OASIS-Spielersperrdatei: 380.000 aktive Sperren — neue Auswertung der GGL

Die zentrale Spielersperrdatei OASIS hat im Mai 2026 erstmals die Marke von 380.000 aktiven Sperren überschritten. Die GGL veröffentlicht detaillierte Auswertungen und Schutzstatistiken.
Die zentrale Spielersperrdatei OASIS (Online Abfrage Spielerstatus) hat im Mai 2026 erstmals die Marke von 380.247 aktiven Sperren überschritten. Das geht aus der neuesten Quartalsauswertung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hervor, die am 2. Juni 2026 veröffentlicht wurde. Die Zahl umfasst sowohl Selbstsperren — Spieler, die sich freiwillig aus dem regulierten Glücksspielmarkt zurückgezogen haben — als auch Fremdsperren durch Familienangehörige, Beratungsstellen oder Gerichte.
OASIS ist das Herzstück des deutschen Spielerschutzsystems und seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 für alle GGL-lizenzierten Anbieter verpflichtend. Wer in der Datenbank registriert ist, kann bei keinem der rund 60 lizenzierten Online-Casinos in Deutschland — von JackpotPiraten über OnlineCasino DE bis Tipico Games und LeoVegas DE — ein Konto eröffnen oder Einzahlungen tätigen. Die Sperre gilt anbieterübergreifend und ist damit erheblich wirksamer als die früheren einzelanbieterbasierten Selbstausschlüsse.
Aufschlussreich ist die demografische Auswertung der GGL: 64 % der gesperrten Personen sind männlich, 34 % weiblich, 2 % divers oder ohne Angabe. Die größte Altersgruppe bilden 25- bis 34-Jährige mit 31 %, gefolgt von 35- bis 44-Jährigen mit 27 %. Die durchschnittliche Sperrdauer liegt aktuell bei 14 Monaten — Selbstsperren können wahlweise 24 Stunden, eine Woche, einen Monat oder unbegrenzt verhängt werden, wobei die unbegrenzte Sperre nur mit dreimonatiger Karenzzeit aufgehoben werden kann.
Besonders bemerkenswert ist der Anstieg der Selbstsperren um 18 % gegenüber dem Vorjahr. Branchenexperten führen diesen Anstieg auf zwei Faktoren zurück: zum einen auf das wachsende Spielerschutzbewusstsein in der breiten Bevölkerung, zum anderen auf die deutlich verbesserte Sichtbarkeit der Selbstsperre-Funktion in den GGL-lizenzierten Casinos. Während Anbieter wie OnlineCasino DE und JackpotPiraten den OASIS-Button bereits im Hauptmenü ausweisen, ist die Funktion bei einigen anderen Anbietern erst nach mehreren Klicks auffindbar — ein Punkt, den die GGL in ihrer Auswertung explizit kritisiert.
Parallel zu den 380.000 OASIS-Sperren liefert das ergänzende System LUGAS (Limitdatei für Glücksspielanbieter-übergreifende Sperren) ein weiteres Spielerschutzinstrument. LUGAS überwacht das anbieterübergreifende monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € pro Spieler. Im Mai 2026 wurden über LUGAS rund 27.000 Einzahlungsversuche automatisch blockiert, weil das Monatslimit bereits erreicht war. Die GGL betont, dass dieses System einzigartig in Europa ist und in keinem anderen Land mit Online-Casino-Lizenz so konsequent umgesetzt wurde.
Trotz der eindrucksvollen Zahlen weist die GGL auch auf eine besorgniserregende Schattenseite hin: Rund 12 % der gesperrten Spieler versuchten im vergangenen Quartal nachweislich, auf nicht-lizenzierte ausländische Anbieter — insbesondere MGA-, Curaçao- und UKGC-Casinos — auszuweichen. Diese Anbieter sind in Deutschland illegal, haben aber keinen Zugriff auf die OASIS-Datenbank und können gesperrte Spieler somit nicht erkennen. Die GGL plant, gemeinsam mit dem BMI und ausländischen Aufsichtsbehörden den Druck auf diese Anbieter im Jahr 2026/27 deutlich zu erhöhen.
Für Spieler bleibt die wichtigste Erkenntnis aus dem Bericht: Wer in Deutschland legal und mit echtem Spielerschutz spielen will, kommt an den GGL-lizenzierten Anbietern nicht vorbei. Die OASIS-Sperre ist dabei nicht als Strafmaßnahme zu verstehen, sondern als wirksames Werkzeug zur Selbsthilfe. Wer Anzeichen einer problematischen Spielnutzung an sich erkennt, kann sich über jedes GGL-Casino oder direkt über die BZgA-Beratungsstelle (0800 1 372 700, kostenlos und anonym) sperren lassen — eine Maßnahme, die laut Studien das Risiko eines Rückfalls um über 70 % senkt.
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).



