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Regulierung

Argentinien plant neue Glücksspielsteuer zur Förderung von Sportvereinen

21. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Argentinien plant neue Glücksspielsteuer zur Förderung von SportvereinenKI-GENERIERT

Ein neuer Gesetzentwurf in Argentinien sieht eine gestaffelte Steuer von 5% bis 30% für Online-Wettanbieter vor, um lokale Nachbarschaftsclubs finanziell zu unterstützen.

In Argentinien steht der Glücksspielsektor vor einer massiven steuerlichen Neuausrichtung. Die nationale Abgeordnete Natalia Zaracho hat den Gesetzentwurf „Ley de Clubes de Barrio“ eingebracht, der darauf abzielt, die Einnahmen aus Online-Wetten direkt in die Förderung lokaler Nachbarschafts- und Sozialvereine zu leiten. Das Vorhaben sieht vor, dass berechtigte Vereine monatliche Zahlungen erhalten, um laufende Betriebskosten, die Instandhaltung der Infrastruktur sowie den Kauf von Ausrüstung zu decken.

Zaracho, die seit 2021 für das Bündnis Frente de Patria Grande im Kongress sitzt und als erste „Cartonera-Abgeordnete“ Geschichte schrieb, setzt mit diesem Entwurf auf eine Umverteilung von Gewinnen aus dem digitalen Glücksspiel zugunsten der Basisgesellschaft. Die Idee dahinter ist simpel wie wirkungsvoll: Während Online-Wettanbieter wachsende Umsätze generieren, kämpfen kleine Sportvereine in den Vierteln von Bünos Aires und anderen Provinzen oft um ihr finanzielles Überleben. Die vorgeschlagene „Tarjeta Club“ soll hier eine stabile Finanzierungsquelle schaffen.

Zahlen und Fakten

Das Kernstück des Entwurfs ist eine gestaffelte Steuerstruktur für Online-Wettbetreiber. Die allgemeine Steuer soll 10 Prozent auf den Nettowert der Spielereinzahlungen betragen. Unternehmen können diesen Satz jedoch auf 5 Prozent senken, wenn sie qualifizierte Investitionen innerhalb Argentiniens nachweisen. Im Gegensatz dazu wird es für ausländische Akteure deutlich teurer. Wenn eine ausländische Partei an der Wette beteiligt ist, wird eine Abgabe von 20 Prozent fällig. Dieser Satz steigt sogar auf 30 Prozent an, wenn der Anbieter aus einer Steueroase oder einem Niedrigsteuerland operiert.

Zudem soll der Kreis der Institutionen erweitert werden, die Anspruch auf das sogenannte „Derecho de formación deportiva“ haben. Bisher erhalten Vereine, die Profisportler ausgebildet haben, einen Teil der Transfererlöse dieser Spieler. Der neue Entwurf sieht vor, diese Förderung breiter aufzustellen und enger mit den Einnahmen aus dem Wettmarkt zu verknüpfen.

Hintergrund

Der Vorstoß von Natalia Zaracho kommt zu einer Zeit, in der Argentinien generell über die Zügel für den Glücksspielsektor streitet. In der Abgeordnetenkammer wird parallel über ein bundesweites Verbot von Glücksspielwerbung debattiert. Oppositionelle Blöcke wie Unión por la Patria und die Civic Coalition drängen auf eine schnelle Entscheidung vor der Sommerpause im November. Ziel ist es, Sponsoringverträge auf Trikots und Werbung in digitalen Medien komplett zu untersagen, um vor allem Minderjährige vor Spielsucht zu schützen. In der Stadt Bünos Aires wurden unter der Regierung von Jorge Macri bereits keine neuen Lizenzen mehr vergeben, während die bestehenden 11 Lizenznehmer streng auf ihre Altersverifikationsprozesse geprüft werden.

„Die Steuer dient als Quelle für eine stabile Finanzierung von Clubs mit sozialen, bildenden, sportlichen und gemeinschaftlichen Funktionen.“ - Natalia Zaracho, Abgeordnete der Nation, Frente de Patria Grande

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler hat die Entwicklung in Argentinien keine direkten Auswirkungen auf ihr tägliches Spielvergnügen, zeigt aber eine internationale Tendenz auf. In Deutschland ist der Markt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reguliert. Hierzulande gibt es bereits feste Limits wie die 1.000 Euro Einzahlungsgrenze pro Monat und das 1 Euro Einsatzlimit pro Spin an virtuellen Automaten. Während Argentinien über eine Zweckbindung der Steuern für den Breitensport nachdenkt, fließen in Deutschland die Steuereinnahmen aus dem Glücksspiel in den allgemeinen Haushalt der Bundesländer, aus dem jedoch ebenfalls Suchtprävention und soziale Projekte finanziert werden. Wer in Deutschland sicher spielen will, sollte ausschließlich Plattformen nutzen, die auf der offiziellen GGL-Whitelist stehen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Anbieter mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) verdeutlicht das Beispiel Argentinien, dass regulatorischer Druck oft mit fiskalischen Forderungen einhergeht. Während deutsche Betreiber bereits unter dem strengen LUGAS-Überwachungssystem arbeiten, zeigt das argentinische Modell, dass Investitionen im Inland steuerlich belohnt werden können. Deutsche Lizenznehmer müssen sich weiterhin auf strenge Werbeauflagen und den Spielerschutz konzentrieren, da die politische Debatte über strengere Verbote wie in Südamerika auch in Europa jederzeit wieder aufflammen kann.

Häufige Fragen

Wie hoch soll die neue Wettsteuer in Argentinien ausfallen?

Der Entwurf sieht eine Staffelung zwischen 5 und 30 Prozent vor. Der Basissatz liegt bei 10 Prozent auf Spielereinzahlungen, kann aber bei Inlandsinvestitionen auf 5 Prozent gesenkt werden.

Wer profitiert von den Steuereinnahmen in Argentinien?

Die Gelder sollen über die sogenannte Ley de Clubes de Barrio an lokale Sport- und Sozialvereine gehen. Damit werden Betriebskosten, Instandhaltung und Ausrüstung finanziert.

Gibt es in Argentinien Pläne für ein Werbeverbot für Glücksspiele?

Ja, die Abgeordnetenkammer debattiert über ein Gesetz, das Werbung und Sponsoring landesweit verbieten soll. Dies betrifft auch Logos auf Fußballtrikots und Boni auf Online-Plattformen.

Was ist der Unterschied zur rechtlichen Lage in Deutschland?

In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 den Markt mit festen Einsatz- und Einzahlungslimits. Spieler in Deutschland sind durch das LUGAS-System geschützt und sollten nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz spielen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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