diese Veränderungen. Danach folgt „From Kazakhstan to Georgia: Who’s Opening Up and Who’s Shutting Down in Eurasia?“. Dort stehen die Regulierungsansätze in Zentralasien und im Kaukasus im Vordergrund. Der Fernost wird in der abschließenden Sitzung „The Far East: Opportunity Rising, Tolerance Shrinking“ behandelt. Die Entwicklung der Regulierung und Durchsetzung in Ländern wie den Philippinen, Kambodscha, Vietnam, Japan und Macau wird hier beleuchtet. Dominique Laconico, Präsidentin von MegaBet+, und Keith McDonnell, Direktor der KMI Group, werden darlegen, wo Reformen glaubwürdige Wege in regulierte Märkte schaffen und wo Einschränkungen zunehmen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler hat diese Konzentration auf internationale Wachstumsmärkte keine direkten Auswirkungen auf ihre nationalen Spieloptionen. Deutschland hat mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 ein sehr spezifisches und strenges regulatorisches Umfeld geschaffen. Spieler in Deutschland sollten ausschließlich bei Online-Glücksspielanbietern spielen, die eine gültige deutsche Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen. Die GGL-Whitelist ist hierfür die verbindliche Anlaufstelle. Diese Lizenzen stellen sicher, dass strenge Regeln zum Spielerschutz eingehalten werden. Dazu gehören Einsatzlimits von 1 Euro pro Spin an Spielautomaten und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System. Märkte wie Afrika oder Fernost haben oft ganz andere Regulierungsansätze, die nicht mit den hohen deutschen Standards vergleichbar sind. Dortige Betreiber fokussieren sich auf den Aufbau von Lizenzen und Infrastruktur, basierend auf den lokalen Gesetzen. Deutsche Spieler genießen somit einen deutlich höheren Schutzstandard, der in vielen der auf dem SBC Summit besprochenen Märkte noch nicht erreicht ist.
Was das für GGL-Casinos heißt
Betreiber von GGL-lizenzierten Casinos in Deutschland sind an die strengen Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags gebunden. Die Diskussionen auf dem SBC Summit über „Emerging Markets“ sind für sie eher eine Möglichkeit, globale Trends und technische Innovationen zu beobachten, die eventuell in Zukunft auch für den deutschen Markt relevant werden könnten. Direkte Geschäftsmöglichkeiten bieten diese Märkte aufgrund der sehr unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen und der klaren Fokus auf die deutsche Lizenz für GGL-Casinos jedoch kaum. Vielmehr könnte das Wissen über wachsende internationale Märkte dazu dienen, ein besseres Verständnis für die globale Dynamik der Branche zu entwickeln und langfristige strategische Entscheidungen über die Positionierung im weltweiten Glücksspielgeschäft zu treffen. Es unterstreicht auch den Wert einer stabilen und lizenzierten Geschäftstätigkeit, wie sie in Deutschland durch die GGL gewährleistet wird, im Gegensatz zu den oft noch volatilen und sich entwickelnden Regulierungen in Schwellenländern.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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