Belarus plant radikales Verbot für Online-Glücksspielwerbung
KI-GENERIERTEin neuer Gesetzentwurf in Belarus sieht massive Werbeeinschränkungen vor. Das Internet-Werbeverbot betrifft Lotterien und virtuelle Spielstätten gleichermaßen.
In Belarus zeichnet sich eine drastische Wende in der Regulierung des Glücksspielmarktes ab. Die Behörden haben einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der die Promotion von Glücksspieleinrichtungen und deren Dienstleistungen im digitalen Raum fast vollständig unterbinden könnte. Das Ministerium für Kartellregulierung und Handel treibt diesen Vorstoß voran, um die Sichtbarkeit von Wetten und Lotterien in der Öffentlichkeit massiv zu reduzieren. Dieser Schritt erfolgt in einer Zeit, in der das Land ohnehin international zunehmend isoliert ist und sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für Betreiber verschärfen.
Die geplanten Maßnahmen sind weitgreifend und betreffen nicht nur die klassischen Online-Banner. Der Entwurf sieht vor, dass die Internetwerbung für Lotterien, Spiele sowie elektronische interaktive Spiele untersagt wird. Auch virtuelle Spielstätten fallen unter dieses Verbot. Besonders auffällig ist die Einschränkung der visuellen Gestaltung. Künftig soll es verboten sein, Bilder von Menschen oder Tieren in der Glücksspielwerbung zu verwenden. Diese Taktik zielt darauf ab, die emotionale Bindung und die Attraktivität der Anzeigen für potenzielle Spieler, insbesondere jüngere Zielgruppen, zu minimieren.
Zahlen und Fakten
Ein zentraler Punkt des neuen Gesetzes ist das Verbot von Informationen über Boni. Werbemittel dürfen keine Details mehr über Bonusangebote enthalten, die für Einsätze in Spielstätten genutzt werden können. In der Branche gilt die Bewerbung von Boni als einer der stärksten Akquise-Hebel, weshalb dieser Schritt die Anbieter hart treffen dürfte. Parallel dazu gibt es bereits Bewegungen auf internationaler Ebene. Die Gaming Industry for Ukraine Initiative konnte beispielsweise bereits über 150.000 Pfund von einem Ziel von 250.000 Pfund sammeln, um Betroffene des Konflikts zu unterstützen, was die angespannte Stimmung im osteuropäischen Raum widerspiegelt. Anbieter wie LeoVegas haben zudem bereits reagiert und Wetten auf belarussischen Sport eingestellt, um den dortigen Ligen keine Legitimität zu verleihen.
Das Ministerium hat den Entwurf bereits den zuständigen Behörden zur Genehmigung vorgelegt. Neben dem Internet sind auch Fahrzeuge als Werbeträger von dem Bann betroffen. Die Ausnahmen für dieses Totalverbot sollen laut dem Ministerium für Kartellregulierung und Handel nur sehr begrenzt ausfallen. Damit folgt Belarus einem Trend, der in vielen europäischen Ländern zu beobachten ist, auch wenn die Umsetzung hier besonders restriktiv ausfällt.
Hintergrund
Der regulatorische Druck auf den Markt in Belarus wächst nicht erst seit heute. Präsident Lukaschenko hatte bereits im Mai 2025 angedeutet, die Gesetze gegen ausländische Einflüsse im Glücksspielsektor zu verschärfen. Die aktuelle Initiative des Ministeriums für Kartellregulierung und Handel konkretisiert diese Pläne nun. Es geht dabei nicht nur um den Jugendschutz, sondern auch um eine stärkere Kontrolle über den Geldfluss innerhalb des Landes. Durch das Verbot von Bonus-Werbung wird es für neue oder ausländische Anbieter extrem schwierig, auf dem belarussischen Markt Fuß zu fassen oder ihre Marktanteile zu halten.
„Der Gesetzentwurf sieht ein Verbot der Internetwerbung für Lotterien, Spiele, einschließlich Werbe-, Glücks- und elektronischer interaktiver Spiele, sowie für Glücksspieleinrichtungen vor.“ - Sprecher, Ministerium für Kartellregulierung und Handel
Die internationale Reaktion auf die politische Lage in der Region hat ebenfalls Auswirkungen. Unternehmen wie Parimatch Tech haben ihre Marke bereits komplett aus Russland zurückgezogen. LeoVegas, die zwar nie Kunden in Belarus akzeptiert haben, spendeten zudem 500.000 SEK an das Rote Kreuz. Diese Entwicklungen zeigen, dass der belarussische Markt für seriöse westliche Anbieter zunehmend zum Tabu wird, während die lokale Regulierung gleichzeitig die Daumenschrauben anzieht.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler mit Wohnsitz in Deutschland hat die Gesetzesänderung in Belarus keine direkten rechtlichen Auswirkungen, da hierzulande der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) gilt. Allerdings verdeutlicht die Entwicklung in Belarus einen globalen Trend zur Werbebeschränkung. In Deutschland ist die Werbung bereits stark reglementiert, etwa durch das Verbot von Werbung für Online-Casinos zwischen 6 und 21 Uhr im Fernsehen und Radio. Deutsche Spieler sollten darauf achten, ausschließlich bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whiteboard-Liste der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Nur dort sind Spielerschutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automaten garantiert. Die Nutzung von LUGAS zur Überwachung dieser Limits stellt sicher, dass der deutsche Jugend- und Spielerschutz gewahrt bleibt.
Was das für GGL-Casinos heißt
GGL-lizenzierte Casinos operieren in einem der sichersten, aber auch strengsten Märkte der Welt. Während in Belarus ein fast totales Online-Werbeverbot droht, dürfen deutsche Anbieter weiterhin werben, sofern sie die strengen Auflagen des GlüStV 2021 einhalten. Das Verbot von menschlichen Bildern oder Tieren, wie es nun in Belarus geplant ist, gibt es in dieser Form in Deutschland nicht, doch die GGL achtet penibel darauf, dass Werbung nicht irreführend ist oder sich gezielt an Minderjährige richtet. Deutsche Lizenznehmer müssen sich keine Sorgen um die belarussische Gesetzgebung machen, sollten aber die Tendenz zu immer strengeren Werberegeln weltweit im Auge behalten, da dies auch die Diskussionen innerhalb der deutschen Politik beeinflussen kann.
Häufige Fragen
Was genau verbietet der neue Gesetzentwurf in Belarus?
Das geplante Gesetz sieht ein umfassendes Verbot für Online-Werbung von Lotterien und Glücksspielen vor. Zudem dürfen keine Bilder von Menschen oder Tieren in Anzeigen verwendet werden und Bonus-Informationen sind untersagt.
Welche Behörde in Belarus ist für den Entwurf verantwortlich?
Der Entwurf stammt vom Ministerium für Kartellregulierung und Handel. Dieses hat das Dokument bereits an die zuständigen Stellen zur finalen Genehmigung weitergeleitet.
Gibt es Ausnahmen für das Werbeverbot in Fahrzeugen?
Das Gesetz sieht ein generelles Verbot für Glücksspielwerbung in Fahrzeugen vor. Es sind nur sehr wenige, spezifische Ausnahmen vorgesehen, die jedoch im digitalen Bereich kaum eine Rolle spielen.
Haben internationale Anbieter bereits auf die Lage in Belarus reagiert?
Ja, LeoVegas hat beispielsweise Wetten auf belarussische Sportveranstaltungen komplett ausgesetzt. Andere Firmen wie Parimatch Tech haben sich aufgrund der politischen Lage bereits aus der Region zurückgezogen.
Gilt dieses Werbeverbot auch für deutsche Online-Casinos?
Nein, das Gesetz betrifft nur den belarussischen Markt. In Deutschland lebende Spieler unterliegen den Regeln des GlüStV 2021 und sollten nur in Casinos mit GGL-Lizenz spielen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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