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Underdog launcht eigene Vorhersagemärkte nach Übernahme von Aristotle Exchange

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Underdog launcht eigene Vorhersagemärkte nach Übernahme von Aristotle Exchange

Underdog, bekannt für Daily Fantasy Sports, hat eine neue in-house Plattform für Vorhersagemärkte eingeführt. Dies folgt der Übernahme der CFTC-regulierten Aristotle Exchange Anfang 2026. Das Angebot ist direkt in der bestehenden Underdog-App verfügbar und umfasst Sport-, Kultur- und weitere Märkte.

Underdog, ein etablierter Anbieter im Bereich Daily Fantasy Sports, hat einen wichtigen Schritt in seiner Unternehmensstrategie vollzogen. Das Unternehmen hat eine eigene Plattform für Vorhersagemärkte integriert. Diese Entwicklung ist die direkte Folge der Übernahme von Aristotle Exchange, einer bereits von der CFTC regulierten Börse, Anfang 2026. Die neue Plattform ist vollständig Eigentum von Underdog und direkt in der bestehenden Anwendung verfügbar. Dies ermöglicht Nutzern den Handel mit Kontrakten zu Sport, Kultur und anderen Ereignissen.

Zahlen und Fakten

Underdog war bereits im Herbst 2025 der erste Anbieter von Sport-Vorhersagemärkten, nutzte hierbei jedoch Plattformen Dritter wie Kalshi und Crypto.com. Mit der Akquisition von Aristotle Exchange besitzt Underdog nun alle erforderlichen Lizenzen für den Betrieb eigener Vorhersagemärkte. Dazu gehören eine CFTC-registrierte Designated Contract Market (DCM), eine Derivatives Clearing Organization (DCO) und ein Futures Commission Merchant (FCM). Basierend auf Daten vom 16. Juli 2026 hat Underdog bereits drei Baseball-Kontrakte, drei Basketball-Kontrakte und einen Kontrakt für mehrere Sportarten selbstzertifiziert. Jeremy Levine, CEO und Mitgründer von Underdog, betonte die Fokussierung auf die Sportfans.

„Wir sind in den frühen Phasen dessen, was Vorhersagemärkte sein können, besonders für Sportfans.“ - Jeremy Levine, CEO und Mitgründer von Underdog

Die Übernahme der Aristotle Exchange erfolgte laut Gambling Insider am 10. März 2026. Underdog hat dabei die Kontrolle über eine von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) regulierte Börse und Clearingstelle erlangt. Der Kauf ermöglicht es Underdog, Event-Kontrakte direkt anzubieten, anstatt auf Infrastrukturen Dritter angewiesen zu sein. Im Dezember 2025 schloss Underdog seine Sportwettenplattform in North Carolina und zog seinen Antrag für eine Sportwettenlizenz in Missouri zurück, was einen klaren Ausstieg aus dem Sportwettensektor signalisiert. Auch das Kerngeschäft Daily Fantasy Sports (DFS) wurde umgestaltet, indem Pick ’em-Wettbewerbe aus mehreren Staaten zurückgezogen wurden und nun in 15 Märkten, meist ohne Sportwetten, angeboten werden.

Hintergrund

Die Expansion in den Bereich der Vorhersagemärkte ist ein strategischer Schritt für Underdog, wie aus Kommentaren von Jeremy Levine hervorgeht. Er sieht ein großes Potenzial, Sportfans in Amerika noch besser zu bedienen. Das Unternehmen strebt an, über die rein klassischen Fantasy-Sports hinauszuwachsen und den Nutzern innovative Angebote zu unterbreiten.

„Wir haben dieses Unternehmen mit einer klaren Überzeugung gegründet: Es gibt so viel mehr für Sportfans in Amerika zu bauen. Trotz unglaublicher Veränderungen auf dem US-Markt in den letzten Jahren, durch die verschlungene Reise von Fantasy Sports über regulierte Sportwetten bis hin zu Vorhersagemärkten, sehen wir immer noch eine Branche, die viel zu oft die Bedürfnisse der Sportfans nicht erfüllt. Mit unserer eigenen Börse werden wir jetzt so viel mehr für Sportfans freischalten. Vorhersagemärkte drehen sich größtenteils um Sport, und Underdog ist der Beste im Sport.“ - Jeremy Levine, CEO und Mitgründer von Underdog

Das Interesse an Vorhersagemärkten wächst, und Underdog ist nicht das einzige Unternehmen, das diesen Weg einschlägt. FanDuel kündigte ebenfalls den Start einer Sportvorhersagemarkt-Plattform in einem Joint Venture mit der CME Group an. Auch DraftKings prüft solche Möglichkeiten. Diese Entwicklung wirft jedoch regulatorische Fragen auf, da einige staatliche Aufsichtsbehörden Vorhersagemärkte rechtlich als Sportwetten einstufen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler in Deutschland haben die Entwicklungen bei Underdog und den US-Vorhersagemärkten keine direkten Auswirkungen. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) legt den Rahmen für Online-Glücksspiele in Deutschland fest. Vorhersagemärkte, wie sie Underdog anbietet, sind in Deutschland aktuell nicht Teil des regulierten Angebots. Der GlüStV 2021 konzentriert sich auf Sportwetten, Online-Casinospiele und Online-Poker. Anbieter müssen die strengen deutschen Vorgaben erfüllen und auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) gelistet sein. Deutschland hat sehr spezifische Schutzmaßnahmen für Spieler eingeführt. Dazu gehören ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Spielautomaten und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das zentrale Überwachungssystem LUGAS kontrolliert wird. Solche Schutzmaßnahmen, wie sie in den USA über die CFTC etwa für Derivate gelten, sind im deutschen Online-Glücksspielmarkt fest verankert, aber eben für andere Produktgattungen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Online-Casinos, die eine Lizenz der GGL besitzen, ändert sich durch die Aktivitäten von Underdog nichts. Diese Casinos müssen sich weiterhin an die geltenden deutschen Gesetze halten. Ihre Angebote beschränken sich auf die vom GlüStV 2021 zugelassenen Spielarten. Innovationen im Bereich der Vorhersagemärkte, wie sie Underdog in den USA vorantreibt, sind für GGL-lizenzierte Anbieter aufgrund der aktuellen Rechtslage in Deutschland nicht relevant. Der Fokus liegt hier auf der Einhaltung des Spielerschutzes und der Prävention von Glücksspielsucht. Die GGL überwacht strikt die Einhaltung der Regeln, um ein sicheres und verantwortungsvolles Glücksspielumfeld zu gewährleisten.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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