Alle Casino News auf Deutsch
Markt

Bitcoin stürzt unter 64.000 Dollar: Krypto-Markt vor US-Zinsentscheidung nervös

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Bitcoin stürzt unter 64.000 Dollar: Krypto-Markt vor US-Zinsentscheidung nervös

Bitcoin fällt um 2,5 Prozent und berührt die Marke von 63.327 Dollar. Anleger ziehen Kapital ab, während die US-Notenbank Federal Reserve über neue Zinsschritte berät.

Der Krypto-Markt zeigt sich in diesen Tagen von seiner unruhigen Seite. Bitcoin ist am Dienstag unter die psychologisch wichtige Grenze von 64.000 Dollar gerutscht. In der Spitze verlor die führende Kryptowährung rund 2,5 Prozent ihres Wertes und markierte ein lokales Tief bei 63.327 Dollar. Zwar konnte sich der Kurs im späteren Verlauf wieder leicht auf etwa 63.858 Dollar stabilisieren, doch die Anspannung unter den Investoren bleibt förmlich mit den Händen greifbar. Grund für diesen Ausverkauf ist vor allem die Vorsicht der Marktteilnehmer. Viele Daytrader und institutionelle Anleger reduzieren derzeit ihre Risiko-Positionen, da die US-Notenbank Federal Reserve zu ihrer zweitägigen Sitzung zusammengekommen ist.

Technische Verkaufssignale verschärften den Abwärtsdruck zusätzlich. Auf dem 4-Stunden-Chart durchbrach Bitcoin eine aufsteigende Trendlinie, die den Kurs eigentlich seit den Tiefstständen Ende Juni bei knapp 58.000 Dollar gestützt hatte. Alle Versuche einer schnellen Rückeroberung der 64.000er-Marke scheiterten bisher kläglich. Damit notiert die Münze aktuell unter dem sogenannten Supertrend-Widerstand, der bei 65.198 Dollar liegt. Auch der gleitende Durchschnitt der letzten 20 Tage bei 64.449 Dollar konnte nicht gehalten werden. Erst knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt bei 63.343 Dollar fanden sich genügend Käufer, um den freien Fall vorerst zu stoppen.

Zahlen und Fakten

Ein Blick auf die nackten Zahlen verdeutlicht die aktuelle Kapitalflucht. Die in den USA zugelassenen Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am 27. Juli Nettoabflüsse in Höhe von 11.64 Millionen Dollar. Dies stellt bereits den dritten Tag in Folge dar, an dem mehr Geld abgezogen als investiert wurde. Besonders hart traf es den IBIT-Fonds von BlackRock, der Abflüsse von 8,82 Millionen Dollar hinnehmen musste. Der FBTC-Fonds von Fidelity verlor 2,82 Millionen Dollar. Interessanterweise scheint Ether derzeit eine Sonderrolle einzunehmen. Während Bitcoin-Anleger flüchten, sammelten Spot-Ether-ETFs Nettozuflüsse von 9,23 Millionen Dollar ein, wobei auch hier BlackRock mit dem ETHA-Fonds das Feld anführte.

Der Analyst Michaël van de Poppe sieht in der aktuellen Korrektur jedoch keinen Grund zur Panik. Er blickt optimistisch auf den kommenden Monat und prognostiziert eine mögliche Erholung in Richtung der 68.000 Dollar für den frühen August. Unterstützung findet diese These in On-Chain-Metriken wie dem MVRV-Verhältnis (Market-Value-to-Realized-Value), das aktuell bei 1,21 liegt. Dieser Wert signalisiert, dass der Markt noch weit von den historischen Tiefpunkten einer Kapitulierung entfernt ist. Dennoch hängen die nächsten Tage massiv von der Kommunikation aus dem Hause der Federal Reserve ab. Auch wenn die Mehrheit mit stabilen Zinsen zwischen 3,50 und 3,75 Prozent rechnet, preisen die Terminmärkte eine kleine Restwahrscheinlichkeit für eine Überraschung ein.

„Deutliche Signale für eine Zinserhöhung im September könnten den US-Dollar stärken und Risiko-Assets weiter unter Druck setzen.“ - Sinngemäß zusammengefasst aus der Marktanalyse zur Federal Reserve Sitzung.

Hintergrund

Die psychologische Komponente dieser Marktbewegung darf nicht unterschätzt werden. Liquidation-Heatmaps zeigen, dass sich zwischen 64.400 und 64.600 Dollar eine massive Konzentration von gehebelten Short-Positionen befindet. Sollte der Kurs unter die 50-Tage-Linie tauchen, könnten weitere Verkäufe bis in den Bereich von 61.800 Dollar ausgelöst werden. Der Relative-Stärke-Index (RSI) auf dem Tages-Chart ist auf 48,13 gesunken, was eine neutrale bis leicht bärische Stimmung widerspiegelt. Die Märkte warten nun gespannt auf die Pressekonferenz von Kevin Warsh, um Hinweise auf die künftige Geldpolitik zu erhalten.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Glücksspieler, die Kryptowährungen als Zahlungsmittel oder Wertanlage nebenbei nutzen, ist die aktuelle Volatilität ein Warnsignal. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt extrem streng. Wer in Online-Casinos mit GGL-Lizenz spielt, muss sich an ein monatliches anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 Euro halten, das über das LUGAS-System überwacht wird. Einbrüche beim Bitcoin-Kurs von über 2,5 Prozent an einem Tag bedeuten für Spieler, die ihre Gewinne in Krypto halten, einen realen Kaufkraftverlust. Da seriöse deutsche Anbieter Zahlungen meist in Euro abwickeln und Kryptowährungen oft gar nicht direkt für Einsätze an Slots mit dem 1-Euro-Limit pro Spin erlauben, sind die Auswirkungen für den Durchschnittsspieler begrenzt. Dennoch sollten Nutzer darauf achten, dass Krypto-Guthaben auf Wallets schnell an Wert verlieren können, während die Einzahlungslimits in Euro fix bleiben.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt eine Whitelist, die Transparenz und Spielerschutz garantiert. Deutsche Casinos mit dieser Lizenz sind verpflichtet, die strengen Vorgaben zur Spielsuchtprävention umzusetzen. Da Kryptowährungen aufgrund ihrer Pseudonymität oft im Graumarkt (MGA oder Curacao) genutzt werden, um regulatorische Hürden zu umgehen, bleibt die GGL bei ihrer harten Linie. Volatile Kurse wie der aktuelle Absturz unter 64.000 Dollar bestärken die Regulierer darin, auf stabilen Fiat-Währungen wie dem Euro zu bestehen. Dies schützt Spieler vor dem doppelten Risiko: dem Verlust beim Spiel und dem Währungsverfall in der Wallet. Ein stabiles Spielumfeld ist mit Bitcoin bei solchen Tagesschwankungen kaum zu garantieren.

Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

Alle Artikel von Lisa Lustich

Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:BlackRock

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

Verwandte Themen