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Griechenland verschärft Spielerschutz: Spezialpartner für digitale Identitätsprüfung gesucht

10. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Griechenland verschärft Spielerschutz: Spezialpartner für digitale Identitätsprüfung gesucht

Die Hellenic Gambling Commission (EEEP) sucht einen Expertenpartner, um die digitale Identitätsprüfung zu verbessern und so eine sicherere Online-Glücksspielumgebung zu schaffen. Dieser Schritt folgt auf eine Meldung, dass 900.000 Griechen im Jahr 2025 illegal spielten.

Griechenland setzt neue Maßstäbe für den Schutz von Online-Glücksspielern. Die Hellenic Gambling Commission, kurz EEEP, hat eine Ausschreibung für einen Spezialpartner veröffentlicht. Ziel ist es, die digitalen Identifizierungsverfahren deutlich zu verbessern. Damit will die Behörde eine verantwortungsvollere und sicherere Online-Glücksspielumgebung in Griechenland gewährleisten.

Diese Initiative ist Teil weitreichender Bemühungen, den Glücksspielmarkt des Landes strenger zu überwachen. Neue technische Strukturen sollen die sogenannten „Know Your Customer“-Prozesse stärken. Diese sollen Lizenznehmer besser vor Betrug, Finanzkriminalität und dem Spielen von Minderjährigen schützen.

Zahlen und Fakten

Die EEEP sucht explizit nach einem technischen und rechtlichen Partner. Dieser soll das Rahmenwerk für die sichere Identifizierung von Spielern sowie die Zertifizierung und Verifizierung ihrer Identität entwickeln und verbessern. Der Vertrag für die juristische Expertise läuft bis Ende 2026 oder umfasst bis zu 190 Stunden Beratung, mit einem Wert von 28.500 Euro. Während dieser Zeit sind drei Fortschrittsberichte vorgesehen, die Vorschläge zur Stärkung des griechischen Spielerüberwachungssystems enthalten.

Der Handlungsbedarf ist groß. Laut Berichten nahmen im Jahr 2025 rund 900.000 Menschen in Griechenland an illegalen Glücksspielen teil. Das entspricht über 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Der Schwarzmarkt soll jährlich etwa 2 Milliarden Euro umsetzen und dem Staat so etwa 400 Millionen Euro an Einnahmen entziehen. In einem weiteren Schritt hat die EEEP bereits strafrechtliche Klagen gegen 18 Influencer und Streamer eingereicht. Diese sollen unerlaubte Wettplattformen beworben haben. Antonis Bartholomew, der Präsident der EEEP, sprach bei dieser Gelegenheit von einer „signifikanten Eskalation im Vorgehen des Landes gegen die Förderung illegalen Online-Glücksspiels.“ Er äußerte sich dazu auf dem 4. Griechischen Online Gaming Day.

„Die zunehmende Rolle von Influencern und Streamern bei der Werbung für nicht autorisierte Glücksspieldienste ist zu einer der größten Herausforderungen für die Behörde geworden.“ - Antonis Bartholomew, Präsident der EEEP

Hintergrund

Die griechische Regierung ist entschlossen, den Glücksspielmarkt umfassend zu reformieren. Ein kürzlich verabschiedetes Gesetz des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen sieht weitreichende Änderungen vor. Dazu gehört auch eine Aufstockung des Personals der EEEP von 80 auf 110 Mitarbeiter. Zudem sollen Banken verpflichtet werden, aktiver gegen illegale Transaktionen vorzugehen, indem sie verdächtige Konten identifizieren. Diese Maßnahmen zeigen, wie ernst die griechischen Behörden das Problem des illegalen Glücksspiels nehmen. Sie versuchen, den regulierten Markt sicherer und attraktiver zu gestalten. Dies ist ein bekanntes Muster in EU-Staaten mit ähnlichen Problemen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler bedeutet die Entwicklung in Griechenland zunächst keine direkten Änderungen. Der deutsche Online-Glücksspielmarkt wird durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) reguliert. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) lizenziert und überwacht deutsche Online-Casinos. Die GGL legt großen Wert auf Spielerschutz. Wer in einem GGL-lizenzierten Casino spielt, profitiert von strengen Regeln. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Spielautomaten. Auch die Anbindung an LUGAS, ein länderübergreifendes Sperrsystem, dient dem Schutz der Spieler. Diese Maßnahmen sind in Deutschland bereits etabliert, um Betrug und Spielsucht vorzubeugen. In Griechenland scheint man sich nun in eine ähnliche Richtung zu bewegen, um den Jugendschutz und die Geldwäscheprävention zu verbessern. Die europäische Angleichung in Regulierungsfragen ist ein wiederkehrendes Thema, auch wenn die einzelnen Länder ihre eigenen Gesetze erlassen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für GGL-lizenzierte Casinos sind die Entwicklungen in Griechenland ein Zeichen für den europaweiten Trend zu strengeren Vorschriften. Obwohl die direkten Auswirkungen auf GGL-Casinos gering sind, zeigt die Initiative der EEEP, dass Regulierungsbehörden in der gesamten EU den Spielerschutz ernst nehmen. Deutsche Anbieter erfüllen bereits hohe Standards bei der Identitätsprüfung und Geldwäscheprävention. Dies ist essenziell für meine redaktionelle Empfehlung. Das Ziel ist immer, ein sicheres und transparentes Spielerlebnis zu bieten. Wer in einem GGL-Casino spielt, kann sich auf die Einhaltung dieser Vorgaben verlassen. Meine Empfehlung ist daher klar: Bleiben Sie bei legalen, von der GGL lizenzierten Anbietern. Nur diese bieten die nötige Sicherheit und den Schutz, den wir alle verdienen. Ein Casino mit einer MGA-, Curacao- oder UKGC-Lizenz bietet nicht das gleiche Schutzniveau für deutsche Spieler.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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