EGBA-Mitglieder steigern Umsatz: Über 43 Millionen aktive Kunden gemeldet

Die Online-Glücksspielbranche in Europa wächst weiter. Die Mitglieder der European Gaming and Betting Association (EGBA) verzeichneten 2025 einen beeindruckenden Anstieg der Bruttospielerträge auf 18 Milliarden Euro, ein Plus von 34 Prozent.
Die Europäische Vereinigung für Glücksspiel und Wetten (EGBA) blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Ihre Mitglieder, darunter Branchengrößen wie Bet365, Entain und Flutter, haben ihren kollektiven Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue, GGR) auf 18 Milliarden Euro gesteigert. Das ist ein deutliches Wachstum von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr und entspricht 48 Prozent der gesamten GGR für Online-Casinospiele in Europa. Über 43,8 Millionen aktive Kundenkonten zeugen von der weiten Verbreitung des Online-Glücksspiels auf dem Kontinent.
Diese Zahlen verdeutlichen die anhaltende Dominanz des Online-Sektors, der sich trotz neuer Regulierungen und Herausforderungen stetig weiterentwickelt. Die Branche zeigt sich robust und anpassungsfähig, auch wenn der Fokus auf Spielerschutz und Nachhaltigkeit weiterhin eine zentrale Rolle spielt.
Zahlen und Fakten
Die EGBA, die nach eigenen Angaben etwa 30 Prozent des europäischen Online-GGR repräsentiert, hat in ihrem Jahresbericht 2026 detaillierte Einblicke gegeben. Die aktiven Kundenkonten sind im Jahr 2025 um 13 Prozent auf 43,8 Millionen angestiegen. Seit 2021 bedeutet dies sogar einen Zuwachs von 47 Prozent. Insgesamt wurden im Jahr 2025 Einsätze in Höhe von 275,3 Milliarden Euro getätigt, ein Plus von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gewinne der Kunden stiegen ebenfalls, und zwar um 27 Prozent auf 257,3 Milliarden Euro.
Die Verteilung der GGR auf die einzelnen Spielkategorien zeigt eine klare Tendenz: Casinospiele machten 48 Prozent des GGR aus, dicht gefolgt von Sportwetten mit 46 Prozent. Poker lag bei 3 Prozent, andere Kategorien wie Bingo, virtuelle Wetten, Esports und Eventwetten ebenfalls bei 3 Prozent. Besonders hervorzuheben ist das Wachstum bei Sportwetten, deren GGR um 49 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro anstieg, während Casinospiele eine Steigerung von 23 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro verzeichneten.
Ein bemerkenswerter Trend ist der Rückgang der Auszahlungsquote (Return to Player, RTP). Diese sank 2025 auf 93,4 Prozent, nach 93,7 Prozent im Vorjahr. Dies führte zu einer leichten Erhöhung der operativen Marge der Betreiber von 6,3 Prozent auf 6,6 Prozent. Viele Branchenvertreter sehen diese Taktik, die oft zur Kompensation steigender Kosten durch höhere Steuern und Einsatzlimits eingesetzt wird, jedoch kritisch. Sie befürchten einen geringeren langfristigen Kundenwert.
Hintergrund
Die EGBA hat 2025 auch ihre Nachhaltigkeitsbemühungen verstärkt. In Zusammenarbeit mit der European Advertising Standards Alliance (EASA) wurde im Oktober 2025 ein „Responsible Influencer Marketing Pledge“ ins Leben gerufen. Dieser soll strengere Altersprüfungen, transparente Kennzeichnung bezahlter Partnerschaften und Einschränkungen von Inhalten fördern, die Minderjährige ansprechen könnten. Der Fokus auf den Spielerschutz bleibt also bestehen.
Die fünfte jährliche „European Safer Gambling Week“ im November 2025 erreichte 221 Partner in 24 Ländern, ein Anstieg von 14 Prozent. Hierbei wurden erstmalig auch bei live übertragenen Fußballspielen in Bulgarien, Deutschland, Griechenland und Italien Botschaften zum sichereren Glücksspiel eingeblendet. Die EGBA hat zudem eine spezielle Ressource-Website, safergambling.eu, gestartet, die länderspezifische Hilfsangebote und Selbstsperrtools bereitstellt.
„Die kontinuierliche Erhöhung der aktiven Kundenkonten und des Bruttospielertrags zeigt, dass Online-Glücksspiel in Europa weiterhin boomt, aber auch die Verantwortung der Anbieter wächst. Wir sehen, wie die Branche versucht, sich an neue Regulierungen anzupassen und gleichzeitig den Spielerschutz zu stärken.“ - Maarten Haijer, Generalsekretär der EGBA
Die Anzahl der Online-Lizenzen, die die EGBA-Mitglieder halten, stieg auf 401 über 22 Jurisdiktionen hinweg. Das entspricht einem Wachstum von 25 Prozent gegenüber 2024. Dies unterstreicht die geografische Expansion und die Anpassung an verschiedene Regulierungssysteme in Europa.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland haben diese Entwicklungen eine besondere Relevanz. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat den deutschen Markt neu geordnet und streng reguliert. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) vergibt nun Lizenzen für Online-Casinos und Online-Sportwetten. Spieler sollten ausschließlich Angebote auf der GGL-Whitelist nutzen, um sicherzustellen, dass sie in einem legalen und kontrollierten Umfeld spielen.
Deutsche Spieler sind von den Auswirkungen des GlüStV 2021 direkt betroffen. Dazu gehören ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das zentrale Überwachungssystem LUGAS kontrolliert wird, sowie ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Slots. Diese Maßnahmen sollen dem Spielerschutz dienen, können aber die Spielererfahrung beeinträchtigen und zu einem Abzug von Spielern auf ausländische, oft unseriöse Anbieter führen. Es ist wichtig, dass Spieler die legalen Angebote nutzen, um nicht in die Falle von Anbietern ohne deutsche Lizenz zu tappen, die keine Auszahlung garantieren und meist keinen wirksamen Spielerschutz bieten.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Online-Casinos, die eine GGL-Lizenz besitzen, bedeuten die europäischen Trends sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Während der Gesamtmarkt wächst, müssen sie sich an die spezifischen deutschen Regulierungen halten. Die erwähnte Strategie der RTP-Senkung, die in Europa zur Steigerung der operativen Margen genutzt wird, ist in Deutschland aufgrund der strengen Vorgaben zum fairen Spiel und der technischen Anforderungen nur bedingt anwendbar. Die GGL legt großen Wert auf Transparenz und den Schutz der Spieler vor übermäßig hohen Verlusten oder Abhängigkeit.
Die GGL-Casinos müssen sich zudem mit dem LUGAS-System auseinandersetzen, das nicht nur die Einzahlungslimits überwacht, sondern auch ein spielübergreifendes Sperrsystem (OASIS) integriert. Dies stellt einen hohen administrativen Aufwand dar, schafft aber auch ein hohes Maß an Sicherheit und Vertrauen für die Spieler. Die Erfolge der EGBA-Mitglieder zeigen, dass der Online-Markt insgesamt prosperiert. Für deutsche lizenzierte Anbieter bedeutet dies, dass sie trotz strengerer Auflagen am Wachstum teilhaben können, wenn sie den Spagat zwischen Attraktivität und Compliance meistern. Die Betonung von Spielerschutzmaßnahmen, wie sie die EGBA mit der „Responsible Influencer Marketing Pledge“ und der „Safer Gambling Week“ verfolgt, passt gut zu den Zielen der deutschen Regulierung.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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