US-Richterin lehnt Kalshi-Klage ab: Bundesgesetz entkräftet Glücksspielgesetze nicht

Eine Bundesrichterin in New York lehnte Kalshis Antrag auf eine einstweilige Verfügung ab. Sie argumentierte, dass die staatlichen Glücksspielgesetze nicht durch Bundesvorschriften für Warenprämienverträge aufgehoben werden. Dies stärkt die Position der Bundesstaaten bei der Regulierung von 'Prädiktionsmärkten'.
Die Rechtslage für sogenannte Prädiktionsmärkte, die Ereignisse wie Sportergebnisse handeln, bleibt in den USA kompliziert. Ein aktuelles Urteil aus New York sorgt für weitere Klarheit zugunsten der staatlichen Glücksspielregulierung. Eine Bundesrichterin hat den Versuch des Unternehmens Kalshi abgewiesen, die staatlichen Glücksspielgesetze durch Bundesvorschriften für Waren zu umgehen.
Richterin Analisa Torres betonte in ihrer Entscheidung, dass die Regulierung von Glücksspielen historisch gesehen in die Zuständigkeit der Bundesstaaten fällt. Dieses Prinzip der Bundesstaatlichkeit, auch als Präsumtion gegen Präemption bekannt, war ein zentraler Punkt ihrer Argumentation.
Zahlen und Fakten
Am 8. Juli 2026 wurde die Entscheidung der US-Bundesrichterin Analisa Torres in New York bekannt gegeben, welche Kalshis Antrag auf eine einstweilige Verfügung ablehnte. Kalshi hatte argumentiert, dass der Commodity Exchange Act (CEA) die Glücksspielgesetze des Staates New York in Bezug auf Sportveranstaltungsverträge außer Kraft setzen sollte. Richterin Torres fand, dass alle vier Faktoren, die für eine einstweilige Verfügung nötig sind – Erfolgsaussichten in der Sache, irreparabler Schaden, Interessenabwägung und öffentliches Interesse – gegen Kalshi sprachen.
Die Richterin stellte klar, dass der Kongress bei der Verabschiedung des Dodd-Frank Acts beabsichtigt habe, Märkte zu verhindern, die Sportwetten ähneln.
„Der Kongress wollte genau die Arten von Eventverträgen verbieten, die Kalshi anbieten möchte.“ - Analisa Torres, US-Bezirksrichterin
Eine ähnliche Situation sahen wir bereits, als Richter Adam B. Abelson in Maryland am 1. August 2025 einen Antrag von Kalshi für eine einstweilige Verfügung ablehnte. Dies war der erste Sieg für staatliche Aufsichtsbehörden in dieser Frage, nachdem Kalshi zuvor in Nevada und New Jersey erfolgreich gewesen war. Die Entscheidung in Nevada wurde dann im November 2025 revidiert, was die Komplexität der rechtlichen Lage verdeutlicht.
Hintergrund
Kalshi bietet seit Juli 2021 den Handel mit Kontrakten auf verschiedene zukünftige Ereignisse an. Im Oktober 2024 erweiterte das Unternehmen sein Angebot um Verträge zu politischen Wahlen, einschließlich des US-Präsidentschaftsrennens 2024. Pünktlich zum Super Bowl 2025 führte Kalshi auch Verträge zu Sportereignissen ein, die in allen 50 Bundesstaaten gehandelt werden können. Diese Expansion stieß auf Widerstand der staatlichen Glücksspielaufsichtsbehörden, die in Kalshis Angeboten illegales Sportwetten sahen, welches ohne die erforderlichen Lizenzen betrieben wurde.
Kalshi reagierte mit Klagen in mehreren Bundesstaaten, darunter Nevada, New Jersey und Maryland, um gerichtlich feststellen zu lassen, dass die staatlichen Glücksspielgesetze durch den Commodity Exchange Act (CEA) präemptiert sind. Anfangs erzielte Kalshi Erfolge, insbesondere in Nevada und New Jersey, wo Richter einstweilige Verfügungen zugunsten des Unternehmens erließen. Doch diese Erfolgssträhne endete, als Richter Abelson in Maryland Kalshis Antrag ablehnte. Auch in Nevada wurde die ursprüngliche Entscheidung später zurückgenommen.
Diese rechtlichen Auseinandersetzungen deuten auf einen breiter werdenden Konflikt zwischen den Bundesstaaten und dem Bund hin, über die Frage, ob Prädiktionsmärkte Finanzprodukte oder Glücksspiele sind. Die US-amerikanische Bundesstaatlichkeit ist dabei ein entscheidendes Element. Es wird erwartet, dass diese Fragen letztlich vom Obersten Gerichtshof der USA geklärt werden müssen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler, die sich im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV 2021) bewegen, sind solche internationalen Rechtsstreitigkeiten ein wichtiger Hinweis auf die generelle Haltung vieler Jurisdiktionen zum Schutz vor unreguliertem Glücksspiel. Der GlüStV 2021 hat in Deutschland klare Regeln geschaffen, um Spieler zu schützen und die Legalität von Online-Glücksspiel zu gewährleisten.
Dazu gehören ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei Slot-Spielen und die zentrale Spieler-Sperrdatei LUGAS, die eine Sperrung für alle lizenzierten Online-Anbieter ermöglicht. Anbieter wie Kalshi, die sich über geltendes Landesrecht hinwegsetzen wollen, würden in Deutschland keine Lizenz von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) erhalten. Das deutsche Regulierungssystem ist darauf ausgelegt, Grauzonen zu vermeiden und ein sicheres Spielumfeld zu schaffen, das die Spieler vor den Risiken unregulierter Angebote schützt. Deutsche Spieler sollten daher ausschließlich bei Anbietern spielen, die auf der Whitelist der GGL geführt werden.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Entscheidung in New York untermauert die Bedeutung staatlicher Regulierung im Glücksspiel. Für GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland bedeutet dies eine Bestätigung des aktuellen Kurses. Die GGL hat hohe Standards gesetzt, um den Spieler- und Jugendschutz zu gewährleisten. Das Urteil in den USA zeigt, dass Versuche, diese Standards durch die Berufung auf übergeordnete Gesetze zu umgehen, oft scheitern.
GGL-Casinos müssen sich an strenge Regeln halten, die von der Spielerregistrierung über Einzahlungs- und Einsatzlimits bis hin zur Werbung reichen. Einzelfälle wie der von Kalshi verdeutlichen, dass strenge staatliche Kontrollen notwendig sind, um Missbrauch zu verhindern und ein faires und sicheres Spielumfeld zu gewährleisten. Diese Konsequenz der Regulierung schützt nicht nur die Spieler, sondern auch die Integrität des regulierten Glücksspielmarktes, indem sie unseriöse Anbieter fernhält.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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