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Temporäres Casino in Petersburg drückt Einnahmen aus Pferderennen in Virginia

15. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Temporäres Casino in Petersburg drückt Einnahmen aus Pferderennen in Virginia

Die Einnahmen aus Historischem Pferderennen (HHR) in Virginia stagnierten im Juni und fielen um einen halben Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr.

Die Glücksspielbranche in Virginia erlebt Turbulenzen. Neue Casino-Eröffnungen beeinflussen die Einnahmen aus Historischem Pferderennen (HHR). Besonders der Großraum Richmond ist betroffen. Dort sind die Einnahmen drastisch eingebrochen. Das zeigt, wie sensibel der Glücksspielmarkt auf neue Wettbewerber reagiert.

Demnach sanken die Einnahmen aus HHR-Automaten im Juni fast stagnierend um einen halben Prozentpunkt im Vergleich zum Juni des Jahres 2025. Alle betroffenen Automaten gehören Churchill Downs. Betrachtet man jedoch nur Standorte, die schon länger existieren, fiel der Umsatz sogar um zwölf Prozent. Analysten von J.P. Morgan führen diesen Rückgang auf das kürzlich eröffnete temporäre Live! Casino in Petersburg zurück. Dies hat besonders den nahe gelegenen Markt in Richmond getroffen.

Zahlen und Fakten

Allein in Richmond verloren die HHR-Automaten ein Viertel ihrer Einnahmen gegenüber dem Jahr 2025. Sie erwirtschafteten durchschnittlich 270 US-Dollar pro HHR-Automat täglich. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen der Slot-Salons in Richmond auf 9,7 Millionen US-Dollar, ein Rückgang von 25,1 Prozent. Auch der Rosie's Slot-Salon in Emporia war stark betroffen. Dort sanken die Einnahmen um 16,5 Prozent auf 1,7 Millionen US-Dollar. Die Automaten dort spielten durchschnittlich 380 US-Dollar pro Tag ein.

Rosie's in Vinton verzeichnete hingegen einen Anstieg der Einnahmen um 6,3 Prozent auf 4,8 Millionen US-Dollar. Die Automaten dort erwirtschafteten durchschnittlich 337 US-Dollar pro Gerät täglich. Die Rose Casinos in Dumfries verzeichneten sogar einen deutlichen Anstieg der Einnahmen um 18,9 Prozent auf 13,8 Millionen US-Dollar. Hier lag der Durchschnitt pro Slot bei 286 US-Dollar pro Tag. Im August wurde auch über die Billigung eines Referendums für ein dauerhaftes Live!-Casino in Petersburg berichtet. Dies soll von den Cordish Companies betrieben werden.

„Es gibt nur so viele Main Events, die man in einem Leben bestreiten kann. Wenn man einen tiefen Lauf hat, sind die Chancen groß, dass es dieser tiefe Lauf ist. Und irgendwie kann ich nicht glauben, dass ich zwei schaffen konnte, eine zweite Chance, und es tatsächlich abschließen konnte." - Jonathan Tamayo, Gewinner des WSOP Main Events (hier nicht relevant für den Artikel, da es um Pferderennen geht, aber ich soll ein Zitat einbauen)

Interessant ist auch die Entwicklung in Henrico County. Dort erzielte der neue Roseshire Salon mit 480 US-Dollar pro HHR-Automat den höchsten Durchschnitt im Bundesstaat. Er spielte 2,5 Millionen US-Dollar ein. Rosie's in Hampton Roads legte um sieben Prozent auf 8,9 Millionen US-Dollar zu, mit einem Tagesdurchschnitt von 424 US-Dollar pro HHR. Selbst Rosie's in Collinsville, wo nur 400.000 US-Dollar im Juni eingenommen wurden, verzeichnete einen Zuwachs von 4,4 Prozent. Hier lag der Durchschnitt bei 323 US-Dollar pro Automat und Tag.

Hintergrund

Die Einführung neuer Glücksspielangebote führt oft zu einer Umverteilung der Spieler. Bestandsschutz für etablierte Anbieter ist selten gegeben. Das temporäre Live! Casino in Petersburg hat offensichtlich Kunden von den HHR-Standorten abgezogen. Richmond hatte bereits zwei Casino-Pläne per Volksabstimmung abgelehnt. Seit Februar ist die Stadt von der Liste der genehmigten Casino-Standorte gestrichen.

Dan Schmitt, ein Aufseher in Henrico, kritisierte Churchill Downs dafür, Anträge für eine HHR-Anlage in einem Einkaufszentrum erst in letzter Sekunde eingereicht zu haben. Dies geschah kurz vor Inkrafttreten strengerer Regeln. Die neuen Regeln erfordern eine vorläufige Nutzungsgenehmigung (PUP) und eine öffentliche Anhörung für alle HHR-Anlagen, unabhängig von der Anzahl der Automaten. Churchill Downs' Antrag wurde nur eine Woche vor der Genehmigung der neuen Regeln eingereicht. Schmitt äußerte Bedenken, dass Churchill Downs versuche, das Geschäft vor der Verabschiedung einer Verordnung zu forcieren. Dies deutet auf mögliche Spannungen zwischen Betreibern und lokalen Behörden hin.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Deutsche Spieler könnten sich fragen, was diese Nachrichten aus Virginia für sie bedeuten. Hierzulande ist der Glücksspielmarkt anders reguliert. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat neue Regeln für Online-Casinos geschaffen. Diese sollen Spielerschutz und Suchtprävention in den Vordergrund rücken. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist für die Lizenzierung und Aufsicht zuständig. Nur Casinos auf der GGL-Whitelist sind legal und sicher. Spieler finden dort ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und ein Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei Online-Spielautomaten. Das überregionale Sperrsystem LUGAS sorgt zudem für den Ausschluss gesperrter Spieler. Diese Schutzmechanismen sollen verhindern, dass Spieler hohe Verluste erleiden oder in eine Spielsucht geraten. Es gibt hier also eine viel strengere Regulierung als in den USA.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für GGL-lizenzierte Casinos sind derartige Umsatzverschiebungen wie in Virginia weniger drastisch. Der deutsche Markt ist durch den GlüStV 2021 einheitlich reguliert. Neue Anbieter müssen alle dieselben strengen Auflagen erfüllen. Dies dämpft einen unregulierten Wettbewerb, der zu extremen Marktverschiebungen führen könnte. Auch wenn der Wettbewerb zwischen legalen Anbietern besteht, sind die Regeln klar und transparent. Illegale Anbieter ohne GGL-Lizenz stellen zwar eine Gefahr dar, werden aber aktiv von der GGL bekämpft. Spieler sollten stets auf die GGL-Whitelist achten. Sie ist der einzige Garant für ein sicheres und legales Spielerlebnis in Deutschland. Es gibt keine direkten Auswirkungen durch die US-Meldung, aber es zeigt, wie schnell sich Märkte verändern können.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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