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Kalshi expandiert im US-Sport: Partnerschaften mit fünf MLB-Teams und The Athletic

25. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Kalshi expandiert im US-Sport: Partnerschaften mit fünf MLB-Teams und The AthleticKI-GENERIERT

Der Prognosemarkt-Betreiber Kalshi schließt Deals mit MLB-Größen wie den LA Dodgers und den Boston Red Sox ab, während juristische Kämpfe in den USA toben.

Die Welt der Sportwetten und Prognosemärkte in den USA gerät weiter in Bewegung. Kalshi, ein prominenter Betreiber von Prognosemärkten, hat heute eine weitreichende Offensive im Baseball-Sport gestartet. Mit der Ankündigung von Partnerschaften mit gleich fünf Teams der Major League Baseball (MLB) unterstreicht das Unternehmen seinen Anspruch, eine zentrale Rolle in der US-amerikanischen Sportlandschaft einzunehmen. Zu den neuen Partnern gehören namhafte Franchises wie die Atlanta Braves, Boston Red Sox, Los Angeles Dodgers, San Diego Padres und San Francisco Giants. Besonders die Kooperation mit den Red Sox sorgt für Aufsehen, da das Team bereits am vergangenen Wochenende begann, Kalshi offensiv über soziale Netzwerke und E-Mail-Kampagnen zu bewerben.

Parallel zu den Team-Deals strebt Kalshi eine strategische Partnerschaft mit dem Sportportal The Athletic an, das zum Imperium der New York Times gehört. Nachdem die bisherige Vereinbarung von The Athletic mit dem Wettriesen BetMGM Anfang des Jahres ausgelaufen ist, sucht das Medienhaus nach neuen Wegen, um den Bereich der Wettdaten und Prognosen zu monetarisieren. Die Verhandlungen befinden sich laut Insidern in einem fortgeschrittenen Stadium, auch wenn noch kein finaler Abschluss verkündet wurde. Diese Entwicklung zeigt, dass Prognosemärkte, bei denen Nutzer auf den Ausgang von Ereignissen handeln, immer tiefer in den medialen Mainstream vordringen, obwohl die regulatorische Lage in vielen US-Bundesstaaten einem Minenfeld gleicht.

Zahlen und Fakten

Kalshi geht bei seinen Kooperationen sehr spezifisch vor. Bei den Los Angeles Dodgers umfasst der Vertrag beispielsweise gebrandete LED-Anzeigen im gesamten Dodger Stadium sowie die Namensrechte an der exklusiven Gold Glove Bar des Stadions. Fans erhalten zudem Zugang zu speziellen Aktivierungen auf dem Gelände, etwa im Centerfield Plaza. Während die genauen finanziellen Details der Verträge mit den Padres, Braves und Giants noch unter Verschluss gehalten werden, bestätigte Kalshi, dass alle Vereinbarungen Stadionwerbung, Social-Media-Präsenz sowie Radio- und Online-Aktivierungen beinhalten.

Interessant ist die vorsichtige Branding-Strategie auf der Plattform selbst. Trotz der offiziellen Erlaubnis der MLB, Logos und Markennamen zu verwenden, führt Kalshi die Teams derzeit nur unter dem Namen ihrer jeweiligen Städte auf. Im Gegensatz dazu hat die MLB bereits im März 2026 eine Vereinbarung mit dem Konkurrenten Polymarket getroffen, die den vollen Zugriff auf Markenrechte und offizielle Daten von Sportradar ermöglicht. Die wirtschaftliche Bedeutung dieser Märkte ist gewaltig. In New York allein wurden Klagen im Zusammenhang mit einem Volumen von 36 Milliarden US-Dollar laut, was die Dimensionen der Prediction Markets verdeutlicht.

Hintergrund

Der rechtliche Status von Kalshi ist jedoch alles andere als gesichert. In Massachusetts hat Generalstaatsanwältin Andrea Joy Campbell bereits im September letzten Jahres Klage eingereicht. Ein Richter entschied Anfang 2026, dass Kalshi in diesem Bundesstaat keine Sportmärkte anbieten darf, da hierfür eine reguläre Sportwettenlizenz erforderlich sei. Kalshi legte Berufung ein, und der Fall liegt nun beim Supreme Court von Massachusetts. Derzeit darf Kalshi aufgrund einer Aussetzung der Vollstreckung (Stay) weiter operieren, bis ein endgültiges Urteil fällt.

„Die Idee ist, dass Fans bereits auf Kalshi mit ihren Lieblingsteams interagieren. Es macht also Sinn, diese Begeisterung auf einige der beliebtesten Baseballteams Amerikas auszuweiten.“ - Adam Barrick, Leiter Sportpartnerschaften bei Kalshi

Auch Troup Parkinson, Marketingchef der Boston Red Sox, zeigt sich trotz der juristischen Differenzen unbeeindruckt. Er betonte, dass die Verpflichtung zu Innovation und Exzellenz diese Partnerschaft zu einer natürlichen Ergänzung mache. Kritiker sehen darin jedoch ein riskantes Spiel, da die Grenze zwischen Finanzwetten unter Aufsicht der CFTC (Commodity Futures Trading Commission) und klassischen Sportwetten zunehmend verschwimmt. Während die Bundesbehörde CFTC unter der aktuellen US-Administration Prognosemärkte eher stützt, pochen die einzelnen Staaten auf ihre Hoheit über das Glücksspielwesen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Sportwetten-Fans und Casino-Spieler haben diese US-Deals keine direkten Auswirkungen, dienen aber als mahnendes Beispiel für die regulatorische Stabilität. In Deutschland ist die Rechtslage durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) klar definiert. Prognosemärkte wie Kalshi, die als Finanzderivate auf Sportergebnisse getarnt sind, hätten unter der Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) keine Chance auf eine Zulassung ohne strenge Wettlizenz. Wer in Deutschland sicher spielen möchte, muss sich auf Anbieter verlassen, die auf der offiziellen GGL-Whitelist stehen.

In Deutschland gelten strikte Limits, um den Spielerschutz zu gewährleisten: Das monatliche anbieterübergreifende Einzahlungslimit liegt bei 1.000 Euro, und Einsätze an virtuellen Spielautomaten sind auf 1 Euro pro Spin begrenzt. Diese Limits werden über das zentrale LUGAS-System überwacht. Im Vergleich dazu wirken die US-Prognosemärkte wie der „Wilde Westen“, in dem Milliardenbeträge ohne vergleichbare soziale Sicherungssysteme bewegt werden. Deutsche Spieler sollten von Angeboten ohne GGL-Lizenz absehen, da diese keinen Rechtsschutz bieten und oft die Spielerschutz-Vorgaben des GlüStV 2021 ignorieren.

Was das für GGL-Casinos heißt

Lizenzierte deutsche Anbieter können aus dem US-Beispiel lernen, wie wichtig klare regulatorische Rahmenbedingungen sind. Während Kalshi in den USA gegen diverse Bundesstaaten wie Nevada, Washington und Minnesota kämpft, genießen GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland Rechtssicherheit, sofern sie die Auflagen erfüllen. Die Kooperation von Sportligen mit Prognosemärkten zeigt jedoch einen Trend zur weiteren Gamifizierung von Sportdaten. Deutsche Casinos müssen hierbei vorsichtig agieren, da Werbung für Sportwetten und Casino-Produkte durch den GlüStV 2021 stark reglementiert ist, um Jugendliche und gefährdete Personen zu schützen. Ein aggressives Sponsoring, wie es Kalshi bei den Dodgers betreibt, wäre in dieser Form in Deutschland kaum genehmigungsfähig.

Häufige Fragen

Was ist Kalshi und warum ist es umstritten?

Kalshi ist eine Plattform für Prognosemärkte, auf der Nutzer auf den Ausgang von Ereignissen wie Sportereignissen wetten können. Der Streit dreht sich darum, ob dies als Finanzhandel unter Bundesaufsicht oder als illegales Glücksspiel unter Landesrecht einzustufen ist.

Welche Teams haben Partnerschaften mit Kalshi geschlossen?

Insgesamt haben fünf MLB-Franchises Verträge unterzeichnet. Dabei handelt es sich um die Atlanta Braves, die Boston Red Sox, die Los Angeles Dodgers, die San Diego Padres und die San Francisco Giants.

Darf man in Massachusetts legal auf Kalshi wetten?

Ein Richter entschied Anfang 2026, dass Kalshi keine Sportmärkte in Massachusetts anbieten darf. Da der Fall jedoch vor dem Supreme Court des Staates verhandelt wird und eine Aussetzung der Vollstreckung besteht, operiert die Plattform dort derzeit noch eingeschränkt weiter.

Wie reagiert die Major League Baseball auf diese Anbieter?

Die MLB hat den Weg für Partnerschaften geebnet und im März 2026 sogar eine offizielle Kooperation mit dem Konkurrenten Polymarket geschlossen. Die Liga sieht darin eine Möglichkeit, die Integrität des Sports durch Datenaustausch mit der Aufsichtsbehörde CFTC besser zu schützen.

Können deutsche Spieler Kalshi legal nutzen?

Nein, Kalshi besitzt keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) für den deutschen Markt. Deutsche Spieler sollten ausschließlich Anbieter der offiziellen Whitelist nutzen, um durch den GlüStV 2021 geschützt zu sein und Limits wie das 1.000-Euro-Einzahlungslimit einzuhalten.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:KalshiMLBThe New York TimesBetMGM

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