Glücksspielbeteiligung in Großbritannien leicht gesunken: Weniger Problemspieler

Die Glücksspielaktivität in Großbritannien ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. 59 Prozent der Erwachsenen gaben an, in den letzten 12 Monaten gespielt zu haben, ein Rückgang von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr.
Die britische Glücksspielkommission (Gambling Commission) hat aktuelle Daten zur Glücksspielbeteiligung in Großbritannien veröffentlicht. Der jüngste "Gambling Survey for Great Britain" (GSGB) zeigt, dass die gesamte Glücksspielaktivität im letzten Jahr leicht gesunken ist. Dies ist eine wichtige Entwicklung für den Spielerschutz in Europa.
Insgesamt gaben 59 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an, in den letzten zwölf Monaten Glücksspiele gespielt zu haben. Im Jahr 2024 waren es noch 60 Prozent. Diese Statistik liefert wichtige Einblicke in die Dynamik des britischen Glücksspielmarktes.
Zahlen und Fakten
Die Beteiligung am Glücksspiel über die vorangegangenen vier Wochen sank ebenfalls, von 48 auf 47 Prozent. Das Online-Glücksspiel blieb stabil bei 38 Prozent. Bemerkenswert ist, dass die Teilnahme ohne die Spieler der National Lottery von 41 auf 40 Prozent zurückging. Die vierelektrische Wochenbeteiligung fiel in dieser Gruppe von 28 auf 27 Prozent.
Die National Lottery bleibt das beliebteste Produkt. 31 Prozent der Erwachsenen kaufen entsprechende Lose. Wohltätigkeitslotterien hielten ihren Anteil von 16 Prozent. Rubbellose verzeichneten einen leichten Rückgang von 13 auf 12 Prozent.
Ein besonders erfreulicher Aspekt der Umfrage ist der Rückgang der Prävalenz von Problemglücksspiel. Erwachsene, die auf dem "Problem Gambling Severity Index" (PGSI) acht oder mehr Punkte erreichten, fielen von 2,7 Prozent im Jahr 2024 auf 2,4 Prozent im Jahr 2025. Das Glücksspiel mit moderatem Risiko stieg leicht von 3,1 auf 3,5 Prozent. Das Glücksspiel mit geringem Risiko sank von 8,8 auf 7,8 Prozent. Im Vergleich dazu berichtete das GGB Magazine über frühere Daten der UK Gambling Commission, die für 2018 eine Problemglücksspielrate von 0,5 Prozent zeigten, basierend auf einer Umfrage mit 4.009 Personen in England, Schottland und Wales. Dies verdeutlicht, wie sich die Messmethoden und Definitionen im Laufe der Jahre entwickeln.
Die Gambling Commission betonte, dass das Engagement der Verbraucher im Glücksspiel „auf einer allgemeinen Ebene über die Zeit stabil ist – einschließlich der Anzahl der Personen, die Glücksspiele spielen, des Ausmaßes des Vergnügens, das die Menschen beim Glücksspiel empfinden, und der Anzahl der Personen, die auf dem Problem Gambling Severity Index acht und mehr Punkte erzielen.“ Sie wiesen auch darauf hin, dass die Umfrage Trends in spezifischen demografischen Gruppen identifiziert, wie etwa eine erhöhte Beteiligung bei Männern ab 55 Jahren.
Der Regulierer betonte die Bedeutung, über eine einzelne Metrik hinauszuschauen. Die Ergebnisse unterstreichen „die Bedeutung des Verständnisses der breiteren Konsequenzen und Risiken des Glücksspiels anhand einer Reihe von Messwerten, anstatt sich auf eine einzige Metrik zu verlassen.“ Berichte über Schäden, die durch das Glücksspiel einer anderen Person verursacht wurden, gingen ebenfalls zurück. Der Anteil der Befragten, die angaben, dass eine ihnen nahestehende Person Glücksspiele spielte, sank von 48 auf 43,2 Prozent. Es gab weniger Fälle von Stress, Konflikten oder schwerwiegenden Folgen im Zusammenhang mit dem Glücksspiel anderer.
Hintergrund
Die aktuellen Daten werden veröffentlicht, während die britische Regierung eine Konsultation zu einem Vorschlag startet, die Lizenzierung von Glücksspiel-Sport-Sponsorings zu verbieten. Es wird über eine sekundäre Gesetzgebung nachgedacht, die dem Staatssekretär die Befugnis gibt, Glücksspielwerbung zu regulieren, vorbehaltlich der Zustimmung des Parlaments. Nach solchen Regeln könnte die Zusammenarbeit mit einem nicht lizenzierten Betreiber eine Straftat darstellen, mit täglichen Geldstrafen bei Verstößen. Dies zeigt einen Trend zu strengerer Regulierung, der auch in Deutschland spürbar ist.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Die Entwicklungen in Großbritannien spiegeln teilweise auch Debatten in Deutschland wider. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat hierzulande neue Standards gesetzt, insbesondere im Bereich Spielerschutz und Regulierung. Spieler in Deutschland, die online spielen möchten, sollten ausschließlich auf Anbieter mit einer offiziellen deutschen Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) setzen. Nur diese Casinos gewährleisten die Einhaltung strenger Schutzmaßnahmen und sind an das zentrale Spielersperrsystem LUGAS angeschlossen.
Dieses System stellt sicher, dass sich Spieler bei Problemen selbst sperren lassen können. Es überwacht außerdem das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro für alle Anbieter zusammen. Das 1-Euro-Einsatzlimit pro Spin bei Spielautomaten in lizenzierten Online-Casinos dient ebenfalls dem Schutz vor übermäßigem Spielverhalten. Diese Maßnahmen sollen Problemglücksspiel vorbeugen und den Spielern ein sicheres Umfeld bieten. Auch wenn die Zahlen aus Großbritannien nicht direkt auf Deutschland übertragbar sind, zeigt der Rückgang der Problemspieler dort, dass Regulierungsmaßnahmen positive Effekte haben können.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Casinos mit einer GGL-Lizenz in Deutschland bedeuten die britischen Entwicklungen eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges. Der Fokus auf Spielerschutz und verantwortungsvolles Glücksspiel wird immer wichtiger. Betreiber, die sich an die hohen Standards der GGL halten, schaffen Vertrauen bei den Spielern und tragen zur langfristigen Akzeptanz des regulierten Online-Glücksspiels bei. Die strengen Regeln, wie das 1.000 Euro Einzahlungslimit und das Verbot von Autoplay-Funktionen, sind hierbei entscheidend. Sie verhindern die Entwicklung von Problemglücksspiel.
„Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des Verständnisses der breiteren Konsequenzen und Risiken des Glücksspiels anhand einer Reihe von Messwerten, anstatt sich auf eine einzige Metrik zu verlassen.“ - UK Gambling Commission, Offizielle Erklärung
Die GGL und die britische Gambling Commission verfolgen beide das Ziel, den Spielerschutz zu verbessern und die Auswirkungen von problematischem Glücksspiel zu minimieren. Die geringere Problemglücksspielrate in Großbritannien könnte als Ansporn dienen, weitere präventive Maßnahmen zu prüfen und umzusetzen.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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