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Malta Gaming Authority: Bußgelder fast halbiert, weniger Lizenzentzüge

8. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Malta Gaming Authority: Bußgelder fast halbiert, weniger Lizenzentzüge

Die Malta Gaming Authority (MGA) verzeichnete 2025 einen deutlichen Rückgang bei den verhängten Bußgeldern um fast 50 Prozent. Nur zwei Lizenzen wurden im gesamten Jahr entzogen.

Die Malta Gaming Authority (MGA) hat im Jahr 2025 ihre Durchsetzungsmaßnahmen offenbar deutlich reduziert. Die verhängten Bußgelder sanken um fast die Hälfte, während nur zwei Lizenzen widerrufen wurden. Dies geht aus aktuellen Berichten hervor und lässt Spekulationen über die zukünftige Regulierungsstrategie der prominenten Glücksspielbehörde aufkommen.

Besonders auffällig ist der geringe Wert von nur zwei Lizenzentziehungen im gesamten Jahr. Malta ist ein wichtiger Hotspot für Online-Glücksspielanbieter in Europa. Diese Entwicklung könnte sowohl für Lizenznehmer als auch für Spieler weitreichende Folgen haben.

Zahlen und Fakten

Im Jahr 2025 gingen die von der MGA verhängten Bußgelder um fast 50 Prozent zurück. Das ist ein erheblicher Schnitt im Vergleich zu früheren Jahren. Gleichzeitig wurden nur zwei Lizenzen vollständig widerrufen. Eine davon betraf Oddsfly Limited (C 57484), deren Lizenz MGA/B2C/260/2014 am 14. Juli 2025 wegen der Nichtzahlung von Lizenzgebühren aus den Jahren 2018, 2019 und 2020 in Höhe von insgesamt 75.000 Euro sowie ausstehender Compliance-Beiträge in Höhe von 29.814,52 Euro annulliert wurde. Ein zweiter Lizenzentzug erfolgte am 21. Mai 2025 bei Dimsacon Limited (C 92886), deren Recognition Notice RN/225/2021 widerrufen wurde.

Im ersten Halbjahr 2025 wurden insgesamt 28 neue Lizenzanträge eingereicht, von denen acht genehmigt wurden. Sechs bestehende Lizenzen wurden zur Verlängerung beantragt, fünf davon wurden erneuert. Die MGA führte zudem 723 Zuverlässigkeitsprüfungen (criminal probity screening checks) durch. Der „Fit and Proper Committee“ traf in vier Fällen die Entscheidung, dass die Kriterien nicht erfüllt wurden. Der Supervisory Council lehnte unterdessen zwei Lizenzanträge ab, weil die bereitgestellten Informationen unvollständig oder irreführend waren. Im selben Zeitraum wurden 23 Unterlassungserklärungen und 15 Verwarnungen ausgesprochen. Die insgesamt 23 administrativen Sanktionen summierten sich auf 139.360 Euro.

Hintergrund

Die MGA ist eine der bekanntesten und einflussreichsten Regulierungsbehörden im Online-Glücksspielsektor. Viele große internationale Glücksspielunternehmen sind hier lizenziert. Malta hat sich über Jahre als wichtiger Standort für die Branche etabliert. Ein Rückgang bei den Durchsetzungsmaßnahmen kann verschiedene Gründe haben. Es könnte bedeuten, dass die Lizenznehmer ihre Compliance-Standards verbessert haben. Es könnte aber auch auf eine veränderte Strategie der MGA hindeuten, möglicherweise hin zu einer stärker beratenden statt rein strafenden Rolle. Die MGA selbst veröffentlichte einen Interim Performance Report für Januar bis Juni 2025. Darin werden 1.720 Anfragen um Unterstützung im Bereich Spielerschutz und verantwortungsvolles Spielen bearbeitet. Zudem wurden 891 Meldungen zur Spielerguthabenüberwachung und neun Datenextraktionen durchgeführt. Auffällig ist auch die verstärkte Zusammenarbeit auf internationaler Ebene, mit 149 Meldungen über verdächtige Wetten, 88 Warnungen an Lizenznehmer und 30 internationalen Ermittlungen zur Bekämpfung von Wettmanipulation.

Die europäischen Casino-Verbände dringen auf mehr Befugnisse für Europol, da der illegale Glücksspielmarkt auf 91,6 Milliarden Euro angewachsen ist. Dies zeigt den Druck, der auf den Regulierungsbehörden lastet, effektiver gegen illegale Angebote vorzugehen. Die MGA hat in diesem Zusammenhang 75 URLs überprüft, um nicht autorisierte Glücksspielaktivitäten zu identifizieren. 34 davon enthielten betrügerische Verweise auf die Behörde oder ihre Lizenznehmer und wurden öffentlich gelistet.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist die Entwicklung in Malta von großer Bedeutung. Viele Anbieter, die immer noch mit einer MGA-Lizenz operieren, richten sich an deutsche Kunden. Diese Casinos sind jedoch in Deutschland illegal, da sie nicht die Anforderungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) erfüllen. Der GlüStV 2021 schreibt strenge Regeln vor, die Spieler schützen sollen. Dazu gehören ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Spielautomaten und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro über alle Anbieter hinweg. Die Einhaltung dieser Limits wird durch das zentrale Überwachungssystem LUGAS sichergestellt. Anbieter mit MGA-Lizenz können diese Regeln nicht bieten. Darum ist es wichtig, sich nur an Casinos zu halten, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen.

„Deutsche Spieler sollten sich ausschließlich auf der GGL-Whitelist informieren, um sicher und legal zu wetten. Nur dort gelistete Anbieter sind durch den deutschen Gesetzgeber geprüft und bieten den vorgeschriebenen Spielerschutz.“ - Lisa Lustich, Casino-Redakteurin bei lustich.de

Casinos ohne GGL-Lizenz bieten zwar oft höhere Einsatzmöglichkeiten und unbegrenzte Einzahlungen, operieren aber außerhalb des deutschen Rechtsrahmens. Das bedeutet, dass Spieler im Fall von Streitigkeiten oder Problemen kaum rechtlichen Schutz haben. Die GGL schaltet illegale Seiten regelmäßig ab. Das birgt für Spieler und ihr Geld enorme Risiken.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für in Deutschland lizenzierte GGL-Casinos könnte die Entwicklung in Malta gemischte Signale senden. Ein geringeres Durchgreifen der MGA könnte dazu führen, dass mehr MGA-Anbieter auf dem deutschen Schwarzmarkt aktiv bleiben. Dies würde den Wettbewerb für die legalen, GGL-lizenzierten Anbieter erschweren. Die GGL setzt sich weiterhin vehement für die Unterbindung illegaler Angebote ein und arbeitet daran, den legalen Markt zu stärken. Eine stringente Regulierung, wie sie die GGL durchsetzt, ist essenziell für einen fairen und sicheren Glücksspielmarkt. Die GGL ist bestrebt, alle nicht-konformen Angebote vom Markt zu drängen und den Spielerschutz zu gewährleisten. Der Fokus der GGL auf die Einhaltung strenger Auflagen wie dem 1-Euro-Einsatzlimit und dem 1.000-Euro-Einzahlungslimit ist ein klares Bekenntnis zum verantwortungsvollen Glücksspiel.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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