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Alea-Gründer Tomic über LatAm-Expansion und den Boom von Sweepstakes-Spielen

16. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Alea-Gründer Tomic über LatAm-Expansion und den Boom von Sweepstakes-Spielen

Alexandre Tomic, Gründer von Alea, spricht über die Expansion seines Unternehmens in Nord- und Lateinamerika. Allein im ersten Quartal 2026 erreichte Alea 30,7 Millionen Euro GGR aus Sweepstakes.

Alexandre Tomic, der Gründer von Alea, hat sich auf der SBC Americas 2026 zu den dynamischen Marktsegmenten in Nord- und Lateinamerika geäußert. Besonders hervor hob er das rasante Wachstum der sogenannten Sweepstakes-Spiele in den USA sowie die anhaltende Entwicklung der regulierten Märkte in Lateinamerika. Alea verzeichnete vor allem in den USA beeindruckende Zahlen, aber auch Brasilien bleibt ein Schlüsselmarkt. Tomic, der seit 20 Jahren in der Branche tätig ist, betont die Notwendigkeit, sich schnell an Veränderungen anzupassen, um in diesen Regionen erfolgreich zu sein. Er gründete Alea im Jahr 2012, nachdem er seine Karriere als Affiliate und White-Label-Anbieter begonnen hatte.

Sweepstakes-Spiele entwickeln sich zu einem immer wichtigeren Pfeiler in der iGaming-Welt und ermöglichen das Betreten von Märkten, die traditionell für Echtgeld-Glücksspiele geschlossen waren. Für Alea machen Sweepstakes bereits 50 Prozent der Aktivität auf ihrer Plattform aus. Außerdem unterstrich Tomic die Bedeutung des kulturellen Fits in Lateinamerika und die Rolle lokaler Teams.

Zahlen und Fakten

Die Zahlen, die Alexandre Tomic präsentierte, sind durchaus bemerkenswert. Allein im ersten Quartal 2026 erreichte Alea eine Gross Gaming Revenue (GGR) von 30,7 Millionen Euro durch Sweepstakes-Spiele. Bis April 2026 setzte sich dieser Trend fort, wobei das monatliche GGR bei rund 13,4 Millionen Euro lag. Diese rasanten Zuwächse zeigen, wie wichtig der US-Markt für Alea geworden ist, vergleichbar mit ihrem größten Markt Brasilien. Der Sweepstakes-Sektor ist nicht nur für Alea von Bedeutung, denn rund 50 Prozent der Plattform-Aktivitäten von Alea stammen aus diesem Bereich. Darüber hinaus erwähnte Tomic, dass Booming Games innerhalb von nur zwei Monaten etwa 10 Prozent Marktanteil in diesem Segment erreichte und damit auf Augenhöhe mit Schwergewichten wie Evolution Studios agierte. Diese Art von Spielen benötigt keine traditionelle Glücksspiellizenz, was neue Marktchancen eröffnet.

„Der Brasilianische Markt hat uns gelehrt, dass man einen kulturellen Fit braucht. Es geht nicht nur um die Sprache, sondern um ein tiefes Verständnis für die lokalen Gegebenheiten.“ – Alexandre Tomic, Gründer von Alea

Tomic hat im Laufe seiner Karriere viel Erfahrung gesammelt. Er weiß, dass eine Aggregator-Lösung heute unerlässlich ist. Früher hätten Betreiber nur mit wenigen Softwareanbietern gearbeitet. Heute gäbe es über 250 Anbieter und 25.000 Spiele. 250 Schnittstellen und Anbindungsprozesse seien manuell nicht zu bewältigen, erst recht nicht für neue, kleinere Spielestudios mit nur 10 bis 15 Mitarbeitern.

Hintergrund

Die Diskussion auf der SBC Americas 2026 drehte sich nicht nur um Sweepstakes. Auch Spieler-gegen-Spieler-Geschicklichkeitsspiele und Künstliche Intelligenz (KI) waren zentrale Themen. Tomic ist überzeugt, dass diese Trends die Diskussionen in den kommenden Monaten weiter dominieren werden. Die Fähigkeit zur schnellen Anpassung an sich ständig ändernde Marktbedingungen ist in Lateinamerika entscheidend, eine Region, die Tomic als „Ibero-Amerika“ bezeichnet. Er verweist auf den Erfolg spanischer Unternehmen, die sich bereits in Spanien bewährt haben, bevor sie in Lateinamerika Fuß fassten. Der kulturelle Bezug sei oft wichtiger als die gemeinsame Sprache, wie das Beispiel des portugiesischsprachigen Brasiliens zeigt, das Aleas größter Markt ist. Daher investiert Alea stark in lokale Teams, um ein tiefes Verständnis für die jeweiligen Märkte zu gewährleisten.

Alexandre Tomic wurde in einem Interview gefragt, ob man Glück konstruieren kann und wie er den „heiligen“ Aspekt des Glücksspiels sieht. Er sagte, dass das Glücksspiel den Menschen in eine Arena führt, in der fiktives Geschehen durch Geld das reale Leben beeinflusst. Tomic selbst gab an, dass er Gewinne beim Glücksspiel nicht mit nach Hause nehme. Er verdoppelt immer weiter, bis er verliert, weil er möchte, dass das Glück ihm in seinem echten Leben dient und nicht am Black Jack Tisch. Er selbst unterwirft sich dem Urteil der Götter: „Mache mich reich oder töte mich.“ Interessant ist auch seine Einstellung zu KI-generierten Inhalten. Nur KI-Inhalte seien schlecht, die Kombination mit menschlicher Arbeit jedoch nicht. Für einen guten LinkedIn-Beitrag würde er selbst eine Stunde aufwenden.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Während die Märkte in den USA und Lateinamerika ihre eigenen Dynamiken und Herausforderungen haben, bewegen sich deutsche Spieler in einem streng regulierten Umfeld. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat weitreichende Änderungen mit sich gebracht. Erlaubt sind Online-Casinos in Deutschland nur mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Diese GGL-Whitelist ist die einzige Anlaufstelle für legalen Spielspaß. Für Spieler bedeutet dies vor allem erhöhten Schutz durch Maßnahmen wie das 1-Euro-Einsatzlimit pro Spin an Spielautomaten und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro. Letzteres wird über das landesweite Überwachungssystem LUGAS kontrolliert. All diese Vorschriften dienen dem Spielerschutz und sollen Spielsucht vorbeugen. Sweepstakes-Angebote, wie sie in den USA boomen, sind in dieser Form in Deutschland aufgrund strenger Regulierungen und Definitionen von Glücksspiel nicht legal. Spieler sollten daher immer auf das GGL-Siegel achten und unseriöse Angebote meiden, da der dort gebotene Schutz fragwürdig ist und keine Einzahlungslimits oder andere Schutzmechanismen geboten werden.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Casinos, die eine deutsche Lizenz gemäß GlüStV 2021 anstreben oder bereits besitzen, bedeuten die Berichte aus anderen Märkten vor allem eins: der deutsche Weg ist einzigartig und schützend. Während internationale Unternehmen wie Alea innovative Modelle wie Sweepstakes-Spiele nutzen, um Märkte ohne traditionelle Lizenzen zu erschließen, müssen GGL-lizenzierte Anbieter strikte Auflagen erfüllen. Dazu gehören die Anbindung an LUGAS, die Einhaltung der Einsatz- und Einzahlungslimits sowie umfassende Maßnahmen zur Spielsuchtprävention. Das Konzept eines „kulturellen Fits“, das Tomic für Lateinamerika betont, ist auch in Deutschland relevant. Hier geht es jedoch nicht ausschließlich um Sprache, sondern um ein tiefes Verständnis der deutschen Regulierungslandschaft und der Erwartungen der Spieler an Seriosität und Sicherheit. Ein ständiges Anpassen an neue Regelungen und die aktive Zusammenarbeit mit der GGL sind für den Erfolg entscheidend.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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