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Glücksspiel-Krise in Delaware: Umsätze brechen im Juni um 21 Prozent ein

22. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Glücksspiel-Krise in Delaware: Umsätze brechen im Juni um 21 Prozent ein

Die drei Casinos im US-Bundesstaat Delaware verzeichnen einen massiven Rückgang ihrer Einnahmen auf 37,5 Millionen US-Dollar. Besonders die Tischspiele schwächeln enorm.

In Delaware herrscht Katerstimmung. Der kleine US-Bundesstaat, der für seine liberale Haltung bei Firmengründungen bekannt ist, kämpft an der Glücksspielfront mit massiven Einbußen. Die drei großen kommerziellen Casinos im Bundesstaat blickten im Juni auf erschreckend schwache Bilanzen. Das zeigt, dass selbst etablierte Märkte nicht vor plötzlichen Schwankungen geschützt sind, wenn das Konsumverhalten der Menschen nachlässt oder die Konkurrenz in den Nachbarstaaten zunimmt. Wer heute noch glaubt, dass landbasiertes Glücksspiel ein Selbstläufer ist, wird durch die aktuellen Zahlen eines Besseren belehrt.

Die Stimmung in den Spielhallen von Delaware Park, Bally’s Dover und dem Harrington Casino scheint getrübt zu sein. Während die Branche in anderen Teilen der USA nach der Pandemie Rekordwerte feierte, deutet in Delaware vieles auf eine Sättigung oder eine strukturelle Krise hin. Es ist nicht nur ein kleiner Rückgang, sondern ein satter Einbruch, der die Betreiber und die staatlichen Aufseher gleichermaßen aufschreckt. Man muss kein Prophet sein, um zu sehen, dass hier Handlungsbedarf besteht, wenn man den Anschluss an den modernen Glücksspielmarkt nicht völlig verlieren will.

Zahlen und Fakten

Die nackten Zahlen der Delaware Lottery sprechen eine deutliche Sprache. Insgesamt generierten die drei Casinos im Juni einen Umsatz von 37,5 Millionen US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das ein Rückgang von satten 21 Prozent. Der Löwenanteil des Bruttospielertrags, im Fachjargon Gross Gaming Revenue (GGR) genannt, entfiel auf die Video-Lotterie-Terminals (VLTs). Diese brachten 33,6 Millionen US-Dollar ein, was jedoch bereits ein Minus von 20,8 Prozent bedeutet. Noch schlimmer traf es die klassischen Tischspiele wie Roulette oder Blackjack. Hier sackten die Einnahmen um 23,3 Prozent auf nur noch 4 Millionen US-Dollar ab.

Schaut man sich die einzelnen Betriebe an, wird das Ausmaß der Misere erst richtig deutlich. Das Bally’s Dover erwischte es am härtesten mit einem prozentualen Minus von 26,2 Prozent auf 11,5 Millionen US-Dollar. Hier brachen die Tischspiele sogar um über 30 Prozent ein. Delaware Park bleibt zwar der Platzhirsch mit 16,7 Millionen US-Dollar Umsatz, musste aber ebenfalls Federn lassen und verlor 16,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Harrington Casino bildete mit 9,4 Millionen US-Dollar das Schlusslicht, was einem Rückgang von 21,6 Prozent entspricht.

Hintergrund

Warum die Zahlen derart in den Keller gerauscht sind, lässt sich nicht mit einem einzigen Faktor erklären. Es ist oft eine Mischung aus regionaler Konkurrenz und einem veränderten Freizeitverhalten. Delaware steht im direkten Wettbewerb mit den gigantischen Casino-Landschaften in Pennsylvania und Maryland. Wenn dort neue Attraktionen oder bessere Bonusangebote warten, wandern die Spieler ab. Die Video-Lotterie-Terminals, die in Delaware traditionell das Rückgrat des Marktes bilden, verlieren offenbar an Reiz gegenüber den hochmodernen Slots, die man heute in Las Vegas oder eben online findet.

„Die Zahlen der Delaware Lottery zeigen, dass Video-Lotterie-Terminals den Großteil der Gesamtsumme ausmachten und 33,6 Millionen US-Dollar einspielten, was einem Rückgang von 20,8 Prozent entspricht, während Tischspiele 4 Millionen US-Dollar generierten, ein Minus von 23,3 Prozent." - Charlotte Capewell, Berichterstatterin bei CDC Gaming

Dieser Trend ist besorgniserregend, da die Abgaben der Casinos einen wichtigen Teil des staatlichen Haushalts finanzieren. Wenn die Einnahmen wegbrechen, fehlen dem Staat Delaware Mittel für Infrastruktur und soziale Projekte. Es bleibt abzuwarten, ob die Betreiber mit Investitionen in die Hardware oder neuen Marketingkonzepten gegensteuern können. Der Juni war jedenfalls ein Monat zum Vergessen für die Glücksspielbranche an der Ostküste.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für uns in Deutschland klingen diese Zahlen aus den USA oft fern, doch sie zeigen eine wichtige Lektion über Marktregulierung. In Deutschland haben wir seit 2021 den Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021), der einen klaren Rahmen vorgibt. Während in Delaware das landbasierte Geschäft schwächelt, beobachten wir hierzulande eine strikte Trennung und Regulierung des Online-Marktes. Deutsche Spieler, die in Casinos mit GGL-Lizenz (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder) aktiv sind, genießen einen Schutz, den es in dieser Form in den USA oft nicht gibt.

Die Whitelist der GGL ist das Maß aller Dinge. Wer dort gelistet ist, hält sich an das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automatenspielen. Das sorgt für Stabilität im Markt. Während in den USA ein Einbruch von 21 Prozent die Betreiber zittern lässt, ist der deutsche Markt durch das LUGAS-System (Länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem) und die Oasis-Sperrdatei auf Nachhaltigkeit und Spielerschutz ausgelegt. Ein solcher Absturz wie in Delaware ist hier weniger wahrscheinlich, da das System stärker auf den Schutz des Einzelnen und weniger auf maximale Umsatzmaximierung ohne Leitplanken setzt. Wer sicher spielen will, sollte immer prüfen, ob der Anbieter in der offiziellen Whitelist steht. Schwarze Schafe aus Curacao oder Malta bieten zwar oft höhere Limits, haben aber keine rechtliche Absicherung im Falle von Streitigkeiten.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit einer deutschen Lizenz ist die Entwicklung in Delaware ein Warnsignal. Es zeigt, dass man sich nicht auf alten Lorbeeren ausruhen darf. Einseitige Abhängigkeiten von bestimmten Spielformen, wie in Delaware von den VLTs, können gefährlich sein. Deutsche Anbieter müssen ihr Portfolio innerhalb des erlaubten Rahmens ständig attraktiv halten. Der Fokus auf Qualität statt Quantität ist entscheidend.

Die GGL achtet streng darauf, dass keine aggressiven Werbemethoden genutzt werden, die Spieler in den Ruin treiben könnten. Langfristig ist das der bessere Weg für eine gesunde Industrie. Während die Casinos in Delaware nun überlegen müssen, wie sie ihre verlorenen 21 Prozent zurückgewinnen, können sich GGL-lizenzierte Anbieter auf ein stabiles, wenn auch streng reguliertes Umfeld verlassen. Der Schutz vor Spielsucht steht hier an erster Stelle, was letztlich auch die Akzeptanz des Glücksspiels in der Mitte der Gesellschaft fördert. Ein fairer Markt ist am Ende für alle Beteiligten lukrativer als ein volatiles Umfeld, das von massiven Einbrüchen geplagt wird.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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