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Südkorea blockiert 1.280 illegale Sportwetten-Seiten vor WM-Anpfiff

11. Juni 20266 Minvon Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Nächtliche Skyline von Seoul mit digitalem Schloss-Symbol und subtiler Fussball-Ikone, Symbolbild zur Sperrung von 1280 illegalen Wettseiten vor der WM 2026

Die Korea Communications Standards Commission hat zwei Tage vor Turnierstart 1.280 nicht lizenzierte Wett-Domains gesperrt und Konten gekündigt. Wir erklären das Vorgehen und vergleichen es mit dem deutschen Ansatz der GGL.

Zwei Tage vor dem Anpfiff der Fussball-WM in den USA, Kanada und Mexiko hat die südkoreanische Korea Communications Standards Commission (KCSC) 1.280 Domains illegaler Sportwetten-Anbieter blockiert. Die Massnahme wurde am Dienstag verkündet und am 11. Juni von iGamingToday.com aufgegriffen. Es ist die größte prophylaktische Sperrwelle der Behörde seit ihrer Gründung 2008.

Die KCSC begründet das harte Vorgehen offen mit der WM. Präsidentin Ryu Hee-rim sprach von einer "erwartbaren Welle illegaler Wetten während des Turniers" und nannte als Hauptrisiko Live-Wetten, die über den gesamten Spielverlauf möglich sind. Lizenzierte koreanische Anbieter wie Sports Toto schliessen Märkte beim Anpfiff, illegale Plattformen lassen Quoten während des Spiels weiterlaufen, was nach Studien des koreanischen Spielerschutzverbands NGCC zu deutlich höheren Verlustquoten führt.

Betroffen sind nicht nur Fussball- und Baseball-Märkte, sondern auch Wetten auf UFC-Kämpfe, Boxen und Eishockey. Letztere sind in Südkorea bei lizenzierten Anbietern gar nicht angeboten, weshalb die Behörde davon ausgeht, dass diese Märkte fast ausschliesslich über Schwarzmarkt-Anbieter laufen. Bei Sportarten, für die es ein legales Angebot gibt, bleibt die Wette auf lizenzierten Plattformen erlaubt.

Auch die Zahlen zur generellen Durchsetzung sind hoch. Vom 1. Januar bis zum 8. Juni 2026 bearbeitete die KCSC 5.279 Fälle gegen illegale Wettseiten. Im Gesamtjahr 2025 waren es 43.718 Fälle, 2024 sogar 69.350. Die Behörde sieht das nicht als Erfolgsindikator. Die Zahl der wiederauftauchenden Klone steigt schneller, als sich Domains sperren lassen. Mirror-Sites tauchen oft binnen Stunden unter neuer URL wieder auf.

Aus deutscher Sicht ist Südkorea ein interessanter Vergleichsfall. Die GGL hat 2025 nach eigenen Angaben 1.450 Sperranordnungen ausgesprochen, also etwa drei Prozent der koreanischen Zahl. Das liegt auch an unterschiedlichen rechtlichen Werkzeugen: In Korea ordnet die KCSC die Sperre direkt an, Internet-Provider müssen binnen 24 Stunden umsetzen. In Deutschland muss die GGL den Umweg über die jeweilige Landesmedienanstalt nehmen, was Wochen dauert.

Für die WM 2026 hat die GGL im Mai eine eigene Taskforce eingerichtet. Diese soll besonders aggressive Werbung von Schwarzmarkt-Anbietern auf TikTok, Instagram und Telegram beobachten. Die ersten Sperranordnungen sollen schon innerhalb von 48 Stunden nach Auftauchen einer Werbe-Kampagne ergehen. Ob das in der Praxis klappt, muss sich noch zeigen. Bei der EM 2024 dauerte der durchschnittliche Sperrvorgang noch 19 Tage.

Lizenzierte deutsche Sportwetten-Anbieter bewerten die KCSC-Aktion durchaus kritisch. Der DSWV erinnerte am 10. Juni daran, dass aggressive Sperrwellen den Schwarzmarkt nicht auflosen, sondern in andere Kanäle drängen, oft in Krypto-Wallets und Telegram-Bots. Deshalb fordert der Verband neben Domain-Sperren auch konsequente Zahlungssperren, vergleichbar mit dem norwegischen Modell. Die Bundesländer beraten darüber im Juli auf der Ministerpräsidentenkonferenz.

Was Spielerinnen und Spieler in Deutschland zur WM mitnehmen sollten: Wer wettet, nutzt einen der rund 40 GGL-lizenzierten Anbieter (bwin, Tipico, NEO.bet, Sportingbet, Betano, ODDSET, Sportingbet). Diese sind an LUGAS angebunden, halten das 1.000-Euro-Monatslimit ein und melden Manipulationsverdacht an die IBIA. Wer auf einer koreanisch oder asiatisch betriebenen Plattform wettet, fällt voll unter die Schwarzmarktregelung und bekommt im Streitfall nichts ausgezahlt. Lustich.de begleitet das Turnier ohne Schwarzmarkt-Werbung.

Quellen & weiterführende Links

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