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Dänemark blockiert über 330 illegale Glücksspielseiten: Harte Gangart zeigt Wirkung

10. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Dänemark blockiert über 330 illegale Glücksspielseiten: Harte Gangart zeigt Wirkung

Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden hat seit 2012 beeindruckende 359 illegale Glücksspiel-Websites blockiert. Alleine 2025 wurden 178 Seiten gesperrt, was Dorph als Erfolg wertet.

Dänemarks Glücksspielbehörde setzt ihre Offensive gegen illegale Online-Glücksspielanbieter verstärkt fort. Mit der jüngsten Welle von Blockierungen übersteigt die Gesamtzahl der gesperrten Websites nun 330. Dies unterstreicht das entschlossene Engagement Dänemarks für einen sicheren und regulierten Glücksspielmarkt. Die Bemühungen, die 2012 begannen, zeigen eine klare Strategie, Spieler vor unregulierten Angeboten zu schützen. Gerichtliche Genehmigungen für diese Blockaden sichern die rechtliche Grundlage des Vorgehens.

Die Spillemyndigheden, so der offizielle Name der dänischen Glücksspielbehörde, hat seit 2012 insgesamt 359 illegale Websites ins Visier genommen. Allein im aktuellen Geschäftsjahr 2025 wurden 178 Seiten von einem Gericht in Frederiksberg zur Sperrung freigegeben. Diese Anzahl stellt die größte einzelne Blockade seit Beginn der Maßnahmen dar. Damit intensiviert Dänemark seine Anstrengungen, die vorher nur einmal jährlich erfolgten, seit 2023 jedoch zweimal jährlich durchgeführt werden.

Zahlen und Fakten

Die jüngste gerichtliche Entscheidung im Juni 2025 ermöglichte die Blockade von 178 zusätzlichen Websites. Diese beeindruckende Zahl trägt dazu bei, dass insgesamt 359 illegale Glücksspiel-Websites seit der Einführung der Blockademaßnahmen im Jahr 2012 gesperrt wurden. Die meisten dieser Seiten bieten traditionelle Casinospiele wie Roulette, Spielautomaten und Poker an. Es gab auch acht Websites, die sogenannten „Skinbetting“ anboten, bei dem virtuelle Gegenstände aus Computerspielen als Einlage oder Gewinn dienen. Für diese Form des Glücksspiels sind Kinder und Jugendliche besonders anfällig.

Anders Dorph, der Direktor der Spillemyndigheden, äußerte sich erfreut über den Erfolg:

„Es ist natürlich frustrierend, dass immer wieder illegale Glücksspielseiten auftauchen, die sich an Dänen richten. Aber ich bin sehr froh, dass wir die Werkzeuge haben, um die Seiten zu finden, und dass es uns gelingt, sie zu blockieren.“ - Anders Dorph, Direktor der Spillemyndigheden

Er betonte weiter, dass die Verdopplung der Blockierungen pro Jahr seit 2023 einen schnelleren Zugang zu Seiten verhindert, die keine dänische Lizenz besitzen. Diese bieten Spielern nicht den gleichen Schutz wie lizenzierte Anbieter. Im April 2025 verzeichnete der legale dänische Glücksspielmarkt einen Anstieg der Bruttospielerträge (GGR) um 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Einnahmen erreichten DKK665 Millionen (etwa 89,1 Millionen Euro). Das Online-Casino-Segment war dabei mit DKK331 Millionen am stärksten, ein Plus von 21,4 Prozent gegenüber April 2024. Spielautomaten machen 78,9 Prozent der Online-Casino-Einnahmen aus.

Hintergrund

Die dänische Glücksspielbehörde wendet klare Kriterien an, um unerlaubte Glücksspielangebote zu identifizieren. Eine Website wird als auf Dänemark abzielend eingestuft, wenn sie auf Dänisch verfügbar ist, Ein- und Auszahlungen in dänischer Währung anbietet, dänischen Kundenservice bereithält oder Zahlungsmethoden akzeptiert, die nur in Dänemark funktionieren. Auch Sportwetten auf untere Ligen und Wettbewerbe des Landes fallen in diese Kategorie. Zuerst werden die Betreiber gewarnt. Bei Nichteinhaltung erfolgt die Anfrage an Telekommunikationsanbieter, die Seite zu sperren. Diese Anfragen benötigen dann eine gerichtliche Genehmigung.

Die dänischen Telekommunikationsunternehmen sind verpflichtet, die gerichtlich angeordneten Sperrungen umzusetzen. Dies ist ein entscheidender Schritt, um den Zugang zu nicht lizenzierten Angeboten effektiv zu unterbinden. Die Strategie der doppelten Blockierungsraten pro Jahr soll die Zeit verkürzen, in der dänische Spieler illegalen Angeboten ausgesetzt sind, und somit den Verbraucherschutz stärken.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Dänemarks Vorgehen ist ein klares Beispiel für konsequenten Spielerschutz und Marktregulierung. Für deutsche Spieler bedeutet dies, dass solche Maßnahmen auch hierzulande von Bedeutung sind und ein Vergleich zu den heimischen Regulierungen gezogen werden kann. Seit dem 1. Juli 2021 regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Online-Glücksspielmarkt in Deutschland. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist für dessen Umsetzung und Überwachung zuständig.

Ähnlich wie in Dänemark verfolgt die GGL das Ziel, den Schwarzmarkt einzudämmen und Spieler zu schützen. Dies geschieht durch die sogenannte GGL-Whitelist, die alle legalen Anbieter von Online-Glücksspielen listet. Spieler sollten ausschließlich auf Angebote dieser Whitelist zurückgreifen. Der GlüStV 2021 beinhaltet strenge Spielerschutzmaßnahmen, darunter ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das zentrale Überwachungssystem LUGAS kontrolliert wird. Zudem ist der Einsatz pro Spin an Online-Spielautomaten auf 1 Euro begrenzt. Auch ein landesweites Selbstausschluss-System ist über OASIS verfügbar. Diese Maßnahmen sollen der Spielsuchtprävention dienen und Minderjährige schützen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Aktionen in Dänemark zeigen, dass staatliche Regulierungsbehörden auch in Europa keine Kompromisse eingehen, wenn es um den Schutz der Spieler und die Integrität des Glücksspielmarktes geht. Für hierzulande lizenzierte GGL-Casinos bedeutet dies eine Bestätigung ihres Geschäftsmodells. Sie operieren unter fairen und kontrollierten Bedingungen. Diese Anbieter investieren in Lizenzgebühren, Steuern und strenge Compliance-Maßnahmen. Sie profitieren von der verstärkten Bekämpfung illegaler Konkurrenz, da Spieler so eher den Weg zu legalen und sicheren Angeboten finden. Der legale Markt wird gestärkt, und die Einhaltung der Vorschriften wird als Qualitätsmerkmal wahrgenommen.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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