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Regulierung

Australien erhöht Druck auf Meta wegen illegaler Casino-Werbung

17. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Australien erhöht Druck auf Meta wegen illegaler Casino-WerbungKI-GENERIERT

Australische Behörden prüfen schärfere Gesetze gegen illegale Glücksspiel-Werbung auf Facebook und Instagram, da Meta teils nicht reagiert.

In Australien braut sich ein gewaltiger Konflikt zwischen den Regulierungsbehörden und dem Social-Media-Giganten Meta zusammen. Berichte über Anzeigen für nicht lizenzierte Online-Casinos, Pokerplattformen und Blackjack-Simulationen auf Facebook und Instagram haben die Politik alarmiert. Das Problem liegt tief im aktuellen Rechtssystem begraben. Bisher kann die australische Kommunikations- und Medienbehörde ACMA (Australian Communications and Media Authority) Meta lediglich bitten, solche Inhalte zu löschen. Eine rechtliche Handhabe, diese Löschungen zu erzwingen, fehlt bei globalen Plattformen aufgrund veralteter Kriterien im Interactive Gambling Act 2001. Dies hat dazu geführt, dass Offshore-Anbieter massiv auf den australischen Markt drängen, der ohnehin für seine hohen Pro-Kopf-Verluste bekannt ist.

Besonders perfide ist die Rolle von Affiliate-Marketern. Diese Vermittler schalten die Anzeigen und verdienen Provisionen von bis zu 20 Prozent an den Verlusten der geworbenen Kunden. Einige dieser beworbenen Seiten werden in Fachkreisen als Scambling-Seiten bezeichnet. Dieser Begriff beschreibt Plattformen, die so programmiert sind, dass Gewinne niemals ausgezahlt werden können. Trotz zahlreicher Meldungen durch Nutzer weigerte sich Meta in der Vergangenheit oft, solche Inhalte zu entfernen. Das Unternehmen argumentierte häufig, dass kein Verstoß gegen interne Betrugsrichtlinien vorliege oder beschränkte lediglich das Alter der Zielgruppe, statt den Post komplett zu löschen.

Zahlen und Fakten

Die Dimension des Problems verdeutlichen die aktuellen Zahlen der ACMA. Im Zeitraum 2025 bis 2026 untersuchte die Behörde 70 Offshore-Glücksspielanbieter. Das Ergebnis war eindeutig: Alle 70 untersuchten Dienste verstießen gegen geltendes Recht. In der Folge wurden 49 Webseiten gesperrt. In den Niederlanden ist die Lage ähnlich kritisch. Dort reichte der Verband lizenzierter Betreiber VNLOK Klage gegen Meta ein. Im letzten Quartal 2025 wurden allein auf niederländischen Meta-Plattformen über 70.000 Glücksspiel-Anzeigen registriert. Experten schätzen, dass mehr als 95 Prozent dieser Anzeigen von illegalen Anbietern stammten. Im März 2026 erreichten illegale Anzeigen in den Niederlanden rund 37,9 Millionen Nutzer, wobei der Großteil der Impressionen auf Personen unter 24 Jahren entfiel.

Meta selbst versucht die Verantwortung zu verteilen. Das Unternehmen gab an, im vergangenen Jahr weltweit über 159 Millionen Betrugsanzeigen entfernt zu haben.

„Illegales Glücksspiel erfordert die Zusammenarbeit zwischen Domain-Registraren, Hosting-Anbietern und Regulierungsbehörden, die in der Lage sind, Websites an ihrer Quelle zu blockieren.“ - Offizielles Statement, Meta Platforms

Kritiker wie Lauren Levin vom Gambling Policy Hub lassen dieses Argument nicht gelten. Sie weisen darauf hin, dass Meta bereits über Filterwerkzeuge verfügt, die in Ländern wie Indonesien oder Irland erfolgreich eingesetzt werden, um ähnliche Werbeinhalte zu unterdrücken.

Hintergrund

Um die Durchsetzungslücke zu schließen, wurde am 2. Juli der Interactive Gambling Amendment (Gambling Reform) Bill 2026 ins Parlament eingebracht. Dieses Gesetz soll der ACMA die Macht geben, verbindliche Löschanweisungen für illegale Werbung zu erteilen. Die Befugnisse gehen weit darüber hinaus: Internetdienstanbieter, Suchmaschinen und App-Stores sollen verpflichtet werden, den Zugang zu illegalen Betreibern zu sperren. Sogar Banken und Zahlungsdienstleister werden in die Pflicht genommen, Geldtransfers zu diesen schwarzen Schafen zu unterbinden. Die meisten dieser Regelungen sollen am 1. Januar 2027 in Kraft treten.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist diese Entwicklung eine wichtige Mahnung zur Vorsicht bei Social-Media-Werbung. In Deutschland gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021), der den Markt streng reguliert. Nur Anbieter, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, dürfen legal ihre Dienste und Werbung anbieten. Deutsche Nutzer stoßen auf Facebook oder Instagram oft auf Anzeigen für Casinos ohne deutsche Lizenz, die mit unrealistisch hohen Boni oder dem Wegfall von Limits locken. Doch Vorsicht: Bei solchen Anbietern greifen weder die deutschen Spielerschutzmaßnahmen noch hat man eine rechtliche Handhabe, wenn Gewinne nicht ausgezahlt werden. In Deutschland sind das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Slots gesetzlich verankert, um Sucht vorzubeugen. Wer über Anzeigen bei illegalen Offshore-Casinos landet, umgeht diese Schutzwälle und setzt sich einem hohen Betrugsrisiko aus.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für legal operierende Casinos mit GGL-Lizenz stellt die mangelnde Kontrolle auf Plattformen wie Meta einen erheblichen Wettbewerbsnachteil dar. Während sich lizenzierte Anbieter an extrem strenge Werberichtlinien halten müssen und keine irreführenden Versprechen abgeben dürfen, fluten illegale Anbieter den Markt mit aggressiver Werbung. Die rechtlichen Schritte in Australien und den Niederlanden könnten jedoch einen Präzedenzfall schaffen. Wenn Meta gezwungen wird, effektivere Filter für illegale Glücksspielwerbung zu implementieren, würde dies den Kanal für Schwarzmarktanbieter weltweit austrocknen. Davon profitieren langfristig die seriösen Anbieter, die über das LUGAS-System und die OASIS-Sperrdatei für ein sicheres Umfeld sorgen.

Häufige Fragen

Warum kann die australische Behörde ACMA Meta nicht zur Löschung zwingen?

Das aktuelle Gesetz von 2001 erfordert den Nachweis, dass der Großteil der Nutzer einer Seite physisch in Australien ist, was bei globalen Plattformen schwer zu belegen ist. Daher kann die Behörde derzeit nur freundlich um eine Entfernung bitten.

Was sind sogenannte Scambling-Seiten?

Der Begriff bezeichnet betrügerische Online-Casinos, die gezielt so programmiert sind, dass Spieler ihre Gewinne niemals auszahlen lassen können. Sie nutzen oft gefälschte Markenidentitäten, um Vertrauen vorzutäuschen.

Welche neuen Strafen drohen Influencern in Australien?

Influencer, die illegale Glücksspielangebote bewerben oder Links zu diesen teilen, riskieren Strafen von bis zu 2,4 Millionen australischen Dollar. Einzelpersonen können bereits für einfache Verstöße mit über 59.000 Dollar zur Kasse gebeten werden.

Wie erkennt man als deutscher Spieler illegale Casino-Werbung?

Legale Werbung in Deutschland muss immer einen Hinweis auf das Mindestalter und die Suchtgefahr enthalten. Fehlen diese Angaben oder werden Limits wie 1 Euro pro Spin als Nachteil dargestellt, handelt es sich meist um ein illegales Angebot ohne GGL-Lizenz.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:Meta

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