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Regulierung

Florida verklagt Stake und Chumba Casino wegen illegalen Glücksspiels

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Florida verklagt Stake und Chumba Casino wegen illegalen GlücksspielsKI-GENERIERT

Generalstaatsanwalt James Uthmeier geht gerichtlich gegen große Sweepstakes-Betreiber vor, denen er die Umgehung von Steuern und Spielerschutz vorwirft.

Der Kampf gegen das unregulierte Online-Glücksspiel in Florida erreicht eine neue Eskalationsstufe. Generalstaatsanwalt James Uthmeier hat zwei umfassende Klagen beim Bezirksgericht von Hillsborough County eingereicht. Die Vorwürfe richten sich gegen Schwergewichte der Branche, darunter die Betreiber von Stake, Chumba Casino, LuckyLand und Global Poker. Uthmeier wirft den Unternehmen vor, unter dem Deckmantel von Gewinnspielen und sozialen Netzwerken illegale Glücksspielimperien aufgebaut zu haben. Dabei zielt die Justiz nicht nur auf die Plattformbetreiber selbst ab, sondern nimmt ausdrücklich auch die Zahlungsdienstleister in die Pflicht, welche die Finanzströme erst ermöglichen.

In der offiziellen Begründung wird deutlich, dass die Behörden das Geschäftsmodell der sogenannten Social Casinos nicht länger als rechtliche Grauzone akzeptieren. Die Klagen führen an, dass die Beklagten gegen die Glücksspielgesetze Floridas sowie gegen den Florida Deceptive and Unfair Trade Practices Act verstoßen. Die Marketingstrategien dieser Firmen seien darauf ausgelegt, besonders verletzliche Gruppen wie Minderjährige und Senioren anzusprechen. Uthmeier sieht in den Angeboten eine direkte Bedrohung für den Verbraucherschutz und die staatliche Integrität, da die Betreiber jegliche Lizenzierung und Besteuerung vermeiden, während sie rund um die Uhr Zugang zu Casinospielen bieten.

Zahlen und Fakten\n Das Ausmaß des illegalen Marktes in Florida ist gigantisch. Schätzungen der American Gaming Association zufolge wurden im Jahr 2022 in den USA insgesamt 511 Milliarden US-Dollar bei illegalen Betreibern umgesetzt. Allein für Florida wird das Volumen illegaler Online-Casinos auf über 4 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Durchsetzungsbehörden haben bereits reagiert: Die Florida Gaming Control Commission (FGCC) gab bekannt, dass sie im Jahr 2025 insgesamt 14.474.336 US-Dollar sowie 6.725 illegale Spielautomaten beschlagnahmt hat. Dies entspricht mehr als einer Verdopplung gegenüber den 7 Millionen US-Dollar, die im Jahr 2024 sichergestellt wurden.

Die nun eingereichten Klagen verfolgen das Ziel, den Betrieb dieser Plattformen in Florida dauerhaft zu untersagen. Zudem fordert der Staat die Rückgabe der Verluste an die Verbraucher, die Herausgabe unrechtmäßig erworbener Gewinne sowie zivilrechtliche Strafen.

„Diese sogenannten Sweepstakes- und Social Casinos sind illegale Online-Glücksspielbetriebe. Wenn es wie ein Casino aussieht, echtes Geld wie ein Casino annimmt und wie ein Casino auszahlt, dann ist es ein Casino - und es ist nach dem Gesetz von Florida illegal.“ - James Uthmeier, Generalstaatsanwalt von Florida

Hintergrund

Das Kernproblem liegt in dem von den Betreibern genutzten Währungsmodell. Spieler kaufen Pakete mit sogenannten Gold Coins, denen oft Bonuswährungen wie Stake Cash oder Sweeps Coins beigefügt sind. Diese sekundären Währungen fungieren als einlösbare Wetteinsätze. Nach minimalen Umsatzbedingungen können sie in Kryptowährungen, Geschenkkarten oder Bargeld getauscht werden. Die Plattformen bieten klassische Spiele wie Slots, Blackjack und Roulette an, vermarkten sich jedoch als kostenlose soziale Unterhaltung. Laut Klageschrift dient dieses duale System einzig dem Zweck, das Glücksspiel um echtes Geld zu verschleiern und staatliche Kontrollen zu umgehen.

Die Situation in Florida ist besonders komplex, da der Staat einen exklusiven Vertrag mit dem Seminole Tribe of Florida unterhält. Nur diese lizenzierten Einrichtungen dürfen Vegas-Stil-Glücksspiele anbieten. Während legale Sportwetten bis zum Jahr 2030 voraussichtlich 4,4 Milliarden US-Dollar für den Staat generieren werden, entziehen die Sweepstakes-Anbieter dem regulierten Markt wertvolle Einnahmen und untergraben die festgelegten Verbraucherschutzstandards.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler in Deutschland ist diese Entwicklung ein deutliches Warnsignal. Ähnlich wie in Florida gibt es auch hierzulande klare Regeln durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Angebote, die versuchen, über Umwege wie Social Gaming oder Kryptowährungen das deutsche Lizenzsystem zu umgehen, sind illegal. In Deutschland sorgt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) für Ordnung. Wer bei Anbietern ohne GGL-Lizenz spielt, genießt keinen Schutz durch das LUGAS-System, das beispielsweise ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat festlegt.

Zudem gilt in Deutschland ein striktes Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Sweepstakes-Casinos, wie sie nun in Florida verklagt werden, ignorieren solche Schutzmaßnahmen oft komplett. Deutsche Nutzer sollten daher immer die offizielle Whitelist der GGL prüfen. Das Spielen bei unlizenzierten Anbietern birgt nicht nur das Risiko des Totalverlusts ohne rechtliche Handhabe, sondern kann auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, da die Teilnahme an illegalem Glücksspiel in Deutschland verboten ist.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Klagen in den USA stärken indirekt die Position regulierter Casinos in Deutschland. Sie verdeutlichen, dass staatliche Behörden weltweit zunehmend bereit sind, auch gegen komplex verschleierte Geschäftsmodelle vorzugehen. Für Betreiber mit GGL-Lizenz bedeutet dies eine faire Wettbewerbsgrundlage, da der Druck auf die Schwarz- und Graumärkte wächst. Die GGL hat bereits angekündigt, verstärkt gegen illegale Werbung und unlizenzierte Zahlungsströme vorzugehen, was Parallelen zu Uthmeiers Strategie gegen die Zahlungsdienstleister in Florida aufweist. Ein sauberes, lizenziertes Umfeld ist langfristig der einzige Weg, um sowohl wirtschaftlichen Erfolg als auch rechtliche Sicherheit zu garantieren.

Häufige Fragen

Wer wird in Florida genau verklagt?

Generalstaatsanwalt James Uthmeier hat Klagen gegen die Betreiber von Stake, Chumba Casino, LuckyLand und Global Poker sowie deren Zahlungsdienstleister eingereicht. Ihnen wird vorgeworfen, illegale Glücksspielbetriebe unter dem Vorwand von Gewinnspielen zu führen.

Wie funktionieren Sweepstakes Casinos technisch?

Die Anbieter nutzen ein duales Währungssystem mit Gold Coins und Sweeps Coins. Während Gold Coins keinen Wert haben, können Sweeps Coins nach dem Spielen in echtes Geld, Krypto oder Gutscheine umgetauscht werden, was laut Anklage illegales Glücksspiel darstellt.

Welche Summen wurden in Florida bereits beschlagnahmt?

Im Jahr 2025 beschlagnahmte die Florida Gaming Control Commission über 14,4 Millionen US-Dollar und mehr als 6.700 illegale Spielautomaten. Dies zeigt eine massive Intensivierung der Strafverfolgung im Vergleich zum Vorjahr.

Was droht den betroffenen Unternehmen bei einer Verurteilung?

Der Staat Florida fordert dauerhafte Unterlassungserklärungen, die Rückzahlung aller Spielverluste an die Bürger und die Einziehung unrechtmäßiger Gewinne. Zudem drohen hohe zivilrechtliche Geldstrafen nach dem Verbraucherschutzgesetz.

Warum ist das für deutsche Spieler relevant?

In Deutschland ist Glücksspiel nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz legal, die strenge Regeln wie das 1.000 Euro Einzahlungslimit beachten. Modelle, die diese Regeln durch Kryptowährungen oder Social-Gaming-Mechaniken umgehen, sind auch hierzulande verboten und unsicher.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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