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Hub Affiliations expandiert in Lateinamerika – Partnerschaft mit Gana Media Group öffnet Brasilien & Mexiko

7. Juni 20267 Minvon Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Casino-Messehalle in Lateinamerika mit Neonschildern – Symbolbild zur Partnerschaft Hub Affiliations und Gana Media Group

Die in Madrid ansässige Affiliate-Plattform Hub Affiliations geht eine strategische Allianz mit der kolumbianischen Gana Media Group ein. Wir ordnen ein, was das für den iGaming-Markt in LATAM bedeutet – und warum deutsche Spieler trotzdem nichts davon haben.

Am 5. Juni 2026 haben Hub Affiliations (Madrid) und die in Bogotá ansässige Gana Media Group eine strategische Partnerschaft angekündigt, die den Affiliate-Markt für Online-Casinos und Sportwetten in Lateinamerika spürbar verschieben dürfte. Die Allianz bündelt Hub-Brands wie Pin-Up, BC.Game und Vbet mit dem regionalen Vertriebs- und Content-Netzwerk von Gana, das nach eigenen Angaben monatlich über 4,8 Millionen Unique Visitors in Brasilien, Mexiko, Kolumbien und Chile erreicht. Branchendienst iGamingToday.com hatte die Meldung zuerst publiziert.

Inhaltlich umfasst der Deal drei Bausteine: Erstens bekommt Gana exklusive Affiliate-Konditionen (Rev-Share bis 50 %, CPA bis 350 US-$) für die Hub-Marken in den vier genannten Märkten. Zweitens betreiben beide Häuser gemeinsam ein neues Madrid-Bogotá-Content-Studio, das Lokalisierungen (PT-BR, ES-MX, ES-CO, ES-CL) für SEO-Texte, YouTube-Tutorials und Twitch-Streams produziert. Drittens wird ein gemeinsamer Compliance-Hub eingerichtet, der die Anbieter bei der Lizenzierung in Brasilien (SPA-Regulierung seit 1. Januar 2025), Peru und Chile unterstützt.

Für die LATAM-Region ist der Move bedeutend, weil Brasilien Anfang 2025 nach jahrelangem politischen Tauziehen ein vollwertiges Online-Glücksspielgesetz in Kraft gesetzt hat. Aktuell sind dort 71 Anbieter offiziell zugelassen, weitere 23 stehen auf der Warteliste der Secretaria de Prêmios e Apostas (SPA). Mexiko folgt voraussichtlich 2027 mit der Reform der Ley Federal de Juegos y Sorteos, und Chile hat im April 2026 erstmals einen Gesetzentwurf zur Regulierung von Online-Casinos eingebracht. Wer wie Hub Affiliations jetzt Affiliate-Infrastruktur aufbaut, sichert sich First-Mover-Vorteile in einem Markt, der laut H2 Gambling Capital bis 2030 auf 12,4 Mrd. US-$ Bruttoumsatz wachsen soll.

Aus deutscher Sicht ist die Meldung dennoch eine Randnotiz – und genau dort wird es interessant. Keine der von Hub Affiliations beworbenen Marken (Pin-Up, BC.Game, Vbet, 1xSlots, Rabona) besitzt eine Lizenz der deutschen Glücksspielbehörde GGL. Die Anbieter operieren überwiegend mit Curaçao-, Anjouan- oder Costa-Rica-Lizenzen, einzelne über die maltesische MGA. Werbung dieser Marken in Deutschland ist nach § 5 GlüStV 2021 unzulässig; deutsche Spieler, die sich dort registrieren, spielen aus deutscher Sicht im rechtsfreien Raum.

Wir haben uns die Bedingungen exemplarisch angesehen: Pin-Up arbeitet mit einem 500-%-Willkommensbonus und 50-fachen Umsatzbedingungen, BC.Game lockt mit Krypto-Cashback-Programmen, Vbet bewirbt sich aggressiv über Influencer-Marketing in der DACH-Region. Sobald deutsche Spieler dort einzahlen, greift jedoch weder LUGAS (das anbieterübergreifende 1.000-€-Monatslimit der GGL) noch das OASIS-Sperrsystem. Im Streitfall – etwa bei verweigerter Auszahlung – stehen Spieler vor einem zähen Rechtsstreit in Curaçao, dessen Erfolgsaussichten laut Anwaltskanzlei Goldenstein bei unter 30 % liegen.

Für den deutschen Markt ergibt sich daraus eine klare Empfehlung: Wer in Deutschland legal spielen will, greift ausschließlich zu Anbietern auf der offiziellen GGL-Whitelist (rund 30 Online-Casinos, Stand Juni 2026). Dort finden sich JackpotPiraten, OnlineCasino DE, bwin Casino, Tipico Games, Merkur Slots, LeoVegas DE oder Wunderino. Alle sind LUGAS- und OASIS-angebunden, deutsche Steuer wird abgeführt, der Spielerschutz ist klar geregelt. Die LATAM-Expansion der Hub-Welt zeigt aber: Der globale Affiliate-Markt wird immer stärker fragmentiert – ein Argument mehr, beim Spielen in Deutschland nicht auf grelle Bonusversprechen ausländischer Affiliates hereinzufallen.

Beobachten lohnt sich dennoch: Wenn die Brasilien-Regulierung sich als erfolgreich erweist (erste SPA-Daten für Q1/2026 zeigen 287 Mio. R$ Steueraufkommen), könnte die deutsche Politik den Druck spüren, ihre eigene Regulierung wettbewerbsfähiger zu gestalten – etwa über Anpassungen an der 5,3-%-Stake-Steuer, die laut Branche maßgeblich für den hohen Hausvorteil deutscher Slots verantwortlich ist. Wir bleiben am Thema dran.

Quellen & weiterführende Links

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