EGBA vermeldet Fortschritte beim Spielerschutz für 2025

Die European Gaming and Betting Association (EGBA) hat ihren Jahresbericht 2026 veröffentlicht. Darin wird bekannt gegeben, dass die Mitglieder der EGBA im Jahr 2022 45,5 Millionen Spielerschutz-Nachrichten an Kunden verschickten.
Die European Gaming and Betting Association (EGBA) hat am 9. Juli 2026 in Brüssel ihren Jahresaktivitätsbericht 2026 veröffentlicht. Der Bericht fokussiert sich auf die Arbeit der Organisation im vergangenen Jahr und aggregierte Daten ihrer Mitgliedsunternehmen aus dem Jahr 2025. Besonders hervorzuheben sind Fortschritte im Bereich des sichereren Spielens, der Werbung, der Geldwäschebekämpfung und der Branchenstandards in Europa. Es ist offensichtlich, dass die Branche sich weiterentwickeln muss, um den steigenden Anforderungen an den Spielerschutz gerecht zu werden, und die EGBA möchte hier eine führende Rolle einnehmen.
Zahlen und Fakten
Die Mitglieder der EGBA besitzen derzeit 401 Online-Glücksspiellizenzen in 22 europäischen Ländern. Sie erwirtschaften etwa 30 Prozent der gesamten Brutto-Glücksspieleinnahmen (Gross Gaming Revenue, GGR) in Europa. Im Jahr 2022 verschickten EGBA-Mitglieder 45,5 Millionen Spielerschutz-Nachrichten an Kunden. Dies entspricht einer Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr und unterstreicht das wachsende Engagement für den Spielerschutz. 48 Prozent dieser Nachrichten waren personalisiert und richteten sich an Kunden, die auffälliges Spielverhalten zeigten. Diese Quote stieg im Vergleich zum vorherigen Bericht um 42 Prozent. 2023 stieg die Zahl der versendeten Nachrichten weiter an, auf 67,6 Millionen, wovon 23 Millionen personalisiert waren.
Die fünfte jährliche „European Safer Gambling Week“ erreichte laut EGBA Rekordbeteiligungen. Erstmals wurden Spielerschutzbotschaften bei live im Fernsehen übertragenen Fußballspielen in mehreren Ländern gezeigt. Die EGBA hat zudem die Plattform safergambling.eu gestartet, die länderspezifische Hilfsangebote und Informationen zur Selbstsperrung bereitstellt. Die Plattform soll Spielern dabei helfen, schnell und unkompliziert Unterstützung in ihren jeweiligen Märkten zu finden. Der Jahresbericht zur Nachhaltigkeit 2025 der EGBA enthielt erstmals Daten zu Steuerbeiträgen in europäischen Volkswirtschaften.
Ein wichtiger Fortschritt war die Genehmigung des ersten europäischen Standards für Anzeichen von Spielsucht im Online-Glücksspiel. Diese Initiative hatte die EGBA bereits 2022 vorgeschlagen. Zudem wurde mit der European Advertising Standards Alliance ein „Responsible Influencer Marketing Pledge“ ins Leben gerufen, der auf die verantwortungsvolle Gestaltung von Influencer-Marketing im Glücksspielsektor abzielt. Die Bemühungen der EGBA zur Geldwäschebekämpfung wurden ebenfalls fortgesetzt und ausgebaut.
Maarten Haijer, Generalsekretär der EGBA, hob die Bedeutung des vergangenen Jahres hervor:
„Es war in mehrfacher Hinsicht ein wegweisendes Jahr für die EGBA: die bisher wirkungsvollste Europäische Spielerschutzwoche, die Genehmigung des ersten europäischen Standards für Anzeichen von Spielschäden, neue Standards für Influencer-Marketing und fortgesetzte Fortschritte im Rahmen unserer AML-Richtlinien.“ – Maarten Haijer, Generalsekretär der EGBA
Er betonte auch die Bedeutung von Finnlands Übergang zu einem Mehrmarkenlizenzsystem. Dieser Schritt, den die EGBA seit Langem fordert, bestätige ihre Ansicht, dass wettbewerbsorientierte, regulierte Märkte der beste Weg sind, um Verbraucher zu schützen und den illegalen Markt zu bekämpfen. Im Jahr 2022 nutzten 60 Prozent der aktiven Kundenkonten mindestens ein Spielerschutz-Tool, entweder freiwillig oder verpflichtend. Bei 30 Prozent erfolgte die Nutzung freiwillig. Einlagenlimits waren mit 67 Prozent das beliebteste freiwillige Tool, gefolgt von Zeitlimits mit 14 Prozent.
CEOs führender Betreiber, darunter John Coates von Bet365, Jesper Svensson von Betsson und Peter Jackson von Flutter, äußerten sich in einem gemeinsamen Brief. Sie sehen „ein Investition in jene Systeme ist eine notwendige Investition in eine nachhaltige Zukunft des Sektors“.
Hintergrund
Diese Entwicklungen zeigen, wie sich der europäische Online-Glücksspielsektor den Herausforderungen von Spielerschutz und Regulierung stellt. Die EGBA und ihre Mitglieder sind bestrebt, durch Transparenz und verbesserte Standards das Vertrauen der Spieler zu gewinnen und zu erhalten. Dies schließt auch die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden ein, um ein ausgewogenes Umfeld für Betreiber und Spieler zu schaffen. Die Bemühungen zur Eindämmung des Schwarzmarktes sind dabei zentral. Zitat von CEOs: „Der Zeitpunkt zum Handeln ist jetzt.“ Die EGBA argumentiert, dass strenge Regulierungen ohne attraktive legale Alternativen den Schwarzmarkt befeuern, wo Spieler null Schutz genießen. In Deutschland nutzen laut einer Leipziger Studie von 2023 nur 50,7 Prozent der Spieler legale Online-Angebote.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler sind die Bemühungen der EGBA relevant, auch wenn Deutschland mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) einen eigenen Weg geht. Dieser Vertrag hat strenge Regeln etabliert, die hierzulande gelten. Dazu gehören ein Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei Online-Slots und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro über alle Anbieter hinweg. Das zentrale Überwachungssystem LUGAS, das diese Limits kontrolliert, soll den Spielerschutz zentral sicherstellen. Die Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist für die Lizenzierung und Aufsicht deutscher Online-Casinos zuständig.
Während europäische Standards, wie die der EGBA, auf eine breitere Basis abzielen, sind deutsche Spieler durch den GlüStV 2021 bereits sehr gut geschützt. Die GGL-Whitelist listet alle legalen Anbieter auf, sodass Spieler leicht erkennen können, welche Angebote sicher und staatlich kontrolliert sind. Spieler in Deutschland profitieren von dieser Transparenz und den klar definierten Schutzmaßnahmen. Ich empfehle deutschen Spielern, ausschließlich bei auf dieser Whitelist gelisteten Anbietern zu spielen. Dies gewährleistet die Einhaltung aller deutschen Spielerschutzvorschriften und bietet im Problemfall einen rechtlichen Ansprechpartner.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Online-Casinos mit einer deutschen Lizenz der GGL bedeuten die EGBA-Standards eine weitere Bestätigung, dass die Richtung stimmt. Die strengen Vorgaben des GlüStV 2021 gehen in vielen Bereichen über die EGBA-Empfehlungen hinaus, insbesondere bei Einzahlungslimits und der zentralen Überwachung durch LUGAS. Dennoch zeigen die EGBA-Bemühungen einen europäischen Trend hin zu mehr Spielerschutz und Verantwortungsbewusstsein. Deutsche Anbieter müssen diese Entwicklungen im Auge behalten, um europäisch wettbewerbsfähig zu bleiben und möglicherweise zukünftige Anpassungen in der deutschen Regulierung vorwegzunehmen. Ein hoher Standard im Spielerschutz ist nicht nur eine rechtliche Pflicht, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil, da er das Vertrauen der Spieler stärkt und das Image der Branche verbessert. Ich sehe auch, dass sich immer mehr internationale Standards durchsetzen, die dann auch die strengen deutschen Regeln beeinflussen werden.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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