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Skandal im US-Pferdesport: Marshall Gramm droht lebenslange Sperre wegen Datenmissbrauchs

21. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Skandal im US-Pferdesport: Marshall Gramm droht lebenslange Sperre wegen DatenmissbrauchsKI-GENERIERT

Der bekannte Pferdebesitzer Marshall Gramm steht im Fokus schwerer Vorwürfe. Die HISA wirft ihm vor, vertrauliche Gesundheitsdaten von Pferden über einen Zeitraum von sechs Wochen illegal genutzt zu haben.

Der US-amerikanische Pferdesport wird derzeit von einem massiven Integritätsskandal erschüttert, der die Grundfesten der regulatorischen Aufsicht in Frage stellt. Im Zentrum der Vorwürfe steht Marshall Gramm, ein hochangesehener Professor, Buchmacher-Experte und Besitzer zahlreicher Rennpferde. Die Horseracing Integrity and Safety Authority (HISA) wirft ihm vor, sich über einen Zeitraum von sechs Wochen im Mai und Juni unrechtmäßigen Zugang zu vertraulichen Datenbanken verschafft zu haben. Diese Daten enthalten sensible Gesundheitsinformationen und tierärztliche Berichte über Rennpferde, die eigentlich nur einem eng begrenzten Personenkreis wie Besitzern oder autorisierten Tierärzten vorbehalten sind.

Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass Gramm seine Position als registrierter Besitzer ausnutzte, um Sicherheitslücken im System zu umgehen. Besonders brisant ist der Vorwurf, dass er automatisierte Prozesse nutzte, um Datenmengen in großen Chargen abzurufen. Diese Technik wird normalerweise nur von Tierärzten verwendet, weshalb die Aktivitäten im System zunächst keinen Verdacht erregten. Die HISA sieht darin einen klaren Fall von Betrug, da die gewonnenen Informationen mutmaßlich dazu dienten, Vorteile bei Wetten und in sogenannten Claiming-Rennen zu erlangen. Bei diesen Rennen können Pferde vor dem Start zu einem Festpreis gekauft werden, wobei der Käufer das Risiko des Gesundheitszustands trägt. Wissen über verborgene Verletzungen ist hierbei Gold wert.

Zahlen und Fakten

Die Details der Anklage sind präzise dokumentiert. Die HISA wirft Gramm zwei spezifische Verstöße vor: den unbefugten Zugriff auf Aufzeichnungen von Pferden, die er nicht besitzt, sowie Betrug durch die Nutzung dieser Daten für Wettentscheidungen. Die forensische IT-Firma Arete wurde beauftragt, den Vorfall zu untersuchen. Laut deren Bericht soll Gramm während der fraglichen sechs Wochen auch Leistungsdiagramme erstellt und in sozialen Netzwerken veröffentlicht haben, die auf den geheimen Daten basierten.

Lisa Lazarus, die CEO der HISA, betonte die Schwere des Vergehens in einer offiziellen Mitteilung:

„Es muss erhebliche Konsequenzen für Personen geben, die gegen die Integrität unserer Regeln verstoßen und vertrauliche Informationen über die Gesundheit von Pferden einholen und missbrauchen.“ - Lisa Lazarus, CEO der HISA

Gramm selbst hat sich bereits öffentlich verteidigt. Er gab zu, die Daten über seinen persönlichen Account aufgerufen zu haben, bestreitet jedoch, Sicherheitsprotokolle aktiv umgangen zu haben. Er sieht das Problem eher in der mangelhaften Absicherung der HISA-Systeme. Er bedauerte lediglich, die Behörde nicht früher auf diese Schwachstellen hingewiesen zu haben, nachdem das Thema öffentlich wurde. Bis Montag hat Gramm Zeit, förmlich auf die Vorwürfe zu reagieren. Die Anhörungen sind für den 14. September und den 16. September angesetzt.

Hintergrund

Die HISA wurde Ende 2020 vom US-Kongress ins Leben gerufen, um nationale Standards für den Pferdesport zu etablieren. Zuvor gab es einen Flickenteppich aus bundesstaatlichen Regelungen. Die Behörde untersteht der Aufsicht der Federal Trade Commission (FTC). Der Weg zur Anerkennung war jedoch steinig. Aktuell unterliegen 41 Galopprennbahnen in 19 US-Bundesstaaten den Regeln der HISA. Mehrere Gerichte befassten sich bereits mit der Verfassungsmäßigkeit der Behörde, wobei der Oberste Gerichtshof der USA nun endgültig entscheiden soll, ob die HISA ihre Arbeit fortsetzen darf.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Wetter, die sich für internationalen Pferdesport interessieren, unterstreicht dieser Vorfall die Bedeutung strenger Regulierung. In Deutschland unterliegt das Glücksspiel dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Dieser stellt sicher, dass nur Anbieter mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) legal operieren dürfen. Diese Anbieter sind auf der sogenannten Whitelist geführt. Für deutsche Spieler bedeutet dies Sicherheit durch strenge Überwachung, wie sie auch die HISA in den USA anstrebt.

Ein Vorfall wie bei Marshall Gramm zeigt, wie wichtig der Schutz von Integritätsdaten ist, um Manipulationen zu verhindern. Deutsche Spieler profitieren bei legalen Anbietern von Mechanismen wie dem LUGAS-System, das Einzahlungslimits von maximal 1.000 Euro pro Monat überwacht, und dem Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots. Zwar sind Pferdewetten anders strukturiert, doch das Ziel der GGL ist identisch: Transparenz und Fairness. Wer auf US-Rennen wettet, sollte wissen, dass die dortigen Behörden hart gegen Insiderhandel vorgehen, um die Wettmärkte sauber zu halten.

Was das für GGL-Casinos heißt

Casinos mit GGL-Lizenz müssen höchste technische Standards erfüllen, um Datenmissbrauch zu verhindern. Der Fall Gramm ist eine Warnung für alle Betreiber, ihre internen Zugriffskontrollen ständig zu prüfen. In Deutschland ist der Schutz personenbezogener Daten und die Integrität der Spielergebnisse durch IT-Sicherheitsrichtlinien der GGL streng geregelt. Während die HISA in den USA mit Sicherheitslücken kämpft, die automatisierte Batch-Abfragen ermöglichten, legen deutsche Regulierer Wert auf engmaschige Audits. Ein ähnlicher Zugriff auf interne Datenbanken für Wettvorteile würde hierzulande sofort zum Entzug der Lizenz führen.

Häufige Fragen

Wer ist Marshall Gramm und was wird ihm vorgeworfen?

Marshall Gramm ist ein Professor und bekannter Pferdebesitzer, dem vorgeworfen wird, vertrauliche Gesundheitsdaten von Pferden über die HISA-Datenbank illegal abgerufen zu haben. Er soll diese Informationen für Wetten und Käufe in Claiming-Rennen genutzt haben.

Welche Strafe droht Marshall Gramm im Falle einer Verurteilung?

Ihm droht ein lebenslanges Verbot als Pferdebesitzer in allen US-Bundesstaaten, in denen die HISA-Regeln gelten. Zudem könnten Ermittlungen von staatlichen und bundesstaatlichen Strafverfolgungsbehörden folgen.

Wie konnte Marshall Gramm auf die geschützten Daten zugreifen?

Laut HISA nutzte er seinen rechtmäßigen Zugang als Pferdebesitzer, verwendete dann aber automatisierte Batch-Abfragen, um Daten von Pferden zu sammeln, die ihm nicht gehörten. Diese Methode verdeckte den unbefugten Zugriff zunächst, da sie normalen tierärztlichen Abfragen ähnelte.

Wann finden die Anhörungen im Fall Gramm statt?

Es sind zwei nicht-öffentliche Anhörungen für Mitte September geplant. Am 14. September befasst sich ein Gremium mit dem Vorwurf des Betrugs, gefolgt von einer Sitzung des Racetrack Safety Committee am 16. September.

Ist der US-Pferdesport für deutsche Tipper sicher?

Ja, sofern über in Deutschland lizenzierte Wettanbieter (GGL-Whitelist) gewettet wird. Diese Anbieter garantieren die Einhaltung des GlüStV 2021, der faire Quoten und Schutz vor Manipulation durch behördliche Überwachung sicherstellt.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:HISAArete

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