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Coljuegos setzt Zeichen: Über 46.000 Sperrungen illegaler Glücksspielseiten seit 2022

8. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Coljuegos setzt Zeichen: Über 46.000 Sperrungen illegaler Glücksspielseiten seit 2022

Die kolumbianische Glücksspielbehörde Coljuegos hat seit 2022 über 46.000 Sperrverfügungen gegen nicht lizenzierte Online-Glücksspielseiten erlassen. Damit verstärkt sie den Kampf gegen illegale Anbieter erheblich.

Kolumbien macht ernst im Kampf gegen nicht lizenzierte Online-Glücksspielangebote. Coljuegos, die nationale Regulierungsbehörde, hat seit dem Regierungswechsel 2022 mehr als 46.000 Sperrverfügungen gegen illegale Webseiten erlassen. Dies markiert eine deutliche Eskalation der Bemühungen, den Glücksspielmarkt zu säubern und Spieler zu schützen.

Der Kampf gegen illegales Glücksspiel ist ein zentrales Anliegen von Coljuegos. Die Behörde nutzt dabei neue Technologien und verstärkte Zusammenarbeit mit Internetanbietern. Das Ziel ist klar: mehr Kontrolle, mehr Sicherheit und eine gesunde Entwicklung des regulierten Marktes.

Zahlen und Fakten

Seit 2022 hat Coljuegos insgesamt 46.228 Sperrverfügungen gegen Webseiten verhängt, die ohne Lizenz agieren. Diese Zahl ist beachtlich: Sie macht 83 Prozent aller Sperranträge aus, die Coljuegos seit seiner Gründung jemals gestellt hat. Insgesamt wurden bisher 55.658 Sperranordnungen erlassen. Es zeigt sich deutlich, dass die aktuelle Administration das Tempo massiv erhöht hat. Frühere Verwaltungen erließen nur etwa 9.000 Sperranträge über einen längeren Zeitraum.

Präsident Marco Emilio Hincapié von Coljuegos betont diese Entwicklung nachdrücklich: > „Noch nie zuvor hat eine Regierung das illegale Glücksspiel mit solcher Vehemenz bekämpft. Bei Coljuegos haben wir mit unserem Zentrum für Künstliche Intelligenz die Erkennung und Sperrung nicht autorisierter Webseiten optimiert.“ - Marco Emilio Hincapié, Präsident von Coljuegos

Die Behörde arbeitet eng mit dem Ministerium für Informations- und Kommunikationstechnologien (MinTIC) zusammen. So soll der Prozess der Sperrungen durch Internetdienstanbieter vereinfacht und beschleunigt werden. Ziel ist, „jede Seite effektiv zu blockieren, die illegales Glücksspiel betreibt oder bewirbt“, so Hincapié. Er rät Spielern dringend, nur die 15 von Coljuegos autorisierten Betreiber zu nutzen. Nur so sind Daten und Einsätze geschützt. Zudem fließt ein Teil der Einnahmen aus dem regulierten Markt in soziale Projekte und die Gesundheitsversorgung bedürftiger Kolumbianer.

Hintergrund

Coljuegos verfolgt eine duale Strategie: Sie bekämpft illegales Glücksspiel rigoros und erweitert gleichzeitig den regulierten Markt. Erst im Mai lizenzierte die Behörde ihren 15. Betreiber, MrYoker. Dieser Anbieter, betrieben von Global Vixto, erhielt eine Fünf-Jahres-Lizenz für Online-Casino, Live-Casino und Sportwetten. Coljuegos erwartet von MrYoker Steuereinnahmen von umgerechnet 7,4 Millionen US-Dollar (COP27.3 Milliarden) während der ersten Konzessionsperiode.

Die Nutzung von künstlicher Intelligenz ist ein entscheidender Fortschritt. Sie ermöglicht eine schnellere und präzisere Identifizierung nicht lizenzierter Plattformen. Kolumbien etabliert sich damit als einer der proaktivsten Märkte Lateinamerikas im Kampf gegen nicht reguliertes Glücksspiel. Der Ansatz dient dem Spielerschutz und sichert gleichzeitig die Einnahmen für den Staat.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Deutsche Spieler bewegen sich in einem bereits stark regulierten Umfeld. Seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) sind Online-Glücksspiele in Deutschland unter strengen Auflagen erlaubt. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) vergibt Lizenzen an seriöse Anbieter. Sie überwacht den Markt und setzt die Regeln durch. Dazu gehören unter anderem ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Online-Spielautomaten und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro.

Spieler in Deutschland sollten nur auf den von der GGL lizenzierten Webseiten spielen. Diese sind auf der sogenannten Whitelist der GGL zu finden. Anbieter ohne deutsche Lizenz, oft mit MGA- oder Curacao-Lizenzen, bieten in Deutschland keine legalen Spiele an. Solche Angebote bergen Risiken, etwa mangelnden Spielerschutz und unklare Rechtsansprüche. Das länderübergreifende Sperrsystem LUGAS schützt deutsche Spieler vor übermäßigem Spielverhalten und stellt die Einhaltung der Limits sicher. Wer bei nicht lizenzierten Anbietern spielt, unterliegt diesen Schutzmaßnahmen nicht.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für die GGL-lizenzierten Casinos in Deutschland bedeutet die strenge Regulierung eine Stärkung ihres Geschäftsmodells. Konsequente Maßnahmen gegen illegale Anbieter schaffen einen fairen Wettbewerb. Das Vertrauen der Spieler in den regulierten Markt steigt. Die GGL ist bestrebt, den deutschen Markt ähnlich wie Coljuegos zu säubern. Nur seriöse Anbieter, die sich an die Regeln halten, haben langfristig Erfolg. Das sorgt für höhere Standards im Spielerschutz und stabile Steuereinnahmen für den Staat. Es ist ein klares Signal an schwarze Schafe: Illegalität lohnt sich nicht.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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