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Markt

Polymarket US startet Beta-Test für Parlay-Kombiwetten auf Prognosemärkten

18. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Polymarket US startet Beta-Test für Parlay-Kombiwetten auf PrognosemärktenKI-GENERIERT

Die regulierte US-Plattform Polymarket testet neue Kombinationswetten, nachdem bereits über 7,4 Millionen Dollar Volumen in der Testumgebung flossen.

Die Welt der Prognosemärkte wandelt sich rasant und nähert sich immer stärker dem klassischen Sportwetten-Modell an. Polymarket, einer der bekanntesten Akteure in diesem Sektor, hat für seine regulierte US-Plattform nun die nächste Phase eingeleitet. In einem kontrollierten Beta-Test werden sogenannte Parlay-Kontrakte eingeführt, die es Händlern ermöglichen, mehrere Vorhersagen in einem einzigen Wettschein zu verknüpfen. Dieser Schritt ist deshalb so brisant, weil er die Grenze zwischen Finanzderivaten und traditionellem Glücksspiel weiter verwischt.

Der Startschuss für diese Entwicklung fiel eigentlich schon im Mai, als Polymarket US das Produkt offiziell bei der amerikanischen Regulierungsbehörde CFTC (Commodity Futures Trading Commission) zur Selbstzertifizierung einreichte. Lange blieb es ruhig um die Umsetzung, doch nun zeigen interne Daten, dass das System bereits intensiv auf Herz und Nieren geprüft wird. Seit dem ersten offiziellen Test-Trade Anfang August hat sich das Volumen massiv gesteigert, was auf ein hohes Interesse an komplexeren Wettstrukturen hindeutet.

Zahlen und Fakten

Ein Blick auf die nackten Zahlen verdeutlicht die Dimensionen des aktuellen Tests. Am 5. August verarbeitete Polymarket US den ersten Parlay-Trade. Seitdem verzeichnete die Testumgebung ein beeindruckendes Handelsvolumen von etwa 7,4 Millionen Dollar. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 16.173 Trades registriert, wobei der Großteil der Aktivitäten erst in den letzten Tagen stattfand. Die Nutzer können dabei bis zu 10 verschiedene Beine oder Segmente in einer einzigen Kombinationswette zusammenführen. Diese Beschränkung ist im Vergleich zu manchen Offshore-Angeboten noch konservativ gewählt, zeigt aber das Potenzial für hohe Gewinnquoten durch Multiplikatoren.

Das System hinter diesen Wetten unterscheidet sich grundlegend von dem, was deutsche Nutzer von Portalen wie Tipico oder Bet365 kennen. Polymarket nutzt ein sogenanntes Request-for-Quote-System (RFQ). Das bedeutet, dass ein Händler aktiv eine Preisanfrage für eine spezifische Kombination an die Market Maker stellt. Diese müssen innerhalb einer festgelegten Frist reagieren und ein Angebot unterbreiten. Der Nutzer kann dann das beste Angebot annehmen. Während Gelegenheitsnutzer oft nur die Ja-Seite einer Wette über die Standardoberfläche sehen, erlaubt dieses System im Hintergrund eine präzise Bepreisung von Wahrscheinlichkeiten.

Hintergrund

Die Konkurrenz schläft nicht und der finanzielle Druck ist groß. Der Mitbewerber Kalshi hat beispielsweise allein in den ersten 16 Tagen des Monats August rund 25 Millionen Dollar an Gebühren durch Parlay-Taker eingenommen. Dies zeigt, warum Polymarket so erpicht darauf ist, sein reguliertes US-Angebot zu erweitern. Bisher war die Offshore-Plattform von Polymarket, die auf Blockchain-Technologie basiert, deutlich flexibler und bot bereits während der FIFA-Weltmeisterschaft im Juni Kombinationswetten an. Die US-Version hinkt technisch noch hinterher: Die Parlay-Option ist aktuell weder über die mobile App noch über die breite Desktop-Plattform für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich.

Der Fokus liegt momentan auf den Combinatorial Athletic Outcome Contracts (CAOCs). Dieser sperrige Begriff ist wichtig für die rechtliche Einordnung, da es sich offiziell um Terminkontrakte handelt, die auf sportlichen Ausgängen basieren. Damit bewegt sich Polymarket in einem regulatorischen Graubereich, der in den USA streng von der CFTC überwacht wird. Während Kalshi bereits Gebührenstrukturen für Maker und Taker etabliert hat, befindet sich Polymarket noch in der Phase der technischen Stabilisierung.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist die Situation eindeutig: Polymarket US ist in Deutschland nicht lizenziert. Wer hierzulande legal wetten möchte, muss sich an Anbieter halten, die auf der sogenannten Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Das deutsche Recht durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 ist sehr strikt, wenn es um den Spielerschutz geht. So gelten beispielsweise das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots, wobei Sportwetten eigene, streng überwachte Quotenregeln haben. Alle legalen Aktivitäten werden über das LUGAS-System überwacht, um Spielsucht vorzubeugen.

Ein Prognosemarkt wie Polymarket, der auf Kryptowährungen oder komplexen Finanzderivaten basiert, bietet diesen Schutz in der Regel nicht. Zudem sind Kombinationswetten mit 10 Auswahlen, wie sie Polymarket testet, mathematisch gesehen sehr riskant. In Deutschland lizenzierte Buchmacher bieten zwar auch Parlays an, unterliegen aber strengen Kontrollen hinsichtlich der Transparenz und Auszahlungsraten. Wer bei nicht lizenzierten Anbietern wettet, geht das Risiko ein, dass Gewinne nicht ausgezahlt werden oder man sich strafbar macht.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Casinos und Wettanbieter mit GGL-Lizenz beobachten solche internationalen Entwicklungen genau. Die Einführung von hochkomplexen Kombinationsprodukten auf Prognosemärkten erhöht den Druck auf die Innovationskraft legaler Anbieter. Allerdings zeigt die Regulierung in Deutschland, dass der Schutz des Spielers über dem Profit durch riskante 10er-Kombis steht. Lizensierte Anbieter müssen sicherstellen, dass ihre Produkte nicht zur unkontrollierten Spielsucht führen. Während Polymarket in den USA versucht, durch technologische Komplexität Marktanteile von Kalshi zurückzugewinnen, bleibt der deutsche Markt durch das Verbot von anonymen Krypto-Wetten und die strikte Anbindung an LUGAS ein sicheres, wenn auch weniger experimentelles Pflaster.

„Polymarkets US-Plattform hat das Produkt langsamer eingeführt als ihre Offshore-Plattform, die bereits im Juni Parlays anbot.“ - Redaktionelle Feststellung zur Marktstrategie

Es bleibt abzuwarten, wann der Beta-Test in einen vollen Rollout übergeht. Die CFTC wird genau beobachten, ob diese Sport-Kontrakte wirklich als Finanzinstrumente durchgehen oder ob sie als illegales Glücksspiel eingestuft werden, was in der Vergangenheit bereits zu hohen Strafzahlungen für Polymarket führte.

Häufige Fragen

Was sind Parlay-Kontrakte bei Polymarket?

Es handelt sich um Kombinationswetten, bei denen bis zu 10 verschiedene Ereignisse in einem einzigen Vertrag gebündelt werden können. Alle gewählten Ausgänge müssen eintreffen, damit der Kontrakt einen Gewinn auszahlt.

Wie viel Geld wurde im Test bereits bewegt?

In der aktuellen Beta-Phase verzeichnete Polymarket US ein Handelsvolumen von rund 7,4 Millionen Dollar. Diese Summe wurde über mehr als 16.000 einzelne Transaktionen generiert.

Welche Behörde überwacht Polymarket in den USA?

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) ist für die Regulierung zuständig. Polymarket musste seine neuen Kombinationsprodukte dort im Mai zur Selbstzertifizierung anmelden.

Kann ich Polymarket aus Deutschland legal nutzen?

Nein, Polymarket besitzt keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern wetten, die auf der offiziellen Whitelist stehen und den GlüStV 2021 erfüllen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:Polymarket

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