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US-Wahlkampf in Georgia: Glücksspiel-Riesen investieren 25 Millionen Dollar

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
US-Wahlkampf in Georgia: Glücksspiel-Riesen investieren 25 Millionen DollarKI-GENERIERT

Befürworter von Sportwetten investierten bereits fast 25 Millionen Dollar in die Wahlen in Georgia, um die Legalisierung voranzutreiben.

Die politische Landschaft im US-Bundesstaat Georgia wird derzeit von massiven Geldströmen aus der Glücksspielindustrie geflutet. Da Georgia einer der größten US-Bundesstaaten ist, in dem Sportwetten noch immer illegal sind, setzen Unternehmen alles daran, die politische Zusammensetzung des Staates zu ihren Gunsten zu verändern. Befürworter von Sportwetten machen fast die Hälfte der 25 Millionen Dollar aus, die bisher von unabhängigen politischen Komitees für die diesjährigen Wahlen ausgegeben wurden. Diese Summe übersteigt bereits jetzt die Gesamtausgaben der US-Zwischenwahlen im Jahr 2022.

Das strategische Vorgehen der Wettanbieter ist dabei bemerkenswert. Über die Organisation Win for America, die von Branchengrößen wie DraftKings und FanDül finanziert wird, fließen Gelder an beide Seiten des politischen Spektrums. Dies verdeutlicht den enormen Druck, den die Industrie auf die Gesetzgebung ausüben möchte, nachdem mehrere Anläufe zur Legalisierung in der Vergangenheit gescheitert sind. Die Wahlen am 3. November 2026 werden zeigen, ob diese finanziellen Anstrengungen Früchte tragen, wenn die Bürger über die Nachfolge von Gouverneur Brian Kemp und die gesamte Legislative entscheiden.

Zahlen und Fakten

Die finanziellen Dimensionen dieses Wahlkampfs sind beeindruckend. Das republikanische Komitee American Conservative Fund Action Georgia, welches von Win for America unterstützt wird, hat im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 rund 8,5 Millionen Dollar für die Unterstützung von Kandidaten ausgegeben. Auf der anderen Seite des Tisches investierte die demokratische Gruppe American Future etwa 3,4 Millionen Dollar für ähnliche Zwecke. Win for America agiert dabei als staatlich registriertes Super-PAC. Diese speziellen Komitees unterliegen keinen Obergrenzen bei der Beschaffung oder Verwendung von Mitteln, solange sie nicht direkt mit den Kandidaten koordinieren.

Obwohl die Einzelspenden für Kandidaten in Georgia streng auf 8.400 Dollar für Vor- oder Hauptwahlen begrenzt sind, ermöglichen diese unabhängigen Komitees den Konzernen den Einsatz fast unbegrenzter Ressourcen. Interessanterweise hat Win for America bereits vor den Vorwahlen 34 Rennen in Georgia unterstützt, wovon 32 der unterstützten Kandidaten erfolgreich waren. Dennoch bleibt die politische Hürde hoch, da erst vor wenigen Wochen ein Gesetzentwurf zu Sportwetten im Repräsentantenhaus abgelehnt wurde.

Hintergrund

Der Widerstand gegen die Legalisierung ist in Georgia tief verwurzelt und zieht sich durch beide großen Parteien. Kritiker verweisen immer wieder auf die potenziellen sozialen Folgen von Glücksspiel und äußern Bedenken hinsichtlich der notwendigen Regulierung. Ein Experte der University of Georgia, Professor Charles Bullock, äußerte sich skeptisch gegenüber dem Fokus der Kampagnen. Er betonte, dass Sportwetten wahrscheinlich nicht das Hauptanliegen der durchschnittlichen Wähler seien. Neben der Glücksspielbranche pumpen auch andere Interessengruppen wie Planned Parenthood Votes oder die Georgia Realtors IE Committee Geld in den Markt, wobei deren Beiträge mit insgesamt 2,2 Millionen Dollar deutlich geringer ausfallen.

Besonders pikant ist die Situation um Vizegouverneur Burt Jones. Eine sogenannte Dark-Money-Gruppe, deren Finanzen nicht vollständig transparent sind, gab mindestens 19 Millionen Dollar aus, um Jones bei seinem Anlauf auf das Gouverneursamt zu schaden. Währenddessen blühen kuriose Nebenmärkte: Auf der Prognoseplattform Kalshi wetten Menschen bereits echtes Geld auf den Ausgang der Wahlen. Dort wird derzeit Keisha Lance Bottoms mit einer Chance von 60 Prozent als Favoritin gehandelt.

„Wenn man die Wähler fragt, was ihr Hauptanliegen ist, bezweifle ich, dass es Sportwetten sind.“ - Charles Bullock, Professor für Politikwissenschaft an der University of Georgia

Was heißt das für deutsche Spieler?

Die Situation in Georgia erinnert an die langwierigen Debatten, die es vor Einführung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) in Deutschland gab. Während in den USA einzelne Bundesstaaten noch um die Legalisierung ringen, hat Deutschland mit der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) eine zentrale Aufsicht geschaffen. Für deutsche Spieler bedeutet dies vor allem Sicherheit, aber auch strenge Regeln. Wer bei einem in Deutschland lizenzierten Anbieter wettet, unterliegt dem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das LUGAS-System überwacht wird. Zudem gilt das Einsatzlimit von einem Euro pro Spielrunde an virtuellen Automaten.

Deutsche Kunden sollten darauf achten, ausschließlich bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen. Im Gegensatz zu den USA, wo die Regulierung oft noch ein Flickenteppich ist, bietet das deutsche System einen klaren rechtlichen Rahmen, der Spielerschutz und Suchtprävention priorisiert. Wer auf illegalen Seiten ohne deutsche Lizenz spielt, verliert nicht nur den Rechtsschutz, sondern riskiert auch, dass Gewinne nicht ausgezahlt werden.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit einer GGL-Lizenz verdeutlicht der Fall Georgia, wie wertvoll ein stabiler regulatorischer Rahmen ist. Während Unternehmen wie DraftKings und FanDül in den USA Millionen in politische Beeinflussung stecken müssen, können sich Anbieter in Deutschland auf die Einhaltung bestehender Standards konzentrieren. Die GGL sorgt für faire Wettbewerbsbedingungen und geht aktiv gegen Schwarzmarkt-Anbieter vor, die keine Steuern in Deutschland zahlen und den Spielerschutz ignorieren. Für lizenzierte Casinos bedeutet die deutsche Regulierung zwar einen hohen administrativen Aufwand durch Anbindungen an LUGAS und OASIS, aber auch die langfristige Sicherheit eines legalen Marktzugangs.

Häufige Fragen

Wie viel Geld wurde bisher für den Wahlkampf in Georgia ausgegeben?

Befürworter von Sportwetten haben fast die Hälfte der 25 Millionen Dollar investiert, die von unabhängigen politischen Komitees ausgegeben wurden. Diese Summe ist bereits höher als die Gesamtausgaben bei den Midterms 2022.

Welche Unternehmen finanzieren die Kampagnen in Georgia?

Die Organisation Win for America wird maßgeblich von den Sportwetten-Riesen DraftKings und FanDül finanziert. Sie unterstützen sowohl republikanische als auch demokratische Komitees.

Warum ist Sportwetten in Georgia immer noch illegal?

Es gibt eine parteiübergreifende Opposition im Parlament, die soziale Auswirkungen und Bedenken bei der Regulierung anführt. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde erst kürzlich vom Repräsentantenhaus abgelehnt.

Wer ist Keisha Lance Bottoms und welche Rolle spielt sie?

Keisha Lance Bottoms ist eine demokratische Kandidatin für das Gouverneursamt. Auf Prognosemärkten wie Kalshi wird sie derzeit mit einer Siegwahrscheinlichkeit von 60 Prozent gehandelt.

Sind solche massiven politischen Spenden in Deutschland möglich?

In Deutschland ist politische Einflussnahme durch Glücksspielunternehmen streng reglementiert und weitaus transparenter als durch US-amerikanische Super-PACs. Zudem müssen sich alle Anbieter strikt an den Glücksspielstaatsvertrag 2021 und die Vorgaben der GGL halten.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:DraftKings

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