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Finnland öffnet 2027 den Markt – Affiliates kämpfen jetzt schon mit der Krypto-Frage

7. Juni 20268 Minvon Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Finnische Flagge neben einer Bitcoin-Münze auf einem Schreibtisch mit Analytics-Dashboard – Symbolbild Finnland Kryptoregulierung Affiliate-Markt

Helsinki bereitet die größte Glücksspielreform Skandinaviens seit 20 Jahren vor. Affiliates und Anbieter ringen vor allem um eine Frage: Wie streng wird Finnland Kryptozahlungen regulieren – und was bedeutet das für den deutschen Markt?

Finnland steht vor der größten Glücksspielreform seit Einführung des staatlichen Monopols 1937. Das aktuelle System um den Monopolisten Veikkaus wird zum 1. Januar 2027 zugunsten eines Lizenzmodells nach schwedischem Vorbild aufgegeben. Schon jetzt verhandeln Anbieter wie Kindred, LeoVegas, Betsson und Entain um Marktanteile, und die Affiliate-Branche stellt sich auf einen aufgeheizten Wettbewerb ein. Das Branchenmagazin iGaming Expert berichtete am 4. Juni 2026 über die zentrale Streitfrage: Wie streng wird Finnland Kryptozahlungen in lizenzierten Casinos regulieren?

Anders als Deutschland (das Krypto über § 4 ZAG faktisch ausschließt) hat Finnland bisher keine klare Linie kommuniziert. Im aktuellen Gesetzentwurf, der seit März 2026 in der Eduskunta (finnisches Parlament) beraten wird, sind Stablecoin-Zahlungen über lizenzierte Krypto-Asset-Service-Provider (CASPs) gemäß MiCA-Verordnung grundsätzlich erlaubt. Volatile Coins wie Bitcoin oder Ethereum sollen jedoch nur indirekt – über Tausch in Euro durch den CASP – verwendet werden dürfen. Anbieter wie BC.Game, Stake oder Vavada, die in der Krypto-Welt groß geworden sind, müssten ihr Geschäftsmodell für Finnland deutlich anpassen.

Für Affiliates ergibt sich daraus ein Tracking-Problem: Wer Krypto-Casinos bewirbt, verliert in Finnland ab 2027 voraussichtlich die Möglichkeit, Conversions sauber zuzuordnen – CASP-vermittelte Stablecoin-Zahlungen werden in Euro umgewandelt und tauchen in den Affiliate-Postback-Systemen anders auf als On-Chain-Transaktionen. Income Access, MyAffiliates und Cellxpert arbeiten laut iGaming Expert bereits an angepassten Postback-Schemata, die MiCA-konforme Stablecoin-Flows abbilden. Die finnische Aufsichtsbehörde Lupahallinto plant zudem ein zentrales Reporting-System, in das alle Anbieter ihre Affiliate-Provisionen einspielen müssen – ähnlich dem schwedischen Modell der Spelinspektionen.

Aus deutscher Sicht ist die finnische Diskussion aus zwei Gründen relevant. Erstens: Deutschland gehört innerhalb der EU zu den Ländern, die Krypto im regulierten Glücksspiel am strengsten ausschließen. Die GGL hat in ihrer Verlautbarung vom Januar 2025 klargestellt, dass die Annahme von Kryptowerten direkt durch lizenzierte Anbieter unzulässig ist – Spieler müssen über lizenzierte Zahlungsdienstleister in Euro einzahlen. Sollte Finnland sich für einen liberaleren Stablecoin-Ansatz entscheiden, entsteht innerhalb der EU ein klarer regulatorischer Bruch, der politische Folgewirkungen haben kann.

Zweitens: Die schwedische Spelinspektionen veröffentlichte im Mai 2026 eine Studie, die zeigt, dass 18 % der schwedischen Online-Casino-Spieler auf unlizenzierte Krypto-Casinos abwandern, sobald sie bei lizenzierten Anbietern auf Limits stoßen. Die Schwedische Branche fordert nun selbst eine Lockerung – und Finnland beobachtet diese Debatte aufmerksam. Für deutsche Spieler bedeutet das: Der Druck auf eine Reform des 1.000-€-LUGAS-Limits könnte 2027/2028 spürbar steigen, wenn nordeuropäische Märkte mit alternativen Schutzmodellen experimentieren.

Affiliate-Plattformen wie Catena Media (schon jetzt mit fünf Markenseiten in Finnland aktiv) und Better Collective rüsten ihre finnischen Sub-Brands bereits auf Krypto-Aufklärung um. Wir haben mit drei deutschen Affiliate-Managern gesprochen, die alle bestätigen: Wer 2027 in Finnland einsteigen will, muss bis Q4/2026 entscheiden, ob er Krypto-Content auf seinen DACH-Seiten weiter ausspielt – und damit das Risiko eingeht, von der GGL als Schwarzmarkt-Werbe-Vermittler abgemahnt zu werden. Goldenstein Rechtsanwälte haben 2025 bereits 14 entsprechende Verfahren gegen deutsche Affiliates eingeleitet, vier davon mit erfolgreichen Unterlassungserklärungen.

Für den deutschen Endkunden bleibt die Empfehlung klar: Spielen Sie ausschließlich bei GGL-lizenzierten Casinos, zahlen Sie per SOFORT/Giropay, Trustly, PayPal oder Banküberweisung ein. Krypto-Casinos – egal wie groß ihr Marketing-Budget – bleiben in Deutschland illegal. Was Finnland ab 2027 macht, ist für die Branche spannend, ändert aber an der deutschen Rechtslage nichts. Wir behalten die finnische Reform im Blick und berichten ausführlich, sobald die Eduskunta in der Sommerpause final entscheidet.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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