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Tabcorp trotzt Werbeverboten: CEO Gillon McLachlan sieht Milliarden-Umsatz gesichert

26. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Tabcorp trotzt Werbeverboten: CEO Gillon McLachlan sieht Milliarden-Umsatz gesichertKI-GENERIERT

Tabcorp meldet für das Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz von 2,6 Milliarden AU-Dollar. Trotz neuer Werberestriktionen in Australien blickt das Unternehmen optimistisch auf die kommenden Monate.

Der australische Glücksspiel-Gigant Tabcorp blickt trotz einer sich verschärfenden regulatorischen Landschaft in Down Under auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Chief Executive Gillon McLachlan bezeichnete die kürzlich von der Regierung unter Premierminister Anthony Albanese verabschiedeten Reformen des Interactive Gaming Act aus dem Jahr 2001 als vernünftiges Maßnahmenpaket. Während Teile der Branche und Spielerschutzverbände die Änderungen kritisieren, sieht McLachlan sein Unternehmen in einer stabilen Position, um die Auswirkungen der neuen Werbeverbote abzufedern.

Die Zuversicht des Managements stützt sich vor allem auf die physische Präsenz und die Diversifizierung des Medienangebots. Mit 3.500 stationären Annahmestellen und den eigenen Medienkanälen Sky Racing sowie Sky Racing World verfügt Tabcorp über Kanäle, die von den Einschränkungen für Online-Werbung weniger stark betroffen sind als die reine digitale Konkurrenz. Diese Strategie scheint aufzugehen, da das Unternehmen im Vergleich zu Mitbewerbern wie Entain oder Flutter Entertainment, die im australischen Markt zuletzt mit Rückgängen zu kämpfen hatten, ein moderates Wachstum verzeichnete.

Zahlen und Fakten

Die Finanzergebnisse für das am 30. Juni 2026 endende Geschäftsjahr unterstreichen die robuste Verfassung des Konzerns. Der Umsatz stieg um 0,8 Prozent auf insgesamt 2,6 Milliarden AU-Dollar (umgerechnet etwa 1,36 Milliarden Britische Pfund). Besonders beeindruckend liest sich die Entwicklung des statutorischen Nettogewinns, der um 26,5 Prozent von 34 Millionen auf 46,3 Millionen Dollar kletterte. Das EBITDA legte um 10,3 Prozent zu und erreichte 431,7 Millionen Dollar, verglichen mit 387,3 Millionen im Vorjahr.

Ein wesentlicher Treiber für diesen Erfolg war das Sportwettengeschäft mit festen Quoten, das laut McLachlan um 8 Prozent wuchs. Ein besonderes Highlight stellte die Weltmeisterschaft dar, während der die Umsätze in den stationären Wettbüros um stolze 57 Prozent zulegten. Im Gegensatz dazu schwächelt das Totalisatorgeschäft (Parimutül Betting), das rund ein Drittel des Geschäfts ausmacht und einen jährlichen Rückgang von etwa 5 bis 6 Prozent verzeichnet. Die Nettoverschuldung konnte zudem um 76,3 Millionen auf 533,1 Millionen Dollar reduziert werden.

Hintergrund

Die regulatorischen Reformen, die im Januar 2027 in Kraft treten sollen, zielen primär auf den Schutz vulnerabler Gruppen ab. McLachlan betonte gegenüber Investoren der ASX, dass die Reformen die richtigen Bereiche ins Visier nehmen, aber seriösen Unternehmen weiterhin erlauben, sinnvoll für ihr Wachstum zu werben. Er grenzt sich damit deutlich von Stimmen wie Kai Cantwell ab, dem CEO des Branchenverbandes Responsible Wagering Australia (RWA), der insbesondere die Opt-out-Funktionen für Online-Werbung scharf kritisiert hatte.

„In einem absoluten Sinne sind es vernünftige Reformen. Ich denke, unser Ausblick berücksichtigt das. Die Reformen zielen auf die Bereiche ab, die sie treffen sollten, nämlich Menschen mit Schwachstellen, und ermöglichen es Unternehmen letztlich dennoch, vernünftig zu werben und der Branche das Wachstum zu erlauben.“ - Gillon McLachlan, CEO bei Tabcorp Holdings

Ein dunkler Schatten liegt jedoch weiterhin auf dem Unternehmen: Die Finanzbehörde AUSTRAC untersucht seit Mai 2026 mögliche Versäumnisse bei den Kontrollen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Diese Ermittlungen führten bereits zu einem drastischen Einbruch des Aktienkurses von einem Hochpunkt bei 1,17 Dollar auf aktuell etwa 0,91 Dollar. Als Reaktion darauf wurde Paul Jevtovic, ein ehemaliger CEO der AUSTRAC, als neuer Chief Financial Crime Officer eingestellt. Zudem wurde der Bonus von Gillon McLachlan aufgrund der regulatorischen Angelegenheiten um 20 Prozentpunkte gekürzt.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Kunden haben die Entwicklungen in Australien keine direkten Auswirkungen auf ihr tägliches Spielerlebnis, dienen aber als interessanter Vergleichswert für globale Regulierungstrends. In Deutschland ist der Markt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reglementiert. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) überwacht hierzulande die Einhaltung der Regeln, zu denen unter anderem ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System gehört. Werbeverbote sind auch in Deutschland ein Dauerthema, wobei die aktuelle Rechtslage bereits enge Grenzen setzt, um den Jugend- und Spielerschutz zu gewährleisten.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz können aus dem Beispiel Tabcorp lernen, dass eine starke Markenpräsenz und Transparenz gegenüber Regulierungsbehörden langfristig den Erfolg sichern. Während in Australien stationäre Shops ein Sicherheitsnetz bieten, müssen deutsche Anbieter online durch Qualität und Sicherheit überzeugen. Das Einhalten der 1-Euro-Limitierung pro Spin bei Slots und die Anbindung an die Sperrdatei OASIS sind in Deutschland Pflicht. Wer sich wie Tabcorp proaktiv auf strengere Regeln einstellt und Compliance-Experten in die Führungsebene holt, stärkt die eigene Position gegenüber unlizenzierten Schwarzmarkt-Anbietern aus Übersee.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der aktuelle Umsatz von Tabcorp?

Im Geschäftsjahr 2026 erwirtschaftete Tabcorp einen Umsatz von 2,6 Milliarden AU-Dollar. Dies entspricht einem leichten Wachstum von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Warum werden die Werbegesetze in Australien geändert?

Die australische Regierung unter Anthony Albanese hat die Reformen beschlossen, um den Spielerschutz zu stärken und vulnerable Gruppen vor exzessiver Werbung zu schützen. Die Änderungen am Interactive Gaming Act 2001 sollen im Januar in Kraft treten.

Wer untersucht Tabcorp wegen Geldwäschevorwürfen?

Die australische Finanzbehörde AUSTRAC hat im Mai 2026 eine Untersuchung gegen Tabcorp eingeleitet. Dabei geht es um mögliche Mängel bei den Kontrollen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Welche Auswirkungen haben diese Nachrichten auf Spieler in Deutschland?

Deutsche Spieler sind direkt nicht betroffen, da für sie der GlüStV 2021 und die Regeln der GGL gelten. Das Beispiel zeigt jedoch, dass weltweite Regulierungsbehörden verstärkt auf Werbebeschränkungen und Compliance setzen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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