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Bulgarien führt neue Steuer für Glücksspiel-Affiliates ein

3. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Bulgarien führt neue Steuer für Glücksspiel-Affiliates ein

Bulgarien plant die Einführung einer neuen Steuer für Glücksspiel-Affiliates. Dieser Schritt geht Hand in Hand mit laufenden Debatten über Werberegulierung und einer breiteren Überprüfung des bulgarischen Glücksspielsektors. Die Bruttospielertragssteuer stieg bereits von 20 Proze

Die bulgarische Regierung treibt Pläne für eine neue Steuer auf Glücksspiel-Affiliates voran. Dieser Vorstoß ist Teil einer umfassenderen Neugestaltung des Glücksspielsektors im Land. Parallel dazu toben heftige Diskussionen über neue Werberegulierungen, die die Branche zusätzlich unter Druck setzen.

Schon jetzt sind in Bulgarien 15 lizenzierte Betreiber aktiv. Darunter finden sich große lokale Namen wie Efbet, Winbet und Palmsbet, aber auch internationale Marken wie Bet365 und Bwin. Neue Marktteilnehmer wie Sportingwin und Betmarket mischen ebenfalls mit.

Zahlen und Fakten

Bulgarien verfolgt eine aktive Politik zur Erhöhung staatlicher Einnahmen aus dem Glücksspiel. Ein wichtiger Schritt war die Anhebung der Steuer auf den Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue, GGR) von 20 Prozent auf 25 Prozent. Diese Änderung trat bereits im Januar 2026 in Kraft. Der bulgarische Finanzminister erwartete für 2024 Steuereinnahmen von 200 Millionen BGN aus der Glücksspielbranche.

Die GGR-Steuererhöhung betrifft Betreiber von Sportwetten, Lotterien, Online-Glücksspielen und anderen Wetten auf zufällige Ereignisse. Diese Maßnahme soll das wachsende Haushaltsdefizit von ungefähr 3,86 Milliarden Euro (4,48 Milliarden Dollar) eindämmen. Analysten bezweifeln jedoch, dass die fiskalischen Auswirkungen signifikant sein werden. Schätzungen von Yield Sec zeigen, dass regulierte Online-Glücksspielanbieter in Bulgarien im Jahr 2023 etwa 562 Millionen Euro (652 Millionen Dollar) an GGR erwirtschafteten. Die Gesamteinnahmen der Branche, inklusive des landbasierten Sektors, dürften etwa 1,1 Milliarden Euro (1,28 Milliarden Dollar) betragen haben.

Unter der alten Steuerrate von 20 Prozent hätte die Regierung etwa 225 Millionen Euro (261 Millionen Dollar) eingenommen. Mit der neuen 25-Prozent-Rate werden voraussichtlich 281 Millionen Euro (326 Millionen Dollar) pro Jahr erwartet. Das bedeutet einen zusätzlichen Ertrag von 56 Millionen Euro (65 Millionen Dollar), was jedoch lediglich 1,4 Prozent des aktuellen Haushaltsdefizits darstellt.

Die Regierung hat bisher keine Pläne, diese zusätzlichen Einnahmen in branchenspezifische Programme wie verantwortungsvolles Spielen oder Spielerschutz zu investieren. Stattdessen dienen die Gelder der allgemeinen Haushaltskonsolidierung für 2026.

Hintergrund

Die geplanten Änderungen in Bulgarien zeigen einen klaren Trend in Europa. Mehrere Länder haben in den letzten Monaten ähnliche Steuererhöhungen vorgenommen. Rumänien hob seine Online-Glücksspiel-GGR-Steuer im Juli 2025 von 21 Prozent auf 27 Prozent. Die Niederlande planen ebenfalls eine Erhöhung auf 37,8 Prozent ab Januar 2026. Solche Regulierungen führen oft zu einem steigenden Druck auf die Margen der Betreiber und beeinflussen die Marketingstrategien.

Die GGR-Steuer in Bulgarien wird auf den Bruttoumsatz erhoben, ohne Abzüge für Marketing, Gehaltskosten oder Betriebsaufwendungen. Dies bedeutet, dass die Erhöhung direkt die Gewinnspannen der Unternehmen schmälert. Branchenbeobachter befürchten, dass Betreiber als Reaktion darauf Werbeaktionen reduzieren, Marketingausgaben kürzen oder Expansionspläne aufschieben könnten. Diese Unsicherheit könnte zudem neue Investitionen in den bulgarischen Glücksspielsektor hemmen und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.

Die Regulierungsflut in Bulgarien betrifft auch die Werbung. Online-Medien und Rundfunkwerbung für Glücksspiele sind jetzt verboten. Lediglich Plakatwerbung ist noch erlaubt. Patrick Sullivan, Anwalt bei Dickinson Wright, kommentierte die Situation der Glücksspielgesetzgebung:

„Einige Länder passen ihre Gesetze oft an, um sich an die aktuellen Trends und Anforderungen anzupassen. Dies ist eine natürliche Entwicklung in einem sich schnell entwickelnden Markt wie dem Glücksspiel.“ - Patrick Sullivan, Anwalt bei Dickinson Wright

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler haben diese spezifischen bulgarischen Regelungen keine direkte Auswirkung auf ihr Spielverhalten in Deutschland. Der deutsche Glücksspielmarkt wird durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reguliert. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist die zentrale Aufsichtsbehörde, welche die Einhaltung dieser Vorgaben sicherstellt.

Wichtig für deutsche Spieler ist, ausschließlich bei Anbietern auf der GGL-Whitelist zu spielen. Nur diese Casinos erfüllen die gesetzlichen Standards, die den Spielerschutz gewährleisten. Dazu gehören ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Spielautomaten und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das zentrale Überwachungssystem LUGAS kontrolliert wird. Spieler profitieren hier von einem hohen Maß an Sicherheit und Seriosität. Anbieter ohne deutsche Lizenz, oft aus Curaçao oder Malta, bieten diese Schutzmechanismen nicht und sind daher für deutsche Spieler nicht empfehlenswert. Der Fokus der GGL liegt klar auf der Kanalisierung in den legalen Markt und dem konsequenten Vorgehen gegen illegale Anbieter.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Situation in Bulgarien ist ein Beispiel dafür, wie schnell sich Regulierungsrahmen im Glücksspiel ändern können. Für GGL-lizenzierte Casinos bedeutet dies eine ständige Anpassung an die strengen deutschen Vorgaben. Während bulgarische Betreiber mit Steuererhöhungen und Werbeverboten zu kämpfen haben, müssen deutsche Anbieter den Spagat zwischen hohem Spielerschutz und wirtschaftlicher Attraktivität meistern.

Die GGL setzt auf eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Verstößen. Dies beinhaltet ein konsequentes Vorgehen gegen unerlaubtes Glücksspiel und die Überwachung von Werbemaßnahmen. Die deutschen Regulierungen sind darauf ausgelegt, ein sicheres und verantwortungsbewusstes Spielumfeld zu schaffen, was sich deutlich von den lediglich fiskalisch motivierten Änderungen in Bulgarien unterscheidet. Der deutsche Weg ist komplex, stellt aber sicher, dass die Spieler optimal geschützt sind und der Markt langfristig stabil bleibt.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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