Wettmarkt im Wandel: Entain droht Abstieg und Milliarden-Prognosen für Schwarzmarkt
KI-GENERIERTDer Betting and Gaming Council (BGC) erwartet für die Premier League Saison Wetteinsätze von bis zu 800 Millionen Pfund bei illegalen Anbietern. Zudem verliert Entain wohl seinen Platz im FTSE 100 Index.
Die Welt des Online-Glücksspiels steht Ende August 2026 vor tiefgreifenden Veränderungen, die sowohl die wirtschaftliche Stabilität großer Konzerne als auch die Wirksamkeit staatlicher Regulierung betreffen. Während die Premier League in eine neue Spielzeit startet, blickt die Branche mit Sorge auf die wachsende Macht illegaler Wettanbieter. Der Betting and Gaming Council (BGC) hat alarmierende Zahlen veröffentlicht, die zeigen, dass der Schwarzmarkt trotz oder gerade wegen strengerer Auflagen für lizenzierte Buchmacher floriert. Besonders die erste Saison ohne Glücksspielwerbung auf den Trikotfronten der Vereine dient hierbei als kritischer Beobachtungspunkt.
Gleichzeitig kämpft einer der größten Player der Branche, Entain, mit massiven Kursverlusten an der Börse. Die Auswirkungen erhöhter Steuersätze für Online-Glücksspiel in Großbritannien hinterlassen deutliche Spuren in den Bilanzen. Diese fiskalischen Eingriffe führen dazu, dass etablierte Unternehmen an Marktwert verlieren, während nicht regulierte Anbieter, die keine Steuern abführen, ihre Marktanteile aggressiv ausbauen können. Die Kluft zwischen dem regulierten Sektor und dem illegalen Angebot scheint sich weiter zu vertiefen, was die Debatte um die Sinnhaftigkeit hoher Steuerlasten im Glücksspielsektor neu entfacht.
Zahlen und Fakten
Die Prognosen des BGC sind eindeutig: In der laufenden Saison der Premier League sollen bis zu 800 Millionen Pfund bei illegalen Betreibern gesetzt werden. Für die darauffolgende Spielzeit wird sogar ein Anstieg auf rund eine Milliarde Pfund erwartet. Allein am Eröffnungswochenende flossen schätzungsweise 20 Millionen Pfund in dunkle Kanäle. Ein wesentlicher Grund dafür sind die drastischen Steuererhöhungen. Seit dem 1. April 2026 wurde die Abgabe auf Online-Glücksspiele (Remote Gaming Duty) von 21 % auf 40 % fast verdoppelt. Ab dem 1. April 2027 folgt eine separate Steuer von 25 % auf Online-Wetten, während die Gebühren für Betriebslizenzen der Gambling Commission bereits zum 1. Oktober 2026 um 25 % steigen.
Auch bei der Sichtbarkeit von Marken gibt es eine Diskrepanz zwischen öffentlicher Wahrnehmung und Realität. Eine Studie der Universität Nottingham zeigt, dass Glücksspiel-Branding in den YouTube-Highlights der Sky Sports Sendungen für 32,4 % der Zeit sichtbar war. Im Vergleich dazu lag dieser Wert bei den Highlights der FIFA Weltmeisterschaft 2026 bei lediglich 1,5 %. Von den 153 Sekunden Werbezeit vor den Premier-League-Paketen entfielen 123 Sekunden auf Glücksspielmarken. Diese Präsenz am Spielfeldrand und auf LED-Wänden macht über 50 % der Sichtbarkeit aus, was verdeutlicht, dass das freiwillige Verbot von Trikotwerbung nur einen Bruchteil der tatsächlichen Marketingpräsenz abdeckt.
Hintergrund
Der drohende Abstieg von Entain aus dem FTSE 100 ist ein direktes Resultat dieser Marktdynamik. Am Morgen des 27. August handelte die Aktie bei nur 517 Pence, was den Konzernwert auf etwa 3,3 Milliarden Pfund drückt. Obwohl der Nettoumsatz wuchs, sank das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr 2026 um 2 %, primär belastet durch die höhere Steuerlast. FTSE Russell wird die endgültige Entscheidung über den Ausschluss nach Börsenschluss am 2. September bekannt geben. Inmitten dieser Turbulenzen sorgt auch die Personalie Phil Walker für Aufsehen. Der Labour-Abgeordnete Dawn Butler und der konservative Abgeordnete Iain Duncan Smith äußerten tiefe Besorgnis über seine Ernennung zum Interim-Chef von Allwyn UK.
„Wir sind zutiefst besorgt über die Ernennung von Phil Walker zum Interim-Chief Executive von Allwyn UK, da gegen ihn im Jahr 2024 persönliche Sanktionen wegen Versäumnissen bei der Geldwäschebekämpfung verhängt wurden.“ - Dawn Butler, Abgeordnete der Labour Party
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Kunden, die bei Anbietern mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) spielen, bietet die aktuelle Entwicklung in Großbritannien ein wichtiges Lehrstück. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) strikte Grenzen, wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Diese Regeln werden über das LUGAS-System überwacht. Die britischen Zahlen zum Schwarzmarkt zeigen, dass übermäßige Steuer- oder Regulierungsdruck Spieler dazu bewegen kann, Schutzmaßnahmen zu verlassen und bei illegalen Anbietern ohne Spielerschutz zu wetten. Deutsche Spieler sollten daher penibel darauf achten, nur bei Anbietern auf der offiziellen GGL-Whitelist zu spielen, um rechtlich abgesichert zu sein und nicht Gefahr zu laufen, bei unregulierten Schwarzmarkt-Plattformen ihre Einsätze oder Gewinne zu verlieren.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Entwicklung in Großbritannien ist eine Warnung für lizenzierte deutsche Casinos. Wenn die steuerliche Belastung oder die regulatorischen Hürden zu hoch werden, schrumpfen die Margen so stark, dass die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Schwarzmarkt leidet. In Deutschland wird die Branche bereits durch die 5,3 %ige Einsatzsteuer auf Online-Slots und Poker stark belastet. Die GGL muss sicherstellen, dass die Whitelist-Anbieter attraktiv genug bleiben, damit die Kanalisierungsquote nicht einbricht. Curaçao verschärft derweil seine Regeln für die Identitätsprüfung (Onboarding), was bedeutet, dass der früher als „wilder Westen“ geltende Standort versucht, seriöser zu werden. Vollständige Konformität wird dort bis zum 1. Mai 2027 verlangt. Für GGL-lizenzierte Unternehmen bedeutet dies einerseits weniger Konkurrenz durch extrem schwach regulierte Anbieter, andererseits aber auch den Druck, die eigenen strengen IT-Standards kontinuierlich an die LUGAS-Vorgaben anzupassen.
Häufige Fragen
Wie hoch schätzt der BGC die illegalen Wetteinsätze in der Premier League?
Der BGC prognostiziert für die laufende Saison illegale Einsätze von bis zu 800 Millionen Pfund. In der nächsten Saison könnte diese Summe sogar auf rund eine Milliarde Pfund ansteigen.
Warum droht Entain der Ausschluss aus dem FTSE 100?
Die Marktkapitalisierung von Entain ist auf etwa 3,3 Milliarden Pfund gesunken, was unter die Schwelle für den Verbleib im britischen Leitindex fällt. Ein Hauptgrund sind die gestiegenen Steuern auf Online-Glücksspiel, die den Gewinn drücken.
Welche neuen Regeln gelten für die Identitätsprüfung in Curaçao?
Seit dem 21. August müssen Anbieter in Curaçao moderne Technologien wie ID-Scanning oder Videokonferenzen zur Kundenprüfung nutzen. Bestehende Unternehmen haben bis zum 1. Mai 2027 Zeit für die vollständige Umsetzung.
Sind deutsche Spieler von den Entwicklungen in Großbritannien betroffen?
Direkt betroffen sind sie nicht, aber die Situation zeigt die Gefahren eines wachsenden Schwarzmarkts auf. In Deutschland bietet nur die GGL-Lizenz gemäß GlüStV 2021 Sicherheit durch das LUGAS-System und feste Einsatzlimits.
Teilen
Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
Whitelist erlaubter Online-Anbieter
Redaktionsrichtlinien Lustich.de
BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).
Diesen Artikel in 45 Sprachen lesen
- Deutsch
- Portugiesisch
- Französisch
- Italienisch
- Spanisch
- Japanisch
- Polnisch
- Arabisch
- Niederländisch
- Russisch
- Türkisch
- Schwedisch
- Dänisch
- Norwegisch
- Finnisch
- Koreanisch
- Hindi
- Indonesisch
- Thailändisch
- Vietnamesisch
- Chinesisch
- Tschechisch
- Ungarisch
- Rumänisch
- Griechisch
- Ukrainisch
- Kroatisch
- Bulgarisch
- Filipino
- Slowakisch
- Serbisch
- Hebräisch
- Persisch
- Malaiisch
- Urdu
- Albanisch
- Afrikaans
- Litauisch
- Lettisch
- Estnisch
- Slowenisch
- Usbekisch
- Suaheli
- Aserbaidschanisch
- Haussa
Verwandte Themen
Weiterführende Artikel
KI-GENERIERTSteuer-Kehrtwende in Estland: Online-Casinos droht Ende der Vergünstigungen
Estlands Premierminister Kristen Michal prüft die Rücknahme von Steuersenkungen für Online-Casinos, da Einnahmen ausbleiben und ein Defizit von Millionen Euro droht.
KI-GENERIERTNiederlage vor Gericht: Prognosemärkte als illegales Glücksspiel eingestuft
Ein US-Berufungsgericht bestätigt das Recht des Bundesstaates Nevada, Sportwetten-Börsen wie KalshiEX zu regulieren. Richter Ryan Nelson sieht kaum Unterschiede zum klassischen Glücksspiel.
KI-GENERIERTGlücksspiel-Verbot in Tucumán: Abgeordneter plant radikalen Stopp für Online-Casinos
In der argentinischen Provinz Tucumán droht das Aus für Online-Glücksspiel. Ein Gesetzentwurf fordert den totalen Stopp aller Apps und Wetten innerhalb von 90 Tagen.











