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Regulierung

Lizenzentzug in Wales: Ken Howells stolpert über Anti-Geldwäsche-Richtlinien

23. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Lizenzentzug in Wales: Ken Howells stolpert über Anti-Geldwäsche-RichtlinienKI-GENERIERT

Die britische Gambling Commission zieht die Reißleine und suspendiert die Online-Lizenz von Targetlocal Ltd. mit sofortiger Wirkung aufgrund schwerer Mängel bei der Geldwäscheprävention.

Die britische Glücksspielaufsicht greift hart durch und hat dem walisischen Buchmacher Ken Howells die Online-Lizenz entzogen. Diese Entscheidung der Gambling Commission traf die Branche am 21. September unvorbereitet, obwohl die Aufsichtsbehörde bereits seit geraumer Zeit signalisiert hatte, dass sie Verstöße gegen die Anti-Geldwäsche-Richtlinien (AML) nicht tolerieren wird. Das Unternehmen Targetlocal Ltd., das hinter der Marke steht, darf ab sofort keine Wetten mehr über das Internet annehmen. Während das operative Geschäft ruht, gibt es eine wichtige Ausnahme für die Verbraucher: Die Bearbeitung von Auszahlungen ist weiterhin gestattet, damit Kunden nicht um ihre rechtmäßigen Guthaben fürchten müssen.

Die Suspendierung ist das Ergebnis einer laufenden Untersuchung gemäß Abschnitt 116 des Gambling Act 2005. Die Kommission prüft derzeit intensiv, inwieweit Ken Howells Sports Betting die notwendigen Sorgfaltspflichten vernachlässigt hat. Besonders pikant ist der Zeitpunkt des Lizenzentzugs, da das Unternehmen erst vor genau einem Jahr sein neues Online-Angebot auf der technologischen Plattform von EveryMatrix gestartet hatte. Dieser technologische Neustart sollte eigentlich für Wachstum sorgen, doch nun steht die gesamte digitale Existenz des Anbieters auf dem Spiel. Die Regulierungsbehörde lässt keinen Zweifel daran, dass die Lizenz erst dann reaktiviert wird, wenn das Unternehmen zweifelsfrei nachweisen kann, dass alle AML-Prozesse wasserdicht sind.

Zahlen und Fakten

Im Zentrum des Falls steht die Targetlocal Ltd. mit Sitz in Wales. Die offizielle Bekanntgabe der Suspendierung erfolgte am 21. September. Die Untersuchung erstreckt sich über drei Kernbereiche des digitalen Portfolios: das Online-Casino, die klassischen Sportwetten sowie Wetten auf virtuelle Ereignisse. Dass die Behörde direkt zu einer sofortigen Suspendierung greift, gilt in Fachkreisen als deutliches Warnsignal an den gesamten Markt. In Großbritannien wächst der Druck auf Betreiber massiv, da die Gambling Commission unter wachsender politischer Beobachtung steht, den Schwarzmarkt und Geldwäsche einzudämmen. Während Ken Howells lokal in Wales eine lange Tradition hat, scheint der Sprung in die digitale Welt an den strengen regulatorischen Hürden gescheitert zu sein.

Hintergrund

Die Anti-Geldwäsche-Regulierungen sind das Rückgrat der Glücksspielaufsicht in Europa. Betreiber sind verpflichtet, die Herkunft der Gelder ihrer Kunden zu prüfen, sobald bestimmte Schwellenwerte überschritten werden. Im Fall von Ken Howells scheint diese Kette der Überprüfung unterbrochen worden zu sein. Die Zusammenarbeit mit EveryMatrix, einem der größten Plattform-Provider der Welt, schützte das Unternehmen offenbar nicht vor internen Versäumnissen bei der Compliance-Prüfung. Es ist ein Muster, das man auch aus anderen Sportbereichen kennt: Wo viel Geld fließt, ist die Gefahr von Unregelmäßigkeiten groß.

Interessanterweise zeigt ein Blick auf andere Sportligen wie die NFL in den USA, dass die Sensibilisierung für Glücksspielregeln ein globales Thema ist. Dort wurden allein seit 2022 insgesamt 10 Spieler wegen Verstößen gegen Wettrichtlinien suspendiert. Die NFL-Chefin für Compliance, Sabrina Perel, betont dabei immer wieder die Notwendigkeit ständiger Schulungen. Auch wenn die Fälle der NFL-Spieler eher auf Integrität des Spiels abzielen, teilen sie mit dem Fall Ken Howells eine Gemeinsamkeit: Die Regulierer haben das Vertrauen in die Selbstkontrolle der Akteure verloren.

„Wir müssen unsere Bildungsanstrengungen verdoppeln, verdreifachen und vervierfachen, um die Integrität des Spiels zu gewährleisten. Genau das tun wir derzeit.“ - Jeff Miller, Executive Vice President of Public Affairs bei der NFL

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist dieser Fall eine wichtige Mahnung. Ken Howells besitzt keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und darf sein Angebot somit in Deutschland nicht legal betreiben. Wer bei Anbietern spielt, die lediglich eine britische oder gar eine MGA-Lizenz aus Malta besitzen, begibt sich in eine rechtliche Grauzone. Im Falle einer Suspendierung wie bei Ken Howells haben deutsche Kunden kaum Handhabe, ihre Rechte durchzusetzen, da der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hier nicht greift.

In Deutschland sorgt die GGL-Whitelist dafür, dass nur Anbieter mit strengen Auflagen zum Spielerschutz und zur Geldwäscheprävention zugelassen werden. Dazu gehören das strikte Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg sowie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Diese Systeme sind an die Überwachungsdatenbank LUGAS angebunden, was solche AML-Verstöße, wie sie in Wales auftraten, technisch nahezu ausschließt. Wer sicher spielen will, sollte zwingend darauf achten, dass der Anbieter im offiziellen Register der GGL geführt wird.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die deutschen lizenzierten Casinos sehen in solchen Nachrichten aus Großbritannien oft eine Bestätigung ihres eigenen Weges. Die strengen Kontrollen durch die GGL und die Pflicht zur Verifizierung jedes einzelnen Kontos über das System LUGAS sind zwar bürokratisch aufwendig, schützen aber vor dem plötzlichen Lizenzverlust. Für einen Betreiber in Deutschland wäre ein solcher Vorfall existenzbedrohend, da die GGL bei Geldwäscheverdacht extrem schnell reagiert. Der Fall Ken Howells zeigt, dass selbst etablierte Marken mit starken Partnern wie EveryMatrix nicht vor den Konsequenzen mangelnder Sorgfalt gefeit sind. Deutsche Anbieter nutzen dies oft als Qualitätsmerkmal, um sich von der unregulierten Konkurrenz abzuheben.

Häufige Fragen

Warum wurde die Lizenz von Ken Howells suspendiert?

Die britische Gambling Commission hat die Lizenz aufgrund von erheblichen Bedenken hinsichtlich der Einhaltung von Anti-Geldwäsche-Vorschriften (AML) vorläufig entzogen. Die Untersuchung wird gemäß Abschnitt 116 des Gambling Act 2005 durchgeführt.

Können Kunden ihr Geld noch auszahlen lassen?

Trotz der Suspendierung ist es dem Unternehmen Targetlocal Ltd. ausdrücklich gestattet, Auszahlungen an Kunden zu bearbeiten. Lediglich die Annahme neuer Wetten und das aktive Spielangebot im Online-Casino sind untersagt.

Welche Plattform hat der Buchmacher genutzt?

Ken Howells hatte erst vor einem Jahr sein digitales Angebot auf die Plattform von EveryMatrix migriert. Trotz dieses professionellen technischen Umfelds kam es zu den nun beanstandeten regulatorischen Mängeln.

Ist dieser Anbieter in Deutschland legal?

Nein, Ken Howells verfügt über keine deutsche Lizenz der GGL und steht nicht auf der offiziellen Whitelist. Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern spielen, die den GlüStV 2021 erfüllen und in Deutschland reguliert sind.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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