Dänemark blockiert mehr illegale Glücksspielseiten und stärkt die Online-Sicherheit

Im Jahr 2025 blockierte Dänemark 334 nicht lizenzierte Glücksspiel-Websites. Dies geschah nach einer Ausweitung der Kontrollen von Domains, Apps, Affiliates und sozialen Plattformen.
Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden hat ihre Bemühungen zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels deutlich verstärkt. Im Jahr 2025 wurden 334 nicht lizenzierte Glücksspiel-Websites blockiert. Die Zahl stieg hauptsächlich aufgrund einer verbesserten Überwachung. Dieses Vorgehen zeigt, wie wichtig es ist, den Online-Markt zu schützen. Auch die Marktanteile des Online-Casinos wachsen stetig weiter.
Zahlen und Fakten
Im Jahr 2025 prüften Spillemyndigheden und die Betrugsbekämpfungseinheit der dänischen Steuerbehörde insgesamt 695 Plattformen. Dabei nutzten sie öffentliche Hinweise, Datenanalysen und direkte Online-Suchen. Gerichte bestätigten, dass 334 Websites ohne dänische Lizenz Glücksspiele anboten. Sie ordneten die Blockierung dieser Seiten an. Weitere 36 Websites änderten oder entfernten ihre Angebote, nachdem die Behörde sie kontaktiert hatte. Die Behörde teilte mit, dass die höhere Zahl der Blockierungen hauptsächlich auf eine stärkere Überwachung zurückzuführen sei. Es sei keine schnelle Ausweitung des illegalen Glücksspiels zu erkennen.
Ein Test zeigte auch die Wirkung des DNS-basierten Blockierens. Nach der Blockierung von 178 Domains im Juni 2025 sanken die Besuche dieser Seiten in den folgenden sechs Monaten um etwa 34 Prozent. Der Bericht merkte an, die Ergebnisse seien nicht einheitlich. Einige Domains zeigten keinen messbaren Rückgang. Ein umfassenderer Bericht über das Spielerverhalten wird später im Jahr 2026 erwartet.
Hintergrund
Dänemark hat seine digitale Durchsetzung erweitert. Die Zusammenarbeit mit Teleindustrien, dem Verband der dänischen Internetanbieter, wurde verbessert. Dies ermöglicht ein schnelleres Blockieren von Spiegel- und Klonseiten. So können Betreiber nicht einfach eine gesperrte Domain durch eine fast identische Version ersetzen. Der Jahresbericht wies auch darauf hin, dass sich illegales Marketing zunehmend auf mobile Apps, Streaming-Dienste und soziale Medien verlagert. Spillemyndigheden hat nun formelle Meldekanäle mit Apple und Google. Dies beschleunigt die Entfernung illegaler Apps. Lizenzierte Betreiber können zudem Markenmissbrauch direkt an Meta melden.
Das neue dänische Rahmenwerk Spilpakke 1, im Oktober 2025 genehmigt, gibt der Regulierungsbehörde breitere Befugnisse. Es erlaubt Maßnahmen gegen Vermittlungs- und Affiliate-Websites. Das Paket führte auch ein „Whistle-to-Whistle“-Werbeverbot für Glücksspiele rund um Live-Sportveranstaltungen ein. Dieses Verbot gilt von 10 Minuten vor bis 10 Minuten nach dem Ereignis. Diese Maßnahmen sollen besonders Kinder und gefährdete Spieler schützen. Eine breite parlamentarische Mehrheit unterstützte dieses Paket. Im Parlament wurde deutlich gemacht, dass man dem Markt für zu viel Raum bei der Suchtprävention gelassen hat. Das will man nun ändern. Ane Halsboe-Jørgensen, dänische Steuerministerin, sagte dazu:
„Dies ist der Beginn einer Auseinandersetzung mit einer Glücksspielbranche, die viel zu lange zu viel Raum eingenommen hat, damit Unterhaltung nicht zur Sucht wird. Dies erfordert verantwortungsvolle Anbieter, strengere Regeln und eine nachhaltige politische Anstrengung.“ - Ane Halsboe-Jørgensen, dänische Steuerministerin
Online-Glücksspiel machte 2025 73 Prozent der gesamten Bruttospielerträge (GGR) Dänemarks aus. Dies ist ein Anstieg von 70 Prozent im Jahr 2024 und ein erheblicher Sprung von 33 Prozent im Jahr 2012. Online-Casinos generierten etwa 578 Millionen Euro (4,31 Milliarden DKK). Das sind 12,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2012 ist das Segment um 139 Prozent gewachsen. Es hat die Lotterien überholt. 73 Prozent der kombinierten Online-Casino- und Wettumsätze stammten von mobilen Geräten. Landbasierte Casinos verzeichneten hingegen einen Rückgang. Ihr Umsatz sank um 5,6 Prozent auf rund 51 Millionen Euro (378 Millionen DKK). Das entspricht drei Prozent des Marktes. Erstmals wurde landbasiertes Bingo erfasst. Es generierte etwa 4 Millionen Euro (30 Millionen DKK). Spillemyndigheden beteiligte sich zudem an 25 Untersuchungen illegaler Glücksspielautomaten und Wettterminals. Diese Zahlen zeigen: Dänemarks Glücksspielmarkt wird digitaler, während die physische Durchsetzung aktiv bleibt.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Die Entwicklungen in Dänemark sind für deutsche Spieler durchaus relevant. Auch wenn der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) in Deutschland spezifische Regeln hat, zeigen die dänischen Maßnahmen einen Trend. Dieser Trend geht hin zu stärkerer Regulierung und besserem Spielerschutz in der gesamten EU. Für deutsche Spieler bedeutet das, dass lizenzierte Online-Casinos die sicherste Wahl sind. Die deutsche Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) lizenziert diese Anbieter. Sie sind an strenge Regeln gebunden. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin. Außerdem gibt es die LUGAS-Datenbank. Diese ermöglicht eine zentrale Sperrdatei und schützt vor übermäßigem Glücksspiel. Illegale Anbieter, die keine deutsche Lizenz haben, können diese Schutzmechanismen umgehen. Dänemarks verstärkte Blockade-Maßnahmen signalisieren eine ähnliche Entschlossenheit. Obwohl die GGL bereits aktiv gegen illegale Anbieter vorgeht, sind die dänischen Erfahrungen nützlich. Sie zeigen, wie man den Kampf gegen nicht lizenzierte Angebote noch effektiver gestalten kann. Deutsche Spieler sollten immer nur bei Anbietern spielen, die auf der Whitelist der GGL stehen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für in Deutschland lizenzierte GGL-Casinos könnten die dänischen Erfahrungen einen Ausblick bieten. Die strengere Überwachung illegaler Marketingkanäle könnte auch auf Deutschland übertragen werden. Das würde bedeuten, dass die GGL ihre Bemühungen zur Überwachung von sozialen Medien, Apps und Affiliate-Marketing verstärken könnte. Dies schafft gleiche Wettbewerbsbedingungen. Ehrliche Anbieter erfahren weniger Konkurrenz durch illegale Seiten. Die Kooperation mit Technologiegiganten wie Apple, Google und Meta, wie in Dänemark praktiziert, wäre auch für die GGL von Vorteil. Sie würde die Entfernung illegaler Inhalte beschleunigen. Sollte die GGL ähnliche „Whistle-to-Whistle“-Werbeverbote einführen, müssten GGL-Casinos ihre Marketingstrategien anpassen. Der Fokus würde noch stärker auf verantwortungsvollem Glücksspiel und dem Schutz der Spieler liegen. Die kontinuierliche Anpassung an neue digitale Marketingformen ist für lizenzierte Casinos unerlässlich. Nur so können sie wettbewerbsfähig bleiben und gleichzeitig die Vorschriften einhalten.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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