IGT stampft Bereich für elektronische Tischspiele 2027 ein

International Game Technology (IGT) plant, seine Abteilung für elektronische Tischspiele (ETG) im Jahr 2027 zu schließen. Diese Entscheidung folgt auf umfangreiche Entlassungen bereits im März, bei denen etwa 10 Prozent der weltweiten Belegschaft abgebaut wurden.
Der Glücksspielgigant International Game Technology (IGT) wird seine Sparte für elektronische Tischspiele im Jahr 2027 auflösen. Das hat sich das Unternehmen gegenüber iGB am Dienstag bestätigt. Diese Verlagerung der Prioritäten kommt nach einer umfassenden Entlassungswelle Anfang des Jahres.
Demnach reduzierte IGT bereits im März rund 10 Prozent seiner globalen Belegschaft. Nun steht das Geschäftsfeld der ETGs, wie Blackjack, Baccarat und Roulette-Terminals, auf dem Prüfstand. IGT wird den betroffenen Kunden während der Übergangsphase weiterhin den gewohnten Support bieten.
Zahlen und Fakten
Diese strategische Neuausrichtung kommt nur kurz nach größeren Umstrukturierungen bei IGT. Das Unternehmen wurde 2024 zum Teil von Apollo Global Management für 6,3 Milliarden US-Dollar übernommen und mit Everi Holdings verschmolzen. Im Zuge dessen wurde IGTs ehemalige Lotterie-Sparte als Brightstar Lottery ausgegliedert und ist nun eigenständig an der Börse gelistet.
Die Entscheidung, das ETG-Geschäft zu beenden, ist Teil einer Konzentration auf „Kern-Geschäftsprioritäten und langfristige Wachstumsziele“, wie IGT-Sprecher Phill O’Shaughnessy erklärte. Trotz eines früheren Wachstums in diesem Sektor, einschliesslich der Erweiterung der bekannten Wheel of Fortune-Franchise auf ETG-Formate, scheint der Bereich nicht die gewünschten Ergebnisse zu liefern. Luigi Cacciapuoti, IGTs Vizepräsident für Spezialprodukte und ETG, hob 2024 die Neuerungen hervor:
„Wir schrieben alles neu. Jede Zeile Code, alles ist neu und wir wollen wirklich etwas anbieten, das gleichzeitig für die Spieler spannend und für unsere Kunden wertvoll ist. Wir haben dafür gesorgt, dass wir die Bedürfnisse beider Seiten erfüllen.“ - Luigi Cacciapuoti, Vizepräsident für Spezialprodukte und ETG bei IGT
Der Private-Equity-Investor Apollo Global Management hat sich hohe Ziele gesetzt. Daniel Cohen, Partner bei Apollo, äusserte sich im Juni 2025 vor den Aufsichtsbehörden in Nevada kritisch. Insbesondere beklagte er das Zurückfallen des Unternehmens hinter Wettbewerbern wie Aristocrat und Light & Wonder. Langfristige Wertschöpfung stehe im Fokus von Apollo. Das Ziel sei, der bevorzugte Gesamtanbieter für Kasinobetreiber zu werden. Casinos sollen bei IGT “grundsätzlich alle ihre Produktanforderungen” abdecken können.
Hintergrund
Das ETG-Segment, obwohl bei IGT im Vergleich zu Spielautomaten kleiner, zeigte in den letzten Jahren Zuwächse bei Systemen und Spielen. Doch der gesamte ETG-Sektor steht vor Herausforderungen. Der notwendige Platzbedarf in den Kasinos ist ein Hauptproblem. Spielautomaten generieren oft höhere Einnahmen und benötigen weniger Fläche, was sie für Kasinobetreiber attraktiver macht. ETGs sind in europäischen und asiatischen Märkten beliebter als in den USA. Marktführer Interblock, ebenfalls in Private-Equity-Besitz, war lange ein Übernahmekandidat von Aristocrat. Der Deal scheiterte jedoch angeblich an einer Preisdifferenz von 200 Millionen US-Dollar.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler bedeutet dies zunächst keine direkten Auswirkungen auf ihre Online-Glücksspielerfahrung. Das Angebot an elektronischen Tischspielen in Online-Casinos wird unabhängig von IGTs Entscheidung weiter bestehen. Deutsche Spielotheken oder Online-Casinos, die eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen, sind streng reguliert. Hier gelten umfassende Spielerschutzmaßnahmen. Dazu gehören das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro, um Spielsucht vorzubeugen, und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Spielautomaten. Außerdem wird jeder Spieler über das LUGAS-System, ein länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem, überwacht. Dies stellt sicher, dass Spieler gleichzeitig nur bei einem Anbieter spielen und die Einzahlungslimits eingehalten werden. Auch wenn IGT seine ETG-Sparte schließt, gibt es weiterhin viele andere Anbieter, die ähnliche Spiele anbieten. Die GGL-Vorgaben bleiben dabei als schützende Instanz bestehen. Dies garantiert ein sicheres und kontrolliertes Spielumfeld für deutsche Nutzer.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Online-Casinos mit GGL-Lizenz in Deutschland, die IGTs elektronische Tischspiele im Angebot haben, bedeutet die Schließung der Sparte ab 2027 eine Anpassung. Sie müssen dann auf Alternativen von Wettbewerbern ausweichen. Allerdings sind die in Deutschland lizenzierten Online-Anbieter sehr stark auf Spielautomaten fokussiert. Traditionelle Tischspiele mit echten Dealern, wie Blackjack oder Roulette, sind in deutschen GGL-Online-Casinos aktuell nicht erlaubt. Lediglich die „virtuellen Automatenspiele“ stehen im Vordergrund. Das heißt, direkt sind nur wenige GGL-Casinos betroffen, die über ihre stationären Partner vielleicht IGT ETG-Produkte eingesetzt haben. Der Fokus der GGL liegt auf dem aktiven Spielerschutz durch strenge Limits und das LUGAS-System. Dies betrifft die Art der Spiele weniger als den verantwortungsvollen Umgang der Spieler mit Glücksspielangeboten. Die Auswahl an Spielen in GGL-Casinos ist weiterhin groß mit vielen Titeln internationaler Entwickler, die die deutschen Vorgaben erfüllen.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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