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Evolution Gaming: Gewinn steigt im zweiten Quartal 2026 trotz geringerer Umsätze

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Evolution Gaming: Gewinn steigt im zweiten Quartal 2026 trotz geringerer Umsätze

Evolution Gaming hat im zweiten Quartal 2026 einen Gewinnanstieg verzeichnet, obwohl die Nettoerlöse um 1,2 Prozent auf 517,8 Millionen Euro gesunken sind. Der Gewinn pro Aktie verbesserte sich auf 1,27 Euro.

Der Glücksspielanbieter Evolution Gaming, bekannt für seine Live-Casino-Angebote und RNG-Spiele, hat die Ergebnisse für das zweite Quartal des Jahres 2026 veröffentlicht. Auffällig ist dabei ein Anstieg des Gewinns und des Gewinns je Aktie, obwohl die Nettoerlöse und das EBITDA leicht zurückgingen. Diese Entwicklung zeigt einen interessanten Trend in der Glücksspielbranche, wo Effizienz und Kostenkontrolle eine immer größere Rolle spielen.

Die globalen Märkte zeigen ein gemischtes Bild für Evolution, mit starkem Wachstum in Lateinamerika und Nordamerika, aber auch anhaltenden Herausforderungen in Europa und einem Rückgang in Asien. Dies unterstreicht die Notwendigkeit flexibler Strategien, um in einem sich ständig wandelnden regulierten Umfeld erfolgreich zu sein.

Zahlen und Fakten

Im zweiten Quartal 2026 sanken die Nettoerlöse von Evolution leicht um 1,2 Prozent auf 517,8 Millionen Euro (591,9 Millionen US-Dollar) im Vergleich zum Vorjahr. Auch das EBITDA verringerte sich auf 341 Millionen Euro (389,8 Millionen US-Dollar). Trotz dieser Rückgänge konnte das Unternehmen den Gewinn steigern. Für das erste Quartal lag der Gewinn bei 251,4 Millionen Euro (287,4 Millionen US-Dollar), eine Verbesserung gegenüber dem ersten Quartal 2025. Der Gewinn pro Aktie erhöhte sich von 1,22 Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,27 Euro (1,45 US-Dollar). Für das gesamte bisherige Geschäftsjahr stieg der Gewinn leicht auf 503,4 Millionen Euro (575,4 Millionen US-Dollar). Der Gewinn pro Aktie für das bisherige Geschäftsjahr erreichte 2,54 Euro.

Regional betrachtet gab es deutliche Unterschiede: Lateinamerika verzeichnete ein starkes Wachstum von 26,3 Prozent. Nordamerika legte um 9,5 Prozent zu. Europa zeigte nach mehreren Verlustquartalen erstmals wieder ein Vierteljahreswachstum von 3,5 Prozent. Afrika blieb ein volatiler Markt, zeigte jedoch ein Quartalswachstum von 14,2 Prozent. Asien war die einzige Region mit einem Rückgang von 3,7 Prozent im zweiten Quartal. Parallel zu den Quartalszahlen beglich Evolution eine Forderung der UK Gambling Commission in Höhe von 6,4 Millionen US-Dollar (ca. 4,75 Millionen Pfund) im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von Inhalten auf nicht lizenzierten Websites. Das Unternehmen gab außerdem bekannt, dass die vereinbarte Frist für die Übernahme von Galaxy Gaming abgelaufen ist, was bedeutet, dass beide Parteien die Vereinbarung nun beenden können.

Hintergrund

Martin Carlesund, der CEO von Evolution Gaming, äußerte sich zufrieden mit den Ergebnissen des zweiten Quartals. Er betonte, dass der Weg des Unternehmens selten geradlinig sei, das Wichtigste jedoch der stetige Fortschritt sei. > „Der Weg ist fast nie geradlinig, aber es zählt, dass wir vorankommen. Manche Kurven sind härter als andere, aber sie können auch Spaß machen. Und das Gleiche gilt für Evolution. Es ist großartige, lustige Arbeit, und wir bewegen uns immer vorwärts.“ - Martin Carlesund, CEO, Evolution

Carlesund sieht insbesondere in Europa eine „Hauptleidenschaft“ aufgrund der anhaltenden Herausforderungen. Er kritisierte die „suboptimalen Kanalisierungsraten“ in einigen europäischen Märkten. Er argumentierte, dass zu hohe Glücksspielsteuern, wie die Erhöhung der Remote Gaming Duty im Vereinigten Königreich von 21 Prozent auf 40 Prozent, die Kanalisierung gefährden. Dies führt dazu, dass Spieler auf unregulierte Angebote ausweichen könnten, was weder für die Spieler noch für die Anbieter wünschenswert ist. Regulus Partners analysierte bereits im Februar, dass Evolution bei seiner RNG-Strategie „nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt“.

Die geplante Akquisition von Galaxy Gaming für rund 85 Millionen US-Dollar scheint ebenfalls ins Stocken geraten zu sein. Obwohl Evolution viel Zeit und Ressourcen aufgewendet hat, um die erforderliche Administration für den Abschluss der Übernahme zu bewältigen, ist der Deal für das Unternehmen nicht mehr als wesentlich anzusehen. Carlesund stellte zudem klar, dass eine fehlende Akquisition von Galaxy Gaming keinen „wesentlichen Einfluss auf unser bestehendes Geschäft, unsere US-Operationen oder unsere langfristigen Ambitionen hat“. Die RNG-Sparte, zu der NetEnt und Red Tiger gehören, zeigte im zweiten Quartal nur ein Wachstum von 1,4 Prozent auf 70,3 Millionen Euro, während das Live-Casino-Geschäft um 17,8 Prozent auf 438,1 Millionen Euro anstieg.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler sind diese globalen Entwicklungen nur indirekt relevant. In Deutschland gilt seit dem 1. Juli 2021 der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021). Dieser hat den Online-Glücksspielmarkt stark reguliert und bringt spezifische Rahmenbedingungen mit sich, die für Anbieter wie Evolution Gaming gelten müssen, wenn sie Spielern in Deutschland ihre Produkte legal anbieten wollen.

Deutsche Spieler können legal nur in Online-Casinos spielen, die über eine Konzession der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) verfügen. Diese Casinos finden sich auf der sogenannten GGL-Whitelist. Für diese Anbieter gelten strenge Regeln: Ein Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei Online-Spielautomaten gehört ebenso dazu wie ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das zentrale Überwachungssystem LUGAS kontrolliert wird. Evolution Gaming bietet in Deutschland über verschiedene GGL-lizenzierte Portale einige seiner Titel an. Vor allem die beliebten Live-Casino-Spiele stehen den deutschen Spielern zur Verfügung. Es ist wichtig, immer die offizielle GGL-Whitelist zu prüfen, um sicherzustellen, dass man auf einer legalen und sicheren Plattform spielt.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Herausforderungen, die Evolution Gaming in regulierten Märkten wie Europa sieht, spiegeln sich auch in den Bedingungen für GGL-Casinos wider. Die strengen Lizenzauflagen, insbesondere das Einzahlungs- und Einsatzlimit, können zu einer geringeren „Kanalisierungsrate“ führen. Das bedeutet, dass ein Teil der Spieler möglicherweise auf unregulierte Angebote ausweicht, die diese Beschränkungen nicht haben. Dies ist genau das Szenario, das Martin Carlesund in seiner Kritik an zu hohen Steuersätzen beschreibt, da es letztlich dem Spielerschutz schadet.

Andererseits bieten die stabilen Gewinne von Evolution trotz rückläufiger Umsätze auch eine gewisse Sicherheit. Es zeigt, dass das Unternehmen in der Lage ist, sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen und profitabel zu bleiben. Für GGL-Casinos, die Evolution-Spiele anbieten, bedeutet dies eine zuverlässige Partnerschaft mit einem finanziell gesunden und innovativen Anbieter. Innovationen wie neue Live-Tische oder Spielautomaten sind für lizenzierte Casinos in Deutschland von großer Bedeutung, um im Wettbewerb attraktiv zu bleiben und die Spieler in das regulierte Umfeld zu locken.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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