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Irland schaut auf Dänemark: Neuer Glücksspielregulator setzt auf internationale Zusammenarbeit

10. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Irland schaut auf Dänemark: Neuer Glücksspielregulator setzt auf internationale Zusammenarbeit

Irlands neue Glücksspielbehörde, die Gambling Regulatory Authority of Ireland (GRAI), holt sich Inspiration aus Dänemark. Sie will illegales Glücksspiel bekämpfen und die internationale Zusammenarbeit verstärken. Die GRAI hat bereits über 30 Straftatbestände eingerichtet, darunter Freiheitsstrafen von bis zu acht Jahren.

Irland tritt in eine neue Ära der Glücksspielregulierung ein. Die neu gegründete Gambling Regulatory Authority of Ireland (GRAI) nimmt sich Dänemark als Vorbild. Man will illegales Glücksspiel effizienter bekämpfen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ausbauen. Dies signalisiert einen klaren Wandel in der irischen Glücksspielpolitik. Die Behörde, die seit Anfang Februar Lizenzen ausstellt, plant, das bisherige, oft als veraltet geltende System grundlegend zu modernisieren. Darin steckt viel Potential für strengere Regeln und besseren Spielerschutz. Es gibt aber auch Herausforderungen für bestehende und zukünftige Betreiber. Eine wichtige Rolle spielen dabei Maßnahmen zum Schutz Minderjähriger und gefährdeter Spieler sowie ein strikteres Marketing. Irland hat lange eine erstaunlich lockere Haltung zur Glücksspielregulierung eingenommen. Dies hat sich nun geändert.

Die GRAI verfolgt einen gestuften Ansatz bei der Lizenzierung von Betreibern. Am 9. Februar 2026 öffneten die Anträge für Wettlizenzen. Später im Jahr sollen dann die Lizenzen für Online-Glücksspiele folgen. Diese Neuausrichtung bringt weitreichende Konsequenzen für den Markt mit sich. Die GRAI hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um den Schutz der Spieler zu verbessern und den Schwarzmarkt einzudämmen.

Zahlen und Fakten

Die Gambling Regulatory Authority of Ireland (GRAI) hat am 5. Februar 2026 offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist nun befugt, Lizenzen zu vergeben und neue Regeln durchzusetzen. Die Schaffung der GRAI im März 2025 war ein wichtiger Schritt. Sie löst das über 90 Jahre alte Betting Act von 1931 ab. Die Behörde hat die Macht, gegen nicht konforme Betreiber vorzugehen. Strafen können bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes oder 20 Millionen Euro betragen. Dies ist der höhere der beiden Werte. Für schwere Vergehen sind sogar Freiheitsstrafen von bis zu acht Jahren möglich.

James O’Kelly, Leiter der Unternehmensentwicklung bei SolutionsHub, berichtet, dass sein Unternehmen bereits erste Erfahrungen mit der neuen Regulierung sammelt: > „Wir haben einen Betreiber aus dem alten Regime, der in das neue übergehen wird. Wir haben auch zwei bestehende Kunden, die bereits Lizenzen in anderen Jurisdiktionen, einschließlich Großbritannien, besitzen und eine neue irische Lizenz beantragen werden.“ – James O’Kelly, Leiter der Unternehmensentwicklung bei SolutionsHub

Die GRAI arbeitet an einem National Gambling Exclusion Register. Dieses System ist vergleichbar mit GamStop in Großbritannien. Alle lizenzierten Anbieter müssen daran teilnehmen. Zudem sind Beschränkungen für Boni und ein Werbeverbot für Glücksspiele im Fernsehen und Radio zwischen 5:30 Uhr und 21:00 Uhr vorgesehen. Auch das Spielen mit Kreditkarten ist nun verboten. Laut iGamingBusiness beginnt die GRAI ihre Arbeit nach den Prinzipien „Prävention, Schutz und evidenzbasierte Regulierung“.

Hintergrund

Irlands Glücksspielmarkt war lange Zeit von einer eher lockeren Regulierung geprägt. Dies, obwohl das Land einige der größten Wettanbieter der Welt hervorgebracht hat. Denken Sie an Flutter Entertainment, die Muttergesellschaft von Paddy Power und Betfair. Das alte System war fragmentiert. Die Durchsetzungsbefugnisse waren begrenzt. Es hinkte der Komplexität des Marktes hinterher. Der Gambling Regulation Act 2024 soll das ändern. Die GRAI soll als zentrale Aufsichtsbehörde mit weitreichenden Befugnissen agieren.

Das neue Gesetz wurde nach mehreren Anläufen und Verzögerungen verabschiedet. Es soll nicht nur das Glücksspiel modernisieren, sondern auch stärkere Schutzmaßnahmen einführen. Besonders Kinder sollen besser geschützt werden. Der Übergang für Betreiber ist zweigeteilt. Bestehende Online-Lizenzen laufen am 1. Juli aus. Lizenzen für den stationären Handel sind bis zum 1. Dezember gültig. Danach müssen alle Betreiber eine neue GRAI-Lizenz besitzen. Die GRAI plant, bis Juli 2026 jährliche Inspektionsprogramme einzuführen. Im dritten Quartal 2026 sollen spezielle Ermittlungs- und Vollzugseinheiten gebildet werden.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler sind die Entwicklungen in Irland interessant, aber nicht direkt bindend. Deutschland hat mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) und der Gründung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) einen eigenen Weg eingeschlagen. Deutsche Spieler sollten sich bewusst sein, dass nur Casinos mit einer GGL-Lizenz in Deutschland legal sind. Diese Anbieter finden sich auf der sogenannten GGL-Whitelist.

Die deutschen Regeln sind streng: Ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Slotmaschinen sind Vorschrift. Ein zentrales Überwachungssystem namens LUGAS sorgt für die Einhaltung dieser Limits. Der Spielerschutz hat hierzulande Priorität. Bonusangebote sind stark reguliert, um Anreize zum übermäßigen Spielen zu reduzieren. Casinos mit Lizenzen aus Malta (MGA) oder Curacao sind in Deutschland illegal und bieten keinen rechtlichen Spielerschutz. Die irische Initiative unterstreicht aber den globalen Trend zu strengerer Regulierung und stärkerem Spielerschutz. Deutsche Spieler finden sich somit in einem Markt wieder, der von einem hohen Maß an Regulierung geprägt ist.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für GGL-lizenzierte Casinos gibt es keine direkten Auswirkungen durch die irischen Entwicklungen. Deutschland und Irland gehen beide ähnliche Wege. Beide Länder streben eine stärkere Regulierung und mehr Spielerschutz an. Dies bedeutet für Betreiber, die in mehreren Jurisdiktionen tätig sind, eine Zunahme der Komplexität. Sie müssen sich an unterschiedliche Regelwerke anpassen.

Die strengen Maßnahmen in Irland, wie das Verbot von Kreditkartenzahlungen, Werbeeinschränkungen und hohe Geldbußen, sind in Deutschland teilweise schon Standard oder ähnlich streng geregelt. Der Austausch zwischen Regulierungsbehörden, wie er von der GRAI betont wird, kann jedoch langfristig zu einer Harmonisierung oder zumindest zu einem besseren Verständnis bewährter Verfahren führen. Dies könnte bedeuten, dass bewährte Spielerschutz-Maßnahmen aus einem Land auch in anderen Ländern früher oder später relevant werden könnten. Das Ziel ist immer, ein sicheres und verantwortungsvolles Glücksspielumfeld zu schaffen.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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