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Abgeplatzte Evolution-Übernahme: Galaxy Gaming startet Aktienrückkauf

22. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Abgeplatzte Evolution-Übernahme: Galaxy Gaming startet Aktienrückkauf

Nach der gescheiterten Fusion mit Evolution Malta erhält Galaxy Gaming eine Entschädigung von 5,2 Millionen Dollar und investiert nun 4 Millionen Dollar in eigene Aktien.

In der Welt der Casinospiele knallt es manchmal hinter den Kulissen gewaltiger als an einem prall gefüllten Roulette-Tisch. Galaxy Gaming, ein Schwergewicht bei Tischspielen und Lizenzierungen, geht nach einer geplatzten Fusion mit dem Branchenriesen Evolution Malta Holding Limited in die Offensive. Eigentlich sollte die Übernahme über die Bühne gehen, doch am 17. Juli lief die Frist ab, ohne dass der Deal unter Dach und Fach war. Jetzt fließen Millionen, aber anders als ursprünglich geplant.

Der Vorstand von Galaxy Gaming hat nun offiziell grünes Licht für ein Aktienrückkaufprogramm gegeben. Das Unternehmen will bis zu 4 Millionen Dollar in die Hand nehmen, um eigene Stammaktien vom Markt zu nehmen. Finanziert wird dieser Schritt unter anderem durch eine saftige Entschädigung. Evolution hat anerkannt, dass sie eine sogenannte Termination Fee – also eine Abbruchgebühr – in Höhe von 5,2 Millionen Dollar an Galaxy zahlen müssen. Das ist eine ordentliche Summe, die das Unternehmen nun nutzt, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen und den Aktienkurs zu stützen.

Zahlen und Fakten

Das neue Rückkaufprogramm über 4 Millionen Dollar ersetzt eine alte Autorisierung, bei der Galaxy theoretisch bis zu 750.000 Dollar hätte zurückkaufen können. Interessanterweise wurde von diesem alten Budget bis zum 22. Juli kein einziger Cent ausgegeben. Jetzt wird in ganz anderen Dimensionen gedacht. Galaxy Gaming ist kein kleines Licht. Der Konzern hält aktuell mehr als 140 Lizenzen in 28 US-Bundesstaaten und ist in mehr als 30 Ländern aktiv. Das Geschäft basiert stark auf wiederkehrenden Einnahmen, was in der Glücksspielbranche als besonders krisenfest gilt.

Der CEO von Galaxy Gaming macht deutlich, dass er die aktuelle Bewertung an der Börse für untertrieben hält. Der Rückkauf findet entweder über den freien Markt, in privaten Verhandlungen oder über spezielle Handelspläne statt, die den US-Börsenregeln (Rule 10b5-1) entsprechen. Damit stellt die Firma sicher, dass alles sauber abläuft und keine Vorwürfe der Marktmanipulation aufkommen. Der Fokus liegt klar auf der langfristigen Wertsteigerung für die verbliebenen Aktionäre.

„Die Entscheidung unseres Vorstands, dieses Rückkaufprogramm zu genehmigen, ist ein Statement des Vertrauens in unser Unternehmen und den Wert, den diese Aktie unserer Meinung nach darstellt. Unser starker und wachsender freier Cashflow – zusätzlich gestärkt durch die Kündigungsgebühr von 5,2 Millionen Dollar – gibt uns die Flexibilität, Kapital an die Aktionäre zurückzugeben und gleichzeitig in die Initiativen zu investieren, die unseren Schwung in den letzten Monaten vorangetrieben haben.“ - Matt Reback, Präsident und CEO von Galaxy Gaming

Hintergrund

Warum der Deal mit Evolution am Ende scheiterte, bleibt im Detail ein Geheimnis der Beteiligten. Fest steht nur, dass Galaxy am 20. Juli noch überlegte, die Vereinbarung zu verlängern oder eben zu kündigen. Einen Tag später machte Evolution Nägel mit Köpfen und verkündete das offizielle Aus. Evolution ist bekannt für seine Dominanz im Live-Casino-Bereich und wollte durch Galaxy wohl sein Portfolio an Tischspielen und Lizenzen in den USA massiv ausbauen. Galaxy wiederum hat in den letzten Monaten viel frisches Talent eingestellt und sein Produktportfolio erweitert.

Finanzchefin Steven Kopjo betonte, dass die finanzielle Position der Firma so stark sei, dass man diesen Weg der Wertschöpfung nun konsequent gehen könne. Für den Markt ist das ein wichtiges Signal. Oft stürzen Kurse nach geplatzten Übernahmen ab, weil Anleger Angst vor Unsicherheit haben. Galaxy kontert diese Angst mit harten Dollars. Wenn ein Unternehmen Millionen investiert, um seine eigenen Anteile zurückzukaufen, ist das meist ein Zeichen dafür, dass das Management den wahren Wert der Firma deutlich höher einschätzt als die Börse.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler, die in GGL-lizenzierten Casinos unterwegs sind, ändert sich durch dieses finanzielle Geplänkel hinter den Kulissen erst einmal wenig am täglichen Spielvergnügen. Galaxy Gaming ist primär ein B2B-Anbieter, das heißt, sie liefern die Mathematik, die Lizenzen und die Konzepte für Spiele, die wir dann bei den großen Betreibern finden. Wenn solche Firmen stabil bleiben und in ihre eigene Zukunft investieren, sichert das langfristig die Qualität der Spiele, die wir in Deutschland legal nutzen dürfen.

In Deutschland ist der Markt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sehr streng reguliert. Hier dürfen nur Casinos operieren, die auf der White-List der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Anbieter müssen sich an harte Regeln halten: Das Einsatzlimit von maximal 1 Euro pro Spin an Slots, das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über alle Plattformen hinweg und die Überwachung durch das LUGAS-System. Da Galaxy Gaming ein seriöser, weltweit lizenzierter Partner ist, passt deren Portfolio gut in die Welt der regulierten Märkte. Ein starker Partner im Hintergrund bedeutet oft besseren Support und innovativere Spielmechaniken, die trotz der deutschen Einschränkungen Spaß machen können.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die GGL achtet penibel darauf, dass die Software hinter den Casino-Angeboten von vertrauenswürdigen Quellen stammt. Galaxy Gaming agiert in über 30 Ländern und verfügt über eine enorme regulatorische Erfahrung. Dass sie nun eigenständig bleiben und nicht von Evolution geschluckt wurden, erhält den Wettbewerb. Für deutsche Betreiber, die auf der Suche nach neuen Tischspiel-Varianten oder Side-Bets sind, bleibt Galaxy ein unabhängiger Ansprechpartner.

Ein gesundes Galaxy Gaming bedeutet auch, dass die Vielfalt an lizenzierten Produkten erhalten bleibt. Monopole sind für Casinobetreiber selten gut, da sie die Preise diktieren. Durch das Scheitern der Fusion bleibt ein großer Player eigenständig am Markt. Für den deutschen Markt, der ohnehin mit den 5,3 Prozent Spielersteuer auf Einsätze bei Slots zu kämpfen hat, ist jeder innovative Zulieferer wichtig, der dabei hilft, das Angebot attraktiv zu gestalten, damit Spieler nicht in den illegalen Schwarzmarkt (Curacao oder MGA-Casinos ohne deutsche Lizenz) abwandern.

Quellen & weiterführende Links

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